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Ihre erste Eigenproduktion hat die Gaißacherin Anja Ficht l alias Anja Bavaria jetzt veröffentlicht.

“Es duad ma leid“

Musikvideo von Anja Fichtl: Herzschmerz auf Bairisch

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Ruhig, bairisch, melodiös: Die Gaißacherin Anja Fichtl hat ihr erstes eigenes Musikvideo herausgebracht.

Gaißach– Dunkelheit, ein Telefon brummt. „Warum bist du so früh gegangen?“, heißt es am anderen Ende der Leitung. „Es duad ma leid“, sagt die Protagonistin. „Ich hab’ meinen Kopf frei kriegen müssen.“

So beginnt das Musikvideo, das die Gaißacherin Anja Fichtl alias Anja Bavaria jetzt veröffentlicht hat. Es ist ihr erstes mit einem von ihr selbst komponierten Song.

„Es duad ma leid“ – so der Titel – handelt von Trennungsschmerz. „Ich habe das Lied nicht für eine spezielle Person geschrieben, aber ich habe mich in meine Lage zurückversetzt, als die Beziehung mit meinem ersten Freund auseinander ging“, sagt die 24-Jährige. Das Lied hat sie schon einige Male bei ihren Konzerten gespielt und dabei festgestellt, „dass vielen so etwas passiert und sie sich einfühlen können“. Deshalb wählte sie diesen Song für ihr erstes Video aus.

Gesungen wird auf Bairisch. „Ich habe es auf Hochdeutsch probiert, aber da klinge ich wie Rammstein – wegen dem gerollten R“, sagt sie scherzhaft. Auch mit englischen Texten habe sie sich nicht so wohl gefühlt. „Bairisch ist einfach das Authentischste“, sagt die Gaißacherin.

Musik ist Bestandteil ihres Lebens, seit sie denken kann. „Mit sechs Jahren habe ich mit Blockflöte begonnen, mit acht mit Klavier. Mit 13 wollte ich cool sein und habe E-Gitarre gespielt“, sagt Fichtl lachend. Bald habe sie aber festgestellt, dass sie „nicht so die Rockstimme“ habe und sich daher auf akustische Gitarre konzentriert.

Von Anfang an schrieb sie auch ihre eigenen Lieder. „Kürzlich habe ich Texte gefunden, die in in der ersten Klasse gedichtet habe. Da ging es beispielsweise um Mädchenpower oder auch Engel“, erzählt sie mit einem Schmunzeln. Immer wieder testete sie, wie das Publikum auf die Eigenkompositionen reagiert, wenn sie beispielsweise in Kneipen auftrat. „Es ist ganz gut angekommen“, stelltz sie fest. Deshalb wagte sie nun den Schritt, ihren ersten eigenen Song als Video zu präsentieren. „Man muss das schon auch aushalten, dass man eventuell einen Shitstorm bekommt.“

Zur Hand ging ihr ein Schulfreund, der Musikproduktion in Berlin studiert. Fichtl fuhr zu ihm und nahm das Lied im Studio auf. Die Band wurde am Computer erschaffen, nur die Gitarre ist eingespielt. „Ich hatte im Nachhinein noch viele Änderungswünsche“, sagt sie lachend.

Mit der Produktion des Musikvideos startete sie im vergangenen September – ihr Freund half ihr mit seiner Filmproduktions-Firma aus. „Ich habe mir gedacht, dass es sich nach einem Herbst- oder Winterlied anhört.“ Die Dreharbeiten unter anderem im Wald im Farchet und am Walchensee waren mit einigen Schwierigkeiten verbunden. So wünschte sich Anja Fichtl, dass es im Video zu schneien anfangen sollte. „Einmal hat es so stark geschneit, dass die Drohne nicht fliegen konnte.“ Dann war es so kalt – minus 18 Grad – dass Fichtl in ihrem luftigen Outfit fror. Den Schnitt des Videos übernahm sie dann selbst. „Das lerne ich in meinem Studium Medien und Kommunikation in Passau.“

Die bisherige Resonanz ist recht gut, sagt Anja Fichtl. Das Lied ist über verschiedene Online-Plattformen erhältlich, das Video kann man auf YouTube sehen. Fichtl will auf jeden Fall mit der Musik weitermachen und eigene Lieder einspielen. „Ich hätte große Lust, ein Album aufzunehmen.“ Weitere Projekte sind in den Startlöchern.

„Es duad ma leid“

ist im Internet auf Amazon, Spotify, Deezer und Napser erhältlich. 

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