Die Hände hoch: Silbermedaillengewinner Yasin Ehliz und Moderator Toni Kell animieren das Publikum zur La Ola.

Party vor dem Rathaus

Gaißacher empfangen ihre Olympia-Helden: „Ihr habt unsere Herzen erobert“

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Die Gaißacher wissen, wie man feiert. Das zeigte sich einmal mehr, als sie nun ihren drei Olympia-Helden Lucas Bögl, Yasin Ehliz und Leo Pföderl vor dem Rathaus feierten.

Gaißach – Rechts und links der Straße zwischen Bahnhof und Rathaus standen vor allem viele Kinder mit ihren brennenden Fackeln Spalier, als die drei Sportler hinter der Gaißacher Fahne Richtung Rathaus zogen. Dort wartete schon das halbe Dorf auf Langläufer Lucas Bögl und die beiden Eishockey-Silbermedaillengewinner Yasin Ehliz und Leo Pföderl. „Begrüßt die Aushängeschilder unseres Dorfs mit einem großen Applaus“, forderte Bürgermeister Stefan Fadinger. Er erinnerte daran, dass der letzte Empfang eines Gaißacher Olympioniken 30 Jahre zurückliegt. Damals kehrte Rennrodlerin Vroni Bilgeri aus Calgary zurück, wo sie eine Medaille als Vierte knapp verpasst hatte.

Fadinger gratulierte Bögl zu seinem „hervorragenden 15. Platz“. Die Leistung der Eishockey-Natonialmannschaft habe ihn begeistert, so der Bürgermeisterweiter. „Ihr habt die Herzen der Sportfans im Nu erobert.“ Für alle drei gelte: „Wir sind stolz auf Euch.“ Für Bögl – er trug einen SC-Gaißach-Schal um den Hals – gab es das Gemeindewappen und eine Jubiläumsmedaille. Ehliz und Pföderl – beide hatten ihre Silbermedaillen um den Hals – durften sich zudem über Zeichnungen des Reichersbeurer Karikaturisten Hans Reiser freuen. Sie revanchierten sich bei Fadinger, der am Mittwoch Geburtstag hatte, und überreichten Trikots des Nationalteams.

Die Interviews mit den Olympia-Helden übernahm dann Schnabler-Rennen-Moderator Toni Kell. Er sei zufrieden mit seinen Platzierungen, sagte Bögl (27), kündigte aber an: „In vier Jahren komm’ ich vielleicht auch mit einer Medaille zurück.“ Ob in Südkorea denn auch beim Schafkopfen was zusammengegangen wäre, wollte Kell wissen. „Das war saublöd“, antwortete der Holzkirchner, der für den Gaißacher Skiclub startet. Aber die Skispringer, die die meisten anderen Schafkopfer stellen, hätten immer so spät Wettkampf gehabt, dass nichts zusammengegangen sei. Wie sehr sich Bögl über den Empfang freute, machte er am Schluss deutlich: „Olympia war echt schön. Aber wenn man heim kommt und hier sowas hat, dann bleibt man fast lieber daheim.“

Pföderl (24) wurde von Kell vor allem für sein Tor im entscheidenden Vorrundenspiel gegen die Schweiz gelobt. „Das war der Knackpunkt, der alles andere möglich gemacht hat – deshalb hab’ ich mir danach gleich Urlaub genommen“, kommentierte Pföderl die Tatsache, dass er ab dem Viertelfinale nicht mehr zum Einsatz gekommen war.

Empfang für die Gaißacher Olympia-Helden: Bilder

Vielleicht immer noch nicht ganz realisiert hat Ehliz (25), was er und sein Team in Pyeongchang geleistet haben. „Es war eine tolle Erfahrung, die ich noch gar nicht richtig verarbeiten konnte. Es war unglaublich.“ Er sei ja in den letzten Spielen recht präsent gewesen, lobte Kell. „Ich hatte eine Top-Reihe mit überragenden Spielern. Ich bin einfach nur mitgelaufen“, antwortete Ehliz.

Neben dem Ständchen von Sepp Kloiber (wir berichteten) sorgte die Gaißacher Musikkapelle für die Umrahmung. Der Skiclub kümmerte sich um die Bewirtung, damit auf dem Rathausvorplatz noch lange weitergefeiert werden konnte. Angesichts der großartigen Stimmung kommentierte Landrat Josef Niedermaier – selbst Langläufer und Eishockeyfan: „Das sportliche Flair hier ist der helle Wahnsinn.“

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