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Das Verfahren gegen den Mann wurde gegen Zahlung von 300 Euro eingestellt.

Verfahren gegen Geldstrafe eingestellt

Nebenjob von Rentner entpuppt sich als Geldwäsche

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Weil er sich ein bisschen was dazu verdienen wollte, rutschte ein Rentner aus Gaißach in ein dubioses Geschäft.

Gaißach/Wolfratshausen Ein Rentner wollte sich ein bisschen was dazuverdienen. Eine Nachbarin riet ihm davon ab. Der Mann hörte nicht auf die Frau. Deshalb musste er sich kürzlich wegen leichtfertiger Geldwäsche vor Gericht verantworten. Das Verfahren wurde gegen Zahlung von 300 Euro eingestellt.

Am 14. Juni vorigen Jahres waren auf dem Konto des 57-Jährigen Gaißachers 406,90 Euro eingegangen. Dabei handelte es sich angeblich um den Kaufpreis für einen Staubsauger – der tatsächlich jedoch nicht existierte. Das Geld sollte der Angeklagte nach Abzug eines kleinen Anteils nach Kambodscha weiterüberweisen. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hatte sich der Rentner deshalb strafbar gemacht, auch wenn das Geld an den sogenannten Überweiser längst zurücküberwiesen worden war.

Der Beschuldigte habe einen Job gesucht und sei im Internet auf eine Firma gestoßen, die einen Nebenverdienst angeboten hatte, beleuchtete der Verteidiger des Gaißachers die Hintergründe. „Es hörte sich seriös an“, sagte der Anwalt. Er habe eigentlich iPhones verkaufen sollen, ergänzte der Angeklagte. Die Ware sollte aus Kambodscha kommen. 20 Prozent vom Verkaufspreis hätte er einbehalten können, den Rest per internationalem Geldversand weiterschicken sollen. Verkauft habe er zwar nichts, aber zirka 40 bis 50 Kundenkontakte hergestellt.

Als ein Kunde anfragte, ob Bezahlung per PayPal möglich sei, und sein „Auftraggeber“ dies wegen „schlechter Erfahrungen“ ablehnte, habe er „gewusst: Ich mach da nicht mehr mit“. Erst ein Vierteljahr später gingen auf seinem Konto die 406 Euro ein.

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Die Staatsanwaltschaft bot dem Beschuldigten eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage an. Der Verteidiger fand das nicht Ordnung. „Man kann nicht widerlegen, dass er ausgestiegen ist.“ Und in dem Fall habe sein Mandant sich nicht strafbar gemacht, argumentierte der Rechtsanwalt. In dem Moment, als er den Job annahm, habe er sich bereits strafbar gemacht, belehrte ihn das Gericht.

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Schließlich stimmte der Angeklagte einer Zahlung von 300 Euro an die Lebenshilfe zu. „In Zukunft hören Sie besser auf Ihre Nachbarin. Nicht alles, was im Internet steht, stimmt“, empfahl Richter Helmut abschließend. Die Frau hatte, als sie von dem Nebenjob erfuhr, gewarnt: „Lass die Finger davon.“  

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