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Die BDM-Strategie der Milchmengen-Reduzierung habe erste Erfolge gezeigt, erklärte Bundesvorsitzender Romuald Schaber (re.) bei einer Regionalkonferenz im „Jägerwirt“.

BDM-Regionalversammlung

Milchmarkt: Positivtrend auf dünnem Eis

Bad Tölz-Wolfratshausen – Menge runter, Preis rauf: Unter diesem Motto versucht der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) bereits seit einiger Zeit, die dramatische Niedrigpreisphase auf dem Milchsektor zu überwinden. Aktuell würden sich erste Erfolge der BDM-Strategie zeigen, stellte Bundesvorsitzender Romuald Schaber jetzt bei der Regionalkonferenz im Gaißacher „Jägerwirt“ fest.

Man habe lange gegen die Blockade von Bundesregierung, Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und Bauernverband ankämpfen müssen. „Erst als der Karren tief genug im Dreck steckte, haben sie sich zu Zugeständnissen herabgelassen.“ Das in Gang gesetzte Modell der Mengenrückführung gegen Entschädigung habe jedoch noch Schwachstellen, die beseitigt werden müssten.

Hervorgegangen sei die Krise aus der Marktliberalisierung und einer fehlgeleiteten Agrarpolitik, die von den Interessen der Ernährungs- und Molkereiindustrie gesteuert worden sei, so Schaber. Die lange Zeit des „Aussitzen-Wollens“ habe die Situation weiter verschärft. Allein in Deutschland sei daraus ein Einkommensverlust von zehn Milliarden Euro entstanden. „Und das bei steigenden Kosten.“

Das von den Gegenseiten angeführte Argument, der Import-Stopp Russlands habe große Tragweite, wollte der BDM nicht in diesem Ausmaß gelten lassen. Anhand von grafischen Darstellungen konnten die Versammlungsteilnehmer nachvollziehen, dass die Milchexporte der EU in den vergangenen drei Jahren um zehn Prozent angestiegen waren – der vormalige Export nach Russland hatte nur etwas mehr als ein Zehntel dieser Steigerungsmenge ausgemacht.

Bis die Politik die über den Bedarf produzierte Milchmenge als wesentlichen Auslöser der Preiskrise und die Notwendigkeit staatlicher Maßnahmen wahrnehmen wollte, habe der BDM mit vielen Gesprächen und Demonstrationen auf die prekäre Situation und die Dringlichkeit des Handelns hingewiesen. Der erste EU-Schritt, in dem man im April 2016 den Molkereien die Möglichkeit einräumte, die Milchmenge mit ihren Lieferanten zu regulieren, sei ins Leere gelaufen, so Schaber. „Keine Molkerei hat da etwas unternommen. Deshalb ist auch die viel zitierte Lösung des Problems innerhalb der Branche nicht möglich.“ Nach dem Start des nun von der EU gestützten, zeitlich befristeten freiwilligen Lieferverzichts gegen Entschädigung habe man die Erfahrung gemacht, dass bereits ein leichter Rückgang der Milchmenge zu Preiserhöhungen geführt habe.

Deutschland hat überdies ein eigenes Hilfsprogramm aufgelegt, das einen Vergleich der Produktionsmenge in den Monaten Februar, März und April 2016 mit demselben Zeitraum im Jahr 2017 vorsieht. „Wessen Menge hier konstant ist, kann einen Ein-Jahres-Bonus von 0,36 Cent in Anspruch nehmen.“

Trotz der inzwischen verbesserten Marktsituation seien die Bauern längst noch nicht aus der Misere. Der Handel habe zwar mittlerweile die Preise angehoben und auch den Molkereien höhere Preise zukommen lassen. „Wichtig ist nun aber, dass die Molkereien die besseren Erlöse auch an die Bauern weitergeben. Da müssen wir dranbleiben.“ Überhaupt, mahnte Schaber seine Berufskollegen, sei die Entwicklung noch „auf sehr dünnem Eis und bei Weitem nicht standfest genug, um gleich wieder aufs Gas zu steigen.“

Rosi Bauer

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