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Beim Gassigehen an der Leine bleiben : Dafür haben die Gemeinden im Landkreis unterschiedliche Regelungen.

Pflichten für Tierhalter

In diesen Gemeinden müssen Hunde an die Leine

Hunde an die Leine: Diese Regelung hat nun der Gaißacher Gemeinderat für den Filzen-Rundweg beschlossen. Eine Anleinpflicht gibt es auch in den meisten anderen Kommunen – zumindest in der Theorie.

Gaißach/Bad Tölz-Wolfratshausen– Die Gemeinde Gaißach führt eine Leinenpflicht für Hunde ein – allerdings nur für den Bereich Filzen-Rundweg im Osten von Mühl. Das beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Die Diskussion war aufgekommen, weil ein streunender Hund im Ortsgebiet ein Reh gerissen hatte. Zudem würden immer noch etliche uneinsichtige Hundehalter ihre Vierbeiner in die Viehweiden koten lassen, hatte Gemeinderat und Landwirt Balthasar Bauer ins Feld geführt und den Erlass einer Leinenpflicht für bestimmte Ortsbereiche angeregt. Zwischenzeitlich hat die Verwaltung die Rechtslage geprüft und die Erfahrungen anderer Gemeinden eingeholt.

Wie Bürgermeister Stefan Fadinger nun deutlich machte, geht es um zwei Aspekte: die Gefahrenabwehr gegenüber unberechenbaren oder aggressiven Hunden, die Fußgänger belästigen oder Radfahrer gefährden; und die öffentliche Sauberkeit, denn Hundekot im Weidefutter ist auch eine Bedrohung für die Tiergesundheit. Eine generelle Anleinpflicht im Ortsgebiet sei auch im Hinblick auf das freie Betretungsrecht der Natur „weder zulässig noch kontrollierbar“, so Fadinger. Am Ende beschloss der Gemeinderat gegen die Stimme von Johann Schinnagl die Leinenpflicht für einen begrenzten Bereich.

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Dabei räumte auch Hundebesitzer Schinnagl ein, dass es die Probleme tatsächlich gibt. Er gab zu verstehen, dass er sich uneinsichtige Hundebesitzer persönlich vorknöpfe und nicht wegschaue: „Das Problem ist immer der Mensch.“

Bislang war Gaißach eine der wenigen Gemeinden im südlichen Landkreis ohne Leinenpflicht. Nur in der Jachenau existiert ebenfalls keine entsprechende Satzung. In Bad Heilbrunn dagegen gelten detaillierte Bestimmungen bereits seit 2001, wie Rathaus-Geschäftsleiter Andreas Mascher auf Anfrage erklärt. Demzufolge müssen Hunde in Bad Heilbrunn in öffentlichen Anlagen oder Einrichtungen angeleint werden, wie zum Beispiel im Adelheid- und im Kräuterpark. Auf der Straße müssen die Hunde nicht unbedingt an der Leine laufen. Von Kinderspielplätzen, Kindergärten und Friedhöfen sind sie laut Mascher generell fernzuhalten – ob angeleint oder nicht. „Das Ganze ist allerdings schwer durchzusetzen“, sagt der Geschäftsleiter. Um ein Bußgeld zu verhängen, brauche man Zeugen und Beweise. Besonders im Kräuterpark würden die Mitarbeiter der Gästeinfo Hundehalter immer wieder auf das Verbot hinweisen. „Das stößt aber in der Regel auf wenig Einsicht.“

Anleinpflicht abhängig von der Größe des Hundes

Von der Größe des Hundes ist die Anleinpflicht in Kochel am See und Lenggries abhängig. Als „große Hunde“ sind Tiere mit einer Schulterhöhe ab – je nach Gemeinde – 40 oder 50 Zentimetern definiert, etwa Bernhardiner, Doggen, Dobermänner, Rottweiler oder Schäferhunde. Während die Anleinpflicht innerorts per Satzung geregelt ist, greift außerhalb in vielen Bereichen eine andere Regelung: nämlich dass die Hunde im Naturschutzgebiet nicht frei laufen dürfen.

In Bad Tölz gilt die Anleinpflicht in Grünanlagen und den beiden Fußgängerzonen. Rund 100 Schilder im Stadtgebiet weisen darauf hin. Der Blomberg ist im Gemeindebereich Wackersberg der „Brennpunkt“, wie Bürgermeister Alois Bauer erklärt. Weil freilaufende Hunde hier Wild aufscheuchen könnten, hat die Gemeinde in diesem Bereich die Leinenpflicht eingeführt. „Wenn wir Beschwerden bekommen, gehen wir ihnen intensiv nach und verfolgen Verstöße streng“, so Bauer. „Die ersten Bußgeldbescheide sind draußen.“

Rainer Bannier und Andreas Steppan

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