Gericht

Pöbler provoziert Prügel

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Seinen ersten Besuch im Wolfratshauser Turm wird ein 24-jähriger Gaißacher in Erinnerung behalten: Der Faustschlag eines 21-jährigen Geretsrieders brach ihm den Augenhöhlenboden. Während der Operation sehr nah am Sehnerv bestand für den Gaißacher die Gefahr zu erblinden. Trotzdem musste sich der Geschädigte nun selbst vor Richter verantworten.

Gaißach/Wolfratshausen– Er soll zwei Diskobesucher geohrfeigt und den Geretsrieder, bevor dieser zuschlug, als Hurensohn beleidigt haben. Die Aufarbeitung des Vorfalls, der sich am 2. April vorigen Jahres ereignet hat, gestaltete sich allerdings schwierig. „Ich würde gerne helfen, die Sache aufzuklären“, sagte der Angeklagte, seine Erinnerung wies jedoch große „alkoholbedingte Lücken“ auf. „Ich stand in der Schlange am Eingang“, so der Gaißacher. „Das Nächste, woran ich mich erinnere ist, dass ich im Krankenhaus aufgewacht bin.“ Ob der Gedächtnisverlust vom Faustschlag ins Gesicht, vom Alkohol oder einer Kombination aus beidem herrührte, könne er nicht sagen. Alles Weitere habe er dem Urteil gegen den Geretsrieder entnommen, der nach Jugendstrafrecht zu einem Freizeitarrest verurteilt worden war.

Mehrere Besucher bestätigten, dass der 24-Jährige an jenem Abend ziemlich betrunken war (ein späterer Alkoholtest ergab einen Wert von rund 2,5 Promille) und andere Gästen mit andauernden Pöbeleien nervte. „Er hat sich recht aufgeführt“, sagte ein an den Streitereien unbeteiligter Bairawieser (19). „Es war nur eine Frage der Zeit, bis er an den Falschen gerät.“

Der kam in Gestalt des Geretsrieders, der zunächst nur eine Rangelei zwischen einem Freund und dem Angeklagten schlichten wollte, dabei aber einen Schlag gegen die Lippe abbekam. Später in der Garage gab es ein erneutes Zusammentreffen. Der Gaißacher „hat einem Freund eine gewischt, ich wollte ihn zur Rede stellen“, so der Geretsrieder. „Er sagte ein paar Mal Hurensohn. Ich hab ihm dann eine reingehauen.“

„Das ist schlimm, was ihr da manchmal macht“, sagte Richter Helmut Berger. Die beiden Kontrahenten reichten sich im Gerichtssaal versöhnlich die Hände. Die Verfahrensbeteiligten einigten sich darauf, das Verfahren gegen eine Zahlung von 1500 Euro an die Kinder-Krebsforschung einzustellen.

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