Ein Wolf streift durch sein Revier . Foto: dpa

Almbauern

Möglicher Abschuss von Wölfen: „Ein Schritt in die richtige Richtung“

„Unsere Bemühungen haben sich gelohnt, das geht in die richtige Richtung“, kommentiert Almbauern-Vorstand Georg Mair den geplanten Aktionsplan Wolf des Freistaats. Laut Plan kann der Wolf in genau definierten Regionen abgeschossen werden.

Gaißach – Vor einigen Jahren waren die Almbauern schon einmal beim damaligen Umweltminister Markus Söder eingeladen, um ihre Sorgen und Nöte wegen des Wolfs zu schildern. Manche von ihnen sind heute noch zornig, wie sie damals abgefertigt wurden.

Georg Mair aus Gaißach,der Vorsitzende des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern, war damals in München zwar auch dabei. Er ist derzeit aber ganz zufrieden, wie der neue Ministerpräsident Markus Söder einen Kabinettsstreit wegen des Wolfs gelöst hat. Künftig sollen Experten des Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums gemeinsam entscheiden, in welchen Regionen im Freistaat reine Präventionsmaßnahmen wie Herdenschutzhunde oder Schutzzäune möglich sind und – das ist entscheidend – wo es nicht möglich ist, in Almregionen nämlich. Dort sollen verhaltensauffälligeWölfe künftig auch geschossen werden dürfen. Genau diesen „differenzierteren Blick“ auf das Wolfs-Problem haben sich die Almbauern immer gewünscht. In Gebieten mit viel Getreidebau oder intensiver Stallviehhaltung seien Präventionsmaßnahmen vielleicht ausreichend. „Bei uns geht das nicht. Wir haben immer Weideschutzgebiete gefordert.“ Es sei gut, dass solche Schutzzonen nun von Umwelt- und Landwirtschaftsexperten gemeinsam begutachtet und festgelegt werden.

Ist der Aktionsplan Wolf ein reines Wahlkampfmanöver, wie die SPD-Landtagsopposition meint? Entscheidend sei, sagt Mair vorsichtig, wie das alles in der Praxis umgesetzt werde. Die leise Skepsis des obersten Almbauern Oberbayerns nährt sich auch aus den Erfahrungen mit den bisherigen Handlungsempfehlungen. Die Schutzzäune zum Beispiel glichen mit 1,50 Meter Höhe, fünffachen Elektrozaun und Sicherung gegen Untergraben so massiven Barrieren, „dass sie bei uns kaum genehmigungsfähig wären“, sagt der Gaißacher. Ganz abgesehen vom finanziellen und technischen Aufwand.

Auch die Herdenschutzhunde seien keineswegs einfache Präventionsmaßnahmen. In Südfrankreich habe er selbst gesehen, wie eigens Zäune aufgerichtet werden mussten, um Wanderer vor den äußerst pflichtbewussten und angriffslustigen Hunden zu schützen.

Und er erinnert sich an einen Weideversuch mit Herdenschutzhunden vor einigen Jahren im Mangfallgebiet. Der habe nach einer Woche erfolglos abgebrochen werden müssen, weil die Wanderer die aufgestellten Warnschilder wegen der Herdenschutzhunde schlicht ignorierten.

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