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Ludwig Scheiel, Pfarrer von Gaißach, Greiling und Reichersbeuern.

Ludwig Scheiel möchte 2020 aufhören

„Ich will noch was haben vom Ruhestand“

Gerüchte kursieren schon länger. Und sie stimmen nicht. Denn Pfarrer Ludwig Scheiel hört nicht auf, wie gemunkelt wird. Aber er hat ein Ruhestandsdatum vor Augen: den 31. August 2020.

Gaißach/Reichersbeuern/Greiling – Seit einiger Zeit plagen den 65-Jährigen immer wieder mal Herz- und Kreislaufbeschwerden. Ludwig Scheiel war deshalb vor Kurzem auch ein paar Tage im Krankenhaus. Er wolle, sagte er gestern im Gespräch mit dem Tölzer Kurier, kein großes öffentliches Statement abgeben. Tatsache sei, dass er in seiner persönlichen Lebensplanung vorgesehen habe, am 31. August 2020 in den Ruhestand zu gehen. Das gelte auch für seine Schwester Karolin, die ihm den Haushalt führt. Er wolle – „das dürfen Sie ruhig schreiben“ – schließlich noch etwas „von seinem Ruhestand haben“ und ihn genießen. Das wird er dann in seiner Heimat in Reitmehring bei Wasserburg tun.

Bis dahin werde er aber, soweit es die Gesundheit zulasse, als vollwertiger Pfarrer zur Verfügung stehen. Derzeit ist Scheiel Pfarrherr der Pfarreiengemeinschaft Gaißach, Reichersbeuern und Greiling und damit Hirte von fast 5000 Gläubigen.

Für Gaißach, Reichersbeuern und Gaißach bedeutet dieser Ruhestand im Spätsommer 2020 möglicherweise eine historische Zäsur. Angesichts des Priestermangels plant die Diözese mit immer größeren Pfarreinheiten. Gut möglich, dass Scheiel keinen Nachfolger haben wird. Der 65-Jährige will dazu keine Aussage treffen, aber er möchte die Jahre bis zu seinem Ruhestand dazu nützen, die Gläubigen in seinem Pfarrverband zu größtmöglicher Selbstständigkeit zu motivieren, wie er sagt.

Scheiel hat eine interessante Lebensgeschichte: Der in einer Landwirtschaft groß gewordene Pfarrer studierte zunächst Agrarwissenschaften, eher er zur Theologie umschwenkte. 1982 wurde er zum Priester geweiht. Als Kaplan wirkte er fünf Jahre in München und in der Nähe von Landshut, bevor er acht Jahre lang den Pfarrverband Mühldorf leitete. Dann wurde er ins Ordinariat berufen, wo er ab 1995 als Abteilungsleiter „Landpastoral“ Akzente setzte. Im September 2000 trat er, dem eigentlich ganz andere Pfarrstellen offengestanden wären, seinen Dienst in Gaißach-Reichersbeuern an. Drei Jahre später wurde er sogar zum Dekan gewählt.

Die Aufgabe reize ihn, sagte er vor dem Amtsantritt im Isarwinkel und sprach von „15 Jahren, die er auf alle Fälle

bleiben“ wolle. Er hat Wort gehalten.

Christoph Schnitzer

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