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Abgeholzt: An der Erlenstraße soll das neue Gewerbegebiet entstehen.

Erlenstraße

Kein Blockheizkraftwerk fürs Gewerbegebiet

Gaißach - Die Gemeindräte waren ernüchtert: Eine Untersuchung zeigt, dass ein Blockheizkraftwerk fürs künftige Gewerbegebiet Erlenstraße nicht wirtschaftlich wäre.

Ungünstige Wirtschaftlichkeitsberechnung bringt den Ausschlag – Ernüchterung im Gemeinderat

Gaißach – Das neue Gewerbegebiet Erlenstraße ist beschlossene Sache. Dazu hat die Gemeinde jetzt noch durch einen Projektleiter vom Institut für Energietechnik an der Technischen Hochschule Amberg berechnen lassen, ob der Bau eines mit Ferngas betriebenen Blockheizkraftwerks für die Nahversorgung des Gewerbegebiets mit Strom und Wärme wirtschaftlich sein könne. Das Fazit von Thomas Gollwitzer: „Nein! Nicht zuletzt wegen des extrem ungünstigen Verhältnisses von Strom- zu Wärmebedarf wird die gewünschte Energiekostenreduzierung weit verfehlt.“

Die Gemeinde Gaißach engagiert sich schon seit Jahren für die Energiewende: Die Dächer der öffentlichen Gebäude (zum Beispiel die Schule) sind mit Fotovoltaik-Anlagen bestückt, und die Kommune hat sich mit einem hohen Betrag am Windpark an der Garmischer Autobahn beteiligt. Nun also die Wunschvorstellung, für das neue Gewerbegebiet eine Energie-Nahversorgung aufzubauen. Dabei spielte neben der Hoffnung auf Effizienz und Wirtschaftlichkeit natürlich auch der Gedanke einer regionalen Wertschöpfung eine Rolle.

Thomas Gollwitzer untermauerte seine Analyse mit einer Vielzahl von technischen Daten und Hinweisen auf die eher hinderlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen. Seine Kernaussage: Von einer Wirtschaftlichkeit sei man weit entfernt; die hohe Investition in ein Blockheizkraftwerk würde sich – wenn überhaupt – nur dann lohnen, wenn auch die Abwärme weitestgehend genutzt werden kann. Diese Voraussetzungen seien vor Ort jedoch nicht gegeben, weil der Verbrauch im Gewerbegebiet dafür viel zu gering sei. Gleichzeitig wäre die Nahversorgung keinesfalls autark: zu Spitzenlastzeiten müsse zusätzlicher Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen werden.

„Wir haben uns ein anderes Ergebnis erhofft“, fasste Bürgermeister Stefan Fadinger die Ernüchterung im Gemeinderat zusammen. Und Susanne Merk ergänzte: „Es ist sehr schwer, die Energiewende ortsnah umzusetzen. Vielleicht ist das ja auch politisch gar nicht erwünscht.“

rbe

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