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Machen gemeinsame Sache: Christoph Schramm (li.), Geschäftsführer von Franco Fresco, und Abdullah Ehliz, Inhaber von ELA Fördertechnik. 

Großauftrag für ELA Fördertechnik

Pizza aus Geretsried: Gaißacher backen bei „Gustavo Gusto“ mit

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An der Erfolgsgeschichte der Marke „Gustavo Gusto“ schreibt jetzt auch die Gaißacher Firma ELA Fördertechnik mit. Sie sorgt dafür, dass bald dreimal so viele Pizzen wie bisher vom Band rollen können. 

Gaißach/Geretsried– Mit der Tiefkühlpizza-Marke „Gustavo Gusto“ startete die Geretsrieder Firma Franco Fresco eine echte Erfolgsgeschichte. An der schreibt nun auch Gaißach mit. Dem an der dortigen Mosersäge ansässigen Unternehmen ELA Fördertechnik kommt nämlich eine tragende Rolle beim Ausbau der Produktionskapazitäten am neuen Franco-Fresco-Standort zu. Beide Firmen stemmen zusammen ein millionenschweres Großprojekt, das es ermöglicht, dass ab Frühjahr 2019 dreimal so viele Pizzen wie bisher übers Fließband rollen.

Während die „Gustavo Gusto“-Pizzen vielen Verbrauchern aus dem Supermarkt vertraut sind, handelt es sich bei ELA eher um einen „Hidden Champion“, also ein Unternehmen, das zwar guten Umsatz macht, aber von der breiten Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird.

Seit 20 Jahren ist ELA in Gaißach ansässig und, wie Inhaber Abdullah Ehliz (56) sagt, „einer der größten Gewerbesteuerzahler der Gemeinde“. ELA ist auf Transport- und Förderanlagentechnik spezialisiert. „Unsere Kunden kommen zu 80 bis 90 Prozent aus der Fleischindustrie“, sagt Ehliz. Produziert wird größtenteils in Tschechien und in der Türkei. In der Firmenzentrale in Gaißach sind zwölf Mitarbeiter beschäftigt, die sich um Planung, Projektierung, Software-Entwicklung und die Fertigung spezieller Komponenten kümmern, etwa von Schaltschränken. In Tschechien sind 95, in der Türkei 15 Angestellte für ELA im Einsatz. Ehliz betont dabei, dass es sich um ein inhabergeführtes Familienunternehmen handle. „Im Gaißacher Mitarbeiterstamm finden sie siebenmal den Namen Ehliz“, sagt er lachend.

Gut lachen hat er nun auch aus Freude über „ein Großprojekt in dieser Dimension quasi vor unserer Haustür“. ELA arbeitet sonst europaweit und sogar in den USA und Kanada. Diesmal aber ist der Kunde gerade einmal 20 Kilometer entfernt. In Geretsried hat Franco Fresco heuer einen neuen Firmensitz an der Böhmerwaldstraße bezogen. Auf dem ehemaligen Betriebsgelände des insolventen Wurstwaren-Herstellers Sieber sind aktuell rund 160 Beschäftigte im Einsatz. Mit den handgeformten Pizzen, die nach Herstellerangaben schmecken „wie frisch vom Italiener“, wollen tausende Edeka- und Rewe-Filialen versorgt werden. Die Produktion muss schleunigst hochgefahren werden – auf 150 000 Stück pro Tag.

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Möglich wird das mit einer Logistikanlage aus dem Haus ELA. Darüber läuft der vollautomatische Transport der Produkte in das neue Hochregallager mit einer Kapazität für 1,2 Millionen Pizzen oder 1000 Paletten, wie Ehliz erklärt. Sein Betrieb baut, liefert und montiert dafür nicht nur die nötige Fördertechnik aus rostfreiem Edelstahl und übernimmt die Wartung, sondern liefert auch das gesamte „Warehouse-Management“, eine Softwarelösung, mit der sich regeln lässt, dass „eine Pizza höchstens 48 Stunden im Lager bleibt“, so Ehliz. Palettieranlagen sorgen für einen schnellen Verladevorgang auf den Lkw.

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Zwölf Millionen Euro investiert Franco Fresco am neuen Geretsrieder Firmensitz. Was davon auf ELA entfällt, möchte Ehliz nicht öffentlich machen – aber es ist ein Betrag, der ihn von einem „Großauftrag“ sprechen lässt. Dazu kommt die besondere technische Herausforderung, dass die Maschinen bei extremer Kälte funktionieren müssen.

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Die Anlage wird laut dem ELA-Chef derzeit in Tschechien gebaut und soll Ende Dezember angeliefert werden. „Am 2. Januar 2019 beginnt die Montage.“ Danach werde die Lagerhalle heruntergekühlt – täglich um ein bis zwei Grad auf schließlich 22 Grad unter null. Sei dann die Technik nachjustiert und an die extremen äußeren Bedingungen angepasst, kann laut Ehliz der Vollbetrieb Ende Februar, Anfang März beginnen.

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