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In den Räumen der ehemaligen Schlecker-Filiale will Christopher Hummel (li.) zum 1. Juni eine Apotheke eröffnen. Derzeit werden die zirka 130 Quadratmeter an der Moser Säge in Gaißach mit Schränken ausgestattet.

In Gaißach gibt's bald eine Apotheke

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Gaißach - Während andernorts eine nach der anderen schließen muss, wird in Gaißach am 1. Juni die erste Apotheke überhaupt eröffnet. Um im harten Wettbewerb mit dem Internet mithalten zu können, setzt Pharmazeut Christopher Hummel auf Service statt auf Dumping-Preise.

Wo es früher Seife, Shampoo und Kosmetik zu kaufen gab, können sich die Gaißacher schon bald Hustensaft, Schmerzmittel und Co. besorgen. In den Räumen der ehemaligen „Schlecker-Filiale“ an der Moser Säge will Christopher Hummel am Mittwoch, 1. Juni, nämlich eine Apotheke eröffnen – soweit er weiß, die erste überhaupt im Dorf. „Aus meiner Sicht ist es Zeit geworden“, scherzt der Pharmazeut, der bereits die Kur-Apotheke in Bad Heilbrunn betreibt.

Die wird er trotz seines erweiterten Aufgabenfelds wie gewohnt weiterführen. „Ich habe schon länger darüber nachgedacht, mich zu vergrößern“, erläutert Hummel seine Beweggründe für die Expansion. Als dann auch noch der Besitzer der Immobilie auf ihn zugekommen sei und angefragt habe, ob er nicht eine Apotheke in Gaißach eröffnen wolle, stand die Entscheidung schnell fest. „Der Bedarf scheint da zu sein und es ist ein naheliegender Schritt, weil ich selbst in Gaißach wohne.“

Auch aus Sicht der Gemeinde stand dem Vorhaben nichts im Wege, im Gegenteil: „Wir sehen das sehr positiv“, sagt Bauamts-Leiter Franz Danner. Insofern dürfte am heutigen Dienstag auch nichts dagegensprechen, wenn der Gemeinderat darüber entscheiden soll, ob vorübergehend Hinweis-Schilder auf die neue „Michaeli-Apotheke“ im Ort angebracht werden dürfen. Die Lage an der Moser Säge ist aber ohnehin ideal für eine Apotheke, weil es in unmittelbarer Nähe mehrere Ärzte gibt. „Sonst würde es auch nicht funktionieren“, sagt Hummel. Ein weiterer Pluspunkt sind aus Sicht des Pharmazeuten die guten Parkmöglichkeiten, die die Kunden in der Regel sehr zu schätzen wüssten.

Gut ankommen dürften auch die Service-Angebote, mit denen sich Hummel von der Konkurrenz abheben möchte: So sollen die Bürger nicht nur Medikamente und homöopathische Produkte erwerben können, sondern auch die Möglichkeit haben, sich sogenannte Hilfsmittel wie eine Babywaage, eine elektrische Milchpumpe oder ein Inhalationsgerät ausleihen zu können. Auch Inkontinenz-Artikel und Kompressions-Strümpfe will Hummel in sein Sortiment aufnehmen. Das seien zwar wirtschaftlich gesehen für ihn keine lukrativen Produkte, weshalb vieler seiner Kollegen solche Artikel auch nicht mehr führen würden. „Als klassischer Landapotheker muss man so etwas aber anbieten.“

Nur so, glaubt Hummel, könne man heutzutage als Apotheker überleben. „Es sind schwierige Zeiten“, sagt der Pharmazeut in Anspielung auf die großen Versandapotheken im Internet, mit deren Preisen niemand konkurrieren könne. Damit die Kunden trotzdem nicht online bestellen sondern lieber in die nächste Apotheke vor Ort gehen, setzt Hummel neben einem guten Service auch auf den persönlichem Kontakt. Während andernorts das große Apotheken-Sterben herrsche, sei die Welt in Oberbayern aber ohnehin noch einigermaßen in Ordnung. Gott sei Dank, findet Hummel mit Blick auf die Apotheken-Notdienste an Wochenenden und Feiertagen. Erst, wenn es solche Angebote nicht mehr gäbe, würden die Menschen merken, „wie wichtig Apotheken sind“.

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