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Familiensache: Als Autor für das Werk „Frau Hirschkuss und ihre Männer“ zog Unternehmerin Petra Waldherr-Merk ihren Cousin Gerhard Waldherr an Land.

Buch über "Hirschkuss" vorgestellt

Aus dem Leben eines Kräuterlikörs

Gaißach - Das Buch berichtet von der einzig wahren Geschichte des Isarwinkler Kräuterlikörs: „Frau Hirschkuss und ihre Männer“ lautet der Titel eines 200 Seiten starken Werks, das Unternehmerin Petra Waldherr-Merk am Freitag der Öffentlichkeit vorstellte. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. . .

„Frau Hirschkuss“ hatte zur Premiere eingeladen, mit rotem Teppich und Blitzlicht für die Gäste. Denn die, so Petra Waldherr-Merk, Herstellerin des Kräuterlikörs „Hirschkuss“, hätten alle zum Erfolg beigetragen.

Den gilt es nun zu verteidigen gegen ein mutmaßliches Plagiat aus dem Hause des Likörherstellers Dirk Verpoorten (wir berichteten). Auch dieser brandaktuelle Rechtsstreit kommt bereits im Buch vor. Es ist wohl kein Zufall, dass die Präsentation fast exakt mit den ersten Pressemeldungen zusammenfiel.

Waldherr-Merk umgab sich zur Buchpräsentation am Firmensitz, der „Genussmanufaktur“, mit Freunden und Wegbegleitern. Unter den Geladenen waren viele Einheimische, deren Gesichter man von Plakatwänden kennt. Auf Fotos und in Werbespots sitzen sie auf einer Couch unter einem Hirschgeweih. Ein Verwandter Waldherr-Merks, genauer gesagt ihr Cousin, ist der Autor des Buchs. Gerhard Waldherr las selbst vor. Nachdem sie sich 30 Jahre nicht gesehen hatten, musste die Unternehmerin ihn, den freien Journalisten, erst zum Verfassen des Buchs überreden. Doch schließlich ergab er sich der erfolgsverwöhnten Geschäftsfrau.

Waldherr schildert im beschreibenden Stil der Reportage, was sich alles rund um die Produktion des Kräuterlikörs ereignet, von spontanen Foto-Aktionen bis zum aktuellen Plagiatsstreit. „Wenn sich Frau Hirschkuss vorstellt, dass auf ihrer Homepage ein lustiges Vatertagsfoto fehlt, so trampeln in Kürze vier Männer eine Blumenwiese platt“, schildert Waldherr launig eine PR-Aktion.

Ein mittlerweile unverzichtbarer Mann an der Seite von „Frau Hirschkuss“ ist der Patentanwalt Herbert Pätzold, der ebenfalls anwesend war. Seine Eigenschaften hat Waldherr gekonnt eingefangen: Der Jurist verliere sich schon mal auf dem Weg von der Frage zur Antwort in kompliziertem Detailwissen. „Da haben sich zwei gefunden“, las der Autor vor, die Likörherstellerin und der Patentanwalt, beide felsenfest von ihrem Erfolg überzeugt.

Waldherrs feine Ironie kommt auch in einem Kapitel in eigener Sache zum Tragen. Er und seine Cousine hatten sich 30 Jahre aus den Augen verloren, obwohl sie miteinander groß wurden. „Schon damals war sie eine Chefin“, trug Waldherr unverblümt vor.

Als er nun das Buch verfasste, sei er wochenlang nicht bei Frau und Kind in Berlin gewesen – rund ein Jahr lang wurde an dem Buch gearbeitet. Mit 55 Jahren habe er wieder in seinem einstigen Kinderzimmer geschlafen, um tagsüber rund um Hirsche und Küsse zu recherchieren. Eigentlich ist Waldherr Reisejournalist, schreibt ökonomische Länderporträts aus aller Welt und arbeitete für Süddeutsche Zeitung und Stern. „Den Hirschkuss bekommt man sogar in Thailand“, stellte er fest.

Diese Passagen waren als Vorlesestoff wesentlich unterhaltsamer als das Kapitel über den neuesten Rechtsstreit. Die hochinteressanten Details der Auseinandersetzungen – mit Jägermeister wie mit Dirk Verpoorten – stellt Waldherr aber minutiös und verständlich dar. Waldherr-Merk widmete das Buch ihren Eltern, denen sie das erste Exemplar übergab. Ihr Vater sei ihr Vorbild, sagte sie. Denn er habe sich trotz seiner Behinderung nie von seinem Weg abbringen lassen.

Birgit Botzenhart

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