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Drittes Buch: Am Montag erschien „Therapie auf vier Pfoten“ von Stephanie Lang von Langen aus Gaißach.

Neues Buch

Hunde sind die beste Medizin

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Die Gaißacher Tierpsychologin Stephanie Lang von Langen beschreibt in ihrem neuen Buch die heilsame Wirkung des Zusammenlebens mit Hunden.

Gaißach– Eine echte „Herzensangelegenheit“, wie sie sagt, hat die Gaißacherin Stephanie Lang von Langen zum Thema ihres neuen Buchs gemacht. In „Therapie auf vier Pfoten“, das am Montag im Piper-Verlag erschienen ist, schildert sie, „wie Hunde uns gesund und glücklich machen“. Das weiß die Autorin nicht nur aus ihrer Tätigkeit als Tierpsychologin und Ausbilderin für Therapiehunde. Sie hat es auch am eigenen Leib erfahren. Ihr Hund Wunjo, sagt sie, „hat mich wahrscheinlich vor einer Depression bewahrt“.

Stephanie Lang von Langen ist überzeugt: „In manchen Fällen wäre es das Beste, wenn der Arzt einen Hund verschreiben würde.“ Denn das Zusammenleben mit einem Vierbeiner habe viele positive Effekte. „Man geht mehr raus, pflegt mehr Sozialkontakte, der Tag wird strukturiert, und man kann sich nicht so gehen lassen, weil man Verantwortung für den Hund trägt“, listet die 43-Jährige auf. Gerade in Zeiten, da viele Menschen im Alltag unter zunehmendem Druck und Stress litten, könne ein Hund eine „Brücke“ sein, mehr in die Natur zu gehen. Zudem könne er Wege aus der sozialen Isolation eröffnen. „Wenn sich fremde Menschen treffen, die einen Hund dabei haben, haben sie immer gleich ein Gesprächsthema – auch wenn sie aus völlig unterschiedlichen Schichten kommen und sich sonst nie begegnen würden.“ Auch in so mancher Familie, „in der man sich schon lange nichts zu sagen hat“, könne ein Hund das Eis brechen.

„Spannend“ sei aber auch die Beziehungsebene zwischen Mensch und Hund selbst. „Ein Hund hat alle Eigenschaften eines guten Therapeuten: Er hört zu, er wertet nicht, gibt keine guten Ratschläge.“ Das Tier akzeptiere den Menschen so, wie er ist. „Das kann sehr heilsam sein.“ Und: „Ein Hund bringt einen zum Lachen – auch in Zeiten, in denen es wenig zu lachen gibt.“

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Bei ihren Ausführungen stützt sich Stephanie Lang von Langen auf wissenschaftliche Erkenntnisse, schöpft aber auch aus ihrem Erfahrungsschatz. So steuert sie viele Fallbeispiele aus ihrer Berufspraxis bei, berichtet von Kindern, denen der Hund neues Selbstbewusstsein einflößt, oder Menschen, denen Vierbeiner helfen, innere Barrieren zu überwinden.

Die Gaißacherin hat in ihrem 2009 gegründeten Ausbildungszentrum „Wunjo-Projekt“ nach eigenen Angaben mittlerweile rund 200 Mensch-Tier-Teams für therapeutische Einsätze geschult. Sie sind nun in etlichen Schulen, Kindergärten und sozialen Einrichtungen im Einsatz, im Landkreis zum Beispiel im Pater-Rupert-Mayer-Heim, im „Haus am Park“ und im Pflegeheim Lenggries. Die Therapeuten auf vier Pfoten „arbeiten“ mit psychisch Kranken oder Hirnverletzten genauso wie im Kinderhospiz oder einer Einrichtung für beatmete Kinder.

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Stephanie Lang von Langen vermittelt ihren tierischen Stoff mit ausgesprochen menschlichem Blick und – auch dank der bewährten Co-Autorin Shirley Michaela Seul – in ausgesprochen flotter, oft witziger Sprache. Das Buch ist nicht als Fachliteratur gedacht, sondern richtet sich an ein breites Lesepublikum. Es könne zum Beispiel für Menschen interessant sein, die vor der Entscheidung stehen, ob sie sich einen Hund anschaffen sollen – sei es, weil sich die Kinder das sehnlich wünschen, sei es, dass sich ältere Menschen fragen, ob dieser Schritt bei ihnen noch vertretbar ist. Ihnen will die Tierpsychologin vor Augen führen, „wie Hunde uns im Alltag unterstützen, gerade auch seelisch“.

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Dazu greift sie auch auf ihre eigene Lebensgeschichte zurück. Nach einem schweren Autounfall und langen Krankenhaus- und Rehaaufenthalten stand Stephanie Lang von Langen vor den Trümmern ihrer beruflichen Existenz. „Es kam mir so vor, als hätte ich den Anschluss ans Leben verloren“, schreibt sie. Als sie eines Tages auf einem Bauernhof Eier kaufen wollte, kam sie mit einem vier Monate alten Hundewelpen aus dem Tierschutz zurück, der dort in Pflege war und an einen guten Platz vermittelt werden sollte. „Wunjo nahm den Therapieauftrag an. Natürlich heimlich“, heißt es im Buch. Heute sagt Stephanie Lang von Langen: „Der Hund hat meine Genesung beschleunigt. Ich wäre sonst Gefahr gelaufen, in eine Depression zu rutschen.“ Wunjo sei mittlerweile 15 Jahre alt, „hört nichts mehr und ist dement“ – bleibt aber ein treuer Begleiter.

Das Buch: „Therapie auf vier Pfoten. Wie Hunde uns gesund und glücklich machen“, Piper, 255 Seiten, 11 Euro.

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