Im Yachthafen von Papeete auf Tahiti: Die „Segeljungs“ Vincent Goymann aus Königsdorf (li.) und Tim Hund aus Gaißach mit ihrem Boot „Arrya“.
+
Im Yachthafen von Papeete auf Tahiti: Die „Segeljungs“ Vincent Goymann aus Königsdorf (li.) und Tim Hund aus Gaißach mit ihrem Boot „Arrya“.

Gaißacher und Königsdorfer auf Weltreise

„Segeljungs“ aus dem Tölzer Land: Quarantäne im Paradies

Seit gut zwei Monaten erkunden Tim Hund und Vincent Goymann mit ihrem Boot Französisch-Polynesien. Sie haben auf ihrer Weltumsegelung hier das Paradies gefunden. Doch ein Coronafall an Bord und ein strenger Lockdown auf Tahiti brachten die Pläne der „Segeljungs“ durcheinander.

Gaißach/Königsdorf – Mitte Juni haben die „Segeljungs“ Tim Hund aus Gaißach und Vincent Goymann aus Königsdorf Nuku Hiva auf Französisch-Polynesien verlassen. Von dort haben sie sich auf zur Erkundung der tropischen Inselwelt gemacht. Das Takaroa-Atoll, Tahiti, Bora Bora, Raiatea, Moorea und das zweitgrößte Atoll der Welt, Rangiroa, standen auf der Liste der Orte, die sie mit ihrem Boot, der „Arrya“, in den vergangenen Wochen angesteuert haben.

Die Unterwasserwelt fasziniert die beiden immer wieder auf Neue

Wie die Weltumsegler bei einem Telefoninterview mit dem Tölzer Kurier berichten, sind sie restlos begeistert: „Der ganze Raum hier toppt alles, was wir bisher gesehen haben“, schwärmt Goymann. Alles sei grün, wunderschön und nur die Küstenbereiche seien, wenn überhaupt, bebaut. „Und es gibt hier so viel Neues für uns zu entdecken, an Land und unter Wasser. Es ist so, wie man sich das Paradies vorstellt, nur mit weniger Palmen.“

Vor allem die Unterwasserwelt erstaune sie immer wieder von Neuem, ergänzt Hund. „Auf Raiatea haben wir ein komplett intaktes Riff gesehen. Da ist nichts abgestorben, anders als an den meisten Orten, an denen wir bisher tauchen waren.“ Es sei schön zu sehen, dass es so etwas noch gibt, sagt Hund.

Ein Ersatzteil muss in Deutschland bestellt werden

Auf ihrer Entdeckungstour durch Französisch-Polynesien wurden die „Segeljungs“ diesmal von einigen Mitseglern begleitet. „Das hat sich nach einem kurzen Aufruf auf Instagram so ergeben. Vor ein paar Wochen waren wir zu viert unterwegs und zuletzt sogar zu fünft“, sagt Tim Hund.

Doch ganz ohne Probleme gelingt auch die Reise durch das Pazifikparadies für die „Segeljungs“ nicht: Auf Rangiroa streikte die Elektrik ihres Motors. „Eigentlich ein altes Problem, das wir bisher immer leicht lösen konnten“, erklärt Hund. Ein fehlerhafter Magnetschalter sei dafür verantwortlich. Aber nun habe sich die Problematik verschärft. „Wir müssen das Teil jetzt in Deutschland bestellen, denn so können wir keine langen Passagen fahren.“

Corona-Quarantäne in einer Bucht

Und auch die Corona-Wirklichkeit hat Hund und Goymann eingeholt. Vor etwas mehr als drei Wochen hatte sich der Gaißacher mit dem Virus infiziert. Wie genau, könne er sich nicht erklären, denn der Kontakt zu anderen Menschen reduzierte sich zuletzt auf ein Minimum. Zur Sicherheit haben sich Hund, Goymann und ihre drei Mitseglerinnen in einer Bucht in Quarantäne begeben. „Wenn man plötzlich mit Corona direkt konfrontiert wird, fängt man schon an, sich Gedanken zu machen“, sagt Goymann. Mittlerweile sei Tim Hund genesen und die anderen vier hätten sich nicht angesteckt.

Sieben-Tage-Inzidenz von knapp über 2800 im Paradies

Doch damit ist das Thema Corona für die Weltenbummler noch nicht erledigt. Seit etwa zwei Wochen gibt es in Französisch-Polynesien einen strengen Lockdown. Mit einer zeitweiligen Sieben-Tage-Inzidenz von knapp über 2800 sind die Infektionszahlen in dem Inselparadies aufgrund der Delta-Variante durch die Decke geschossen. „Wir sitzen jetzt in Papeete auf Tahiti fest und dürfen die Insel vorerst nicht verlassen“, erläutert Hund. In der sonst so belebten Stadt sei fast nichts mehr los, und die Krankenhäuser seien überfüllt. Erst jetzt an diesem Wochenende wurde der Lockdown in Französisch-Polynesien bis zum 20. September verlängert. Wie es dann weitergehe, müsse man sehen.

Es gibt auch schon einen Plan B

Wie es in den kommenden Wochen und Monaten für die „Segeljungs“ weitergeht, steht momentan noch nicht genau fest. „Wir bleiben bis Mitte Oktober auf jeden Fall in Französisch-Polynesien“, so Goymann. Und wenn sich die Corona-Situation in möglichen Anlaufzielen nicht gebessert habe, dann werde man direkt nach Indonesien segeln. „Die haben bislang noch keine Segler abgewiesen. Aber mit 5000 Seemeilen und 32 Tagen wird das unsere längste Passage“, sagt Goymann.

Und falls am Ende alle Stricke reißen, haben die beiden einen Plan B. Die „Segeljungs“ sind sich einig: „Dann machen wir hier eine Bar auf!“ (Arndt Pröhl)

Bad-Tölz-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Bad-Tölz-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Bad Tölz – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare