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Das Damen-Schnabler-Team: Kathrin Gerg (li.) und Karina Guggenbichler aus Gaißach.

Schnablerrennen 

Frauen-Schnabler: In rosa den Steilhang runter

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Gaißach - Besucher des Schnabler-Rennens dürfen sich auf eine Besonderheit freuen: Ein Damen-Schnabler wird sich den Hang herunterstürzen. Die Pilotinnen sind heiß drauf, haben aber Respekt vor der Schanze.

„Von Samstag auf Sonntag werden wir nicht schlafen.“ Da sind sich Karina Guggenbichler (22) und Kathrin Gerg (25) einig. Die beiden jungen Gaißacherinnen haben sich fürs Schnabler-Rennen am Sonntag angemeldet – und sind mittendrin im Geschehen.

Schon immer sind Frauen auf kleinen Schlitten mitgefahren, aber an einen Damen-Schnabler kann sich Präsident Georg Fischhaber nicht erinnern. Guggenbichler und Gerg wollten sich sogar schon im vergangenen Jahr ins Gefecht stürzen. „Wir sind allgemein für Lustiges immer zu haben“, sagen sie lachend. Bei der Hauptversammlung 2016 entschlossen sie sich, mitzumachen. „Die Männer haben gesagt: Das ist eine super Sache“, sagt Gerg. Aber im Vorjahr reichte der Schnee nicht für ein Rennen.

Von wegen, es waren noch nie Frauen am Start: Nach unserem Zeitungsbericht schickte uns am Wochenende Regina Hohenreiter via Facebook diesen Zeitungsausschnitt aus dem Jahr 1969. Darauf sind Hohenreiters Mutter  Elisabeth (hinten) und Maria Ertl als Schnablerfahrerinnen zu sehen.

Bis zum vergangenen Mittwoch waren sich die beiden Gaißacherinnen nicht endgültig sicher, ob sie wirklich teilnehmen. An diesem Tag trainierten sie das erste Mal mit ihrem Schnabler. „Wir haben erst einmal getestet, ob es klappt“, sagt Guggenbichler. „Und es hat so gut hingehauen, da haben wir uns richtig gefreut.“

Die beiden Freundinnen fahren mit einem speziellen Schnabler: Er ist etwas leichter als die anderen und wurde ihnen von einem Kommitää-Mitglied zur Verfügung gestellt. „Mit einem größeren hätten wir es nicht geschafft“, sind sich die beiden einig. Als Besonderheit hat der Besitzer des Schnablers den Schlitten pink angesprüht, erzählen die beiden lachend.

Tipps gibt es aus der Verwandtschaft, ein Onkel zeigt, wie man am Start richtig auf den Schnabler aufspringt. Dann noch ein Training am Samstag – und das große Rennen steht vor der Türe. „Totale Vorfreude, aber auch Respekt vor der Schanze“: So beschreiben Guggenbichler und Gerg ihre Gefühle vor dem großen Renntag. Denn den Sprung, den können sie vorher nicht üben. „Da müssen wir uns überraschen lassen.“

Was ist das Wichtigste beim Schnabler-Rennen? „Man muss sich brutal auf den anderen verlassen können. Sonst schießt man aus der Kurve raus“, sagt Guggenbichler. Auch zu schnell dürfe man nicht werden. „Ich hoffe, es ist nicht zu eisig.“ Aber die beiden Arzthelferinnen sind sich einig, dass ihr Zusammenspiel bisher gut klappt.

Überraschen lassen müssen sich die Zuschauer nicht nur davon, wie die beiden Mädels den Steilhang bewältigen werden. Auch über ihre geplante Kostümierung verraten Karina Guggenbichler und Kathrin Gerg noch nichts: „Das ist noch geheim.“

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