Kirche im Schnee
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Die Pfarrkirche St. Michael in Gaißach: Dort findet am 23. Januar um 19 Uhr ein Einführungsgottesdienst statt.

Joachim Baumann und Quirin Strobl die neuen Leiter

Pfarrverband Gaißach-Reichersbeuern bleibt selbstständig

Ab 23. Januar gibt es wieder einen eigenständigen Pfarrverband Gaißach-Reichersbeuern. Er untersteht damit nicht mehr dem Dietramszeller Pfarrverbandsleiter und Dekan Thomas Neuberger. Joachim Baumann wird Pfarrverbandsbeauftragter, Ruhestandspriester Quirin Strobl wird priesterlicher Leiter.

Gaißach – Die Wahrnehmung von dem, was sich in den vergangenen Wochen in den Pfarrgemeinden Gaißach und Reichersbeuern getan hat, ist weit gefächert. An den Aufstand der „aufmüpfigen Gallier gegen die übermächtigen Römer“ in Asterix und Obelix fühlen sich manche mit einem Schmunzeln erinnert. Die anderen wollen alle Diskussionen hinter sich lassen und sprechen nüchtern von „intensiven Gesprächen“, die zu einer guten, gemeinsamen Lösung geführt hätten.

Neues Leitungsmodell gilt erst einmal drei Jahre

Und die sieht so aus: Die Pfarrgemeinden Gaißach, Reichersbeuern mit Filialkirche Greiling unterstehen mit ihrem Pfarrverband nicht mehr dem Pfarrverband Dietramszell und Dekan Neuberger. Ab 23. Januar wird Diakon Joachim Baumann Pfarrverbandsbeauftragter und Leiter des Pfarrverbands. Priesterlicher Leiter wird nach Auskunft der Pressestelle des Ordinariats der Priester im Ruhestand Quirin Strobl. Das Modell gilt vorerst für drei Jahre.

Strobl war bisher, so Ordinariatssprecherin Gudrun Lux in Lenggries als Urlaubsvertretung eingesetzt. Er werde das auch weiterhin nebenbei leisten. Um den Lenggrieser Pfarrer Josef Kraller zu unterstützen, sei indes eine halbe pastorale Mitarbeiterstelle in der Ausschreibung. Zudem sei man auf der Suche nach einem Priester, der im regulären Zelebrationsdienst als priesterlicher Mitarbeiter in Lenggries tätig werde. Diese Suche sei, so Lux, noch nicht abgeschlossen.

Zurück nach Gaißach, Reichersbeuern und Greiling, wo man mit dem neuen Leitungsmodell mehr als zufrieden ist. Kirche sei schon länger in einem Umgestaltungsprozess, sagt Baumann. Mit dem früheren Pfarrer Scheiel habe man das schon lange in den Blick genommen und mit der Suche nach Wortgottesdienstleitern sowie „Charismen und Talenten“, die sich in verschiedenen Pastoralfeldern einbringen können, Vorarbeit geleistet. Als Kirchenbasis dann auch gehört zu werden, hält der 54-Jährige für die logische Folge. Dekan Thomas Neuberger wollte auf Nachfrage keine Stellungnahme abgeben.

Strobl reizt die neue Aufgabe

Den neuen priesterlichen Leiter des Pfarrverbands, Quirin Strobl, reizt die Aufgabe. „Ich habe so eine Konstellation noch nicht mitgemacht.“ Joachim Baumann kenne er noch vom Pastoralkurs her. „Das kann gut funktionieren.“ Spannend findet er auch, dass er miterleben dürfe, was in der Gemeinde von Ludwig Scheiel an Vorarbeit bei Wortgottesdiensten und Laienarbeit geleistet worden sei. Auch fühlt sich der 69-Jährige derzeit „gesundheitlich fit“. Er wolle den Gaißachern und Reichersbeurern also gerne helfen. Die Mentalität der Leute kenne er ja. Von 2009 bis 2012 wirkte Strobl als Kaplan in Bad Tölz.

„Freue mich“: Priesterlicher Leiter Quirin Strobl

„Dietramszell ist uns einfach zu weit weg gewesen“, erklärt der Gaißacher Pfarrgemeinderatsvorsitzende Franz Wieser, warum man das Gespräch mit den kirchlichen Leitungsgremien gesucht habe. Es sei darum gegangen, die Selbstständigkeit zu verlieren oder sie zu behalten. Man habe die Variante mit Pfarrbeauftragtem und priesterlichem Leiter gewählt. „Jetzt geht die Arbeit los.“

Ansprechpartner vor Ort sind wichtig

Da pflichtet ihm Barbara Landler, die Pfarrgemeinderatsvorsitzende von Reichersbeuern-Greiling, bei. Auch sie begrüßt die nach einem „intensiven Prozess“ gefundene Lösung und freut sich auf die Zusammenarbeit mit Strobl und Baumann. Ansprechpartner vor Ort zu haben, „die die Leute kennen und die sie kennen“, ist für sie ein Bestandteil der Kirche von morgen. „Denn sie lebt von der Beziehung und selbstständigem Glaubensleben“.

Zu dem, was noch neu im Pfarrverband ist, gehören auch drei indonesische Patres, die im Gaißacher Pfarrhaus eingezogen sind und dort, so Gudrun Lux, „ein kleines Kloster“ bilden. Es handelt sich um „Familienmissionare“, die weltweit tätig sind. P. Bimo ist in Dietramszell tätig, P. Adrianus ist in Egling im pastoralen Dienst, P. Bernardus kam erst im November nach Gaißach.

Am kommenden Samstag, 23. Januar, werden in einem Gottesdienst um 19 Uhr Quirin Strobl und Joachim Baumann in der Gaißacher Pfarrkirche in ihre neuen Funktionen eingesetzt. Anwesend werden auch Dekan Thomas Neuberger und Matthias Friedl, Regionalreferent von Weihbischof Wolfgang Bischof sein. Am Sonntag, 24. Januar, um 10 Uhr folgt ein Einführungsgottesdienst in Reichersbeuern. Von Christoph Schnitzer

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