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Die Sendeanlage in Gaißach: Anlieger sind besorgt wegen der mö glichen Strahlenbelastung.

Mobilfunk-Mast

Neuer Ärger um Sendeanlage

Die Strahlenbelastung durch den Mobilfunkmasten in Gaißach beschäftigt die Bevölkerung. Dass die Regierung eine Nachmessung der Werte jetzt abgelehnt hat, stößt dem Gemeinderat sauer auf.

Gaißach Es kommt in Gaißach nicht alle Tage vor, dass 16 Zuhörer an einer öffentlichen Gemeinderatssitzung teilnehmen. So geschehen am Dienstag, als es unter anderem wieder einmal um die Strahlenbelastung durch den Gaißacher Mobilfunkmasten des Bayerischen Rundfunks ging.

In der Theorie müsste die Gaißacher Sendeanlage jetzt eine niedrigere Leistung haben, weil der Mobilfunkanbieter E-Plus seine Antenne mit einer Leistung von 90 Watt abgeschaltet hat und die neue Antenne für den BOS-Tetrafunk (Digitalfunk für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, also Polizei, Feuerwehr, THW und Rettungsdienste) mit einer Leistung von 18 Watt auskommt.

Doch in der Gemeinde und insbesondere bei Anliegern ist man misstrauisch, weil der Bayerische Rundfunk als Sendemast-Betreiber und das zuständige Innenministerium seit sechs Monaten nicht auf die Gaißacher Forderung reagiert haben, freiwillig auf weitere Sendeanlagen und Antennen zu verzichten und auch die Gesamt-Sendeleistung nicht weiter zu erhöhen.

Für Ärger und Wut sorgte im Dorf jetzt auch die Vorgehensweise der (in dieser Sache tätigen) Regierung von Oberfranken, die den Gaißacher Wunsch abgelehnt hat, eine Nachmessung der elektromagnetischen Felder am Gaißacher Sendemasten in ein dafür eingerichtetes staatliches Förderprogramm mit aufzunehmen. Die Behörde hat das abgelehnt – allein mit Hinweis darauf, dass im Fall von Gaißach jetzt von einer „deutlichen Senkung der Strahlenbelastung auszugehen ist“. Dem entgegnete Bürgermeister Stefan Fadinger: „Das basiert rein auf einer Beurteilung nach Aktenlage und ist nicht beweiskräftig.“

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„Seriös ist anders, das ist eine Frechheit“, empörte sich Gemeinderätin Susanne Merk, zumal Anlieger Andreas Dachs davon berichtete, dass im Winter nicht nur eine, sondern gleich drei neue Antennen auf den 51 Meter hohen Mast montiert worden seien. Denn Fakt ist, dass der Bayerische Rundfunk auf seiner Sendeanlage tun und lassen kann, was er will, und dass die Gemeinde keine rechtlichen Einwirkungsmöglichkeiten hat.

Umso wichtiger ist es für Bürgermeister Fadinger, dass die Politik „ihre Versprechen von Bürger-Dialog und Transparenz“ einhält.“ „Ich kann die Ablehnung einer Nachmessung nicht nachvollziehen“, ärgerte sich der Bürgermeister. Das besagte Versprechen der Politik werde dadurch „konterkariert“. Und er vermutet deshalb, dass hier etwas „vertuscht“ werden solle. Susanne Merk resümierte: „Die Politik lässt uns wieder mal im Stich.“

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Wie Stefan Fadinger versicherte, will die Gemeinde die Gesundheit und das Wohlergehen der Bevölkerung schützen und verhindern, dass die Anlieger immer höheren Strahlenemissionen ausgesetzt werden. Gemeinderat Franz Rest verwahrte sich deshalb auch gegen eine Unterstellung von Anliegerseite, dass sich die Gemeinde zu wenig für sie einsetze: „Wir haben leider keine rechtliche Handhabe dafür, es fehlt nicht an unserem guten Willen, sondern am Werkzeug.“

Einstimmig beschloss der Gemeinderat, gegen den Bescheid der Regierung von Oberfranken Widerspruch einzulegen. (Rainer Bannier)

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