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Handwerker-Spende: Renate Schlosser (2.v.li.) und Susanne Merk bekamen beim Jahrtag des Handwerkervereins Gaißach im Beisein von Bürgermeister Stefan Fadinger (re.) von Vorstand Florian Arlet (li.) eine Spende von 1500 Euro für die Seniorenhilfe überreicht. Merk versprach: „Die Spende wird unbürokratisch und diskret für Gaißacher Senioren verwendet.“ 

Erste Bilanz

Seniorenhilfe in Gaißach kommt in Fahrt

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Bei manchen Ideen stellt sich im Nachhinein heraus, dass sie einfach überfällig waren. Offensichtlich den richtigen Riecher hatten die Initiatorinnen der „Seniorenhilfe Füreinander“ in Gaißach.

Gaißach –„Wir merken jetzt, wie notwendig diese Initiative war“, sagt Susanne Merk, bei der organisatorisch die Fäden zusammenlaufen. „Bis es so ein Angebot gibt, bleibt der Bedarf oft im Verborgenen.“

Jetzt, etwa ein Jahr, nachdem der Gedanke erstmals aufkam, kann Susanne Merk sagen: „Wir sind zwar noch in den Kinderschuhen, aber auf alle Fälle schon gut beschäftigt.“ Die „Seniorenhilfe Füreinander“ bestehe aktuell aus einem festen Kern von zehn bis zwölf Ehrenamtlichen – vorwiegend Frauen –, die es sich auf die Fahnen geschrieben haben, älteren Mitbürgern in der Gemeinde unter die Arme zu greifen.

Das passiert im Alltag in erster Linie in Form von Fahrdiensten. Einmal in der Wiche bietet die „Seniorenhilfe“ eine Tour zum Einkaufen an. Senioren können an einem der vier Haltepunkte zusteigen, nämlich Kindergarten Obergries, „Zachschuster“ in Untergries, Raiffeisenbank in Mühl und Dorf-Mitte. „Wir haben viele Ortsteile, wo es schwierig ist, mit dem ÖPNV wegzukommen“, sagt Merk. Allgemein lägen die Ortsteile von Gaißach weit verstreut, und nicht selten führe der Weg zur nächsten Bushaltestelle über den Berg. „Wenn man da zu Fuß mit vollen Einkaufstaschen unterwegs ist, ist man auf verlorenem Posten.“

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Wer mit will, sollte sich vorab im Rathaus (Telefon 0 80 41/80 47 10) anmelden, damit die Ehrenamtlichen kalkulieren können. Bislang reichte bei jeder Tour ein Auto. „Aber wir können uns vorstellen, dass die Nachfrage steigt, sobald es richtig schneit – mal abwarten.“ Unter Umständen müssten dann zwei Autos oder auch ein Bus eingesetzt werden. Wohin die Tour geht, das werde unter den Mitfahrern „demokratisch entschieden“, so Merk. Prinzipiell biete sich die Tölzer Flinthöhe an, weil dort auf engem Raum Supermarkt, Discounter, Metzger, Bäcker, Bank und Apotheke zu finden seien. Manchmal werde aber auch das „Kaufland“ vorgezogen.

Daneben führt die „Seniorenhilfe Füreinander“ auch Arztfahrten durch. Da gebe es so einige Fälle, in denen Senioren zu Behandlungen zum Beispiel nach Holzkirchen, Agatharied oder Lenggries müssen, selbst aber nicht mehr Auto fahren beziehungsweise sich nicht mehr trauen – und die Kasse übernimmt die Kosten für ein Taxi nicht immer. Angehörige stehen als Chauffeure auch nicht überall zur Verfügung – weil sie berufstätig sind oder aus anderen Gründen. „Wir fragen dazu nicht nach, sondern akzeptieren die Situation, wie sie ist“, sagt Susanne Merk. „Es ist uns wichtig, Diskretion zu wahren.“ Soweit es den betroffenen Senioren möglich ist, wird von ihnen für längere Fahrten ein Spritgeld in Höhe von etwa zehn Euro erhoben.

Golfplatz-Pläne in Wackersberg auf der Kippe

Neben den Fahrdiensten bieten die Freiwilligen der „Seniorenhilfe“ auch mal Rat und Hilfe zu bürokratischen Formalitäten oder Behördengängen an, nennen Ansprechpartner für Hilfsangebote oder geben Tipps, welche Leistungen man wie beantragen kann. Für den Januar ist laut Merk ein Treffen bei Kaffee und Kuchen oder ein Frühstück geplant. Dann werde auch Christiane Bäumler zu Gast sein, die im Landratsamt für die Seniorenhilfe zuständig ist, und zum Beispiel den Seniorenkompass oder die Vorsorgemappe vorstellen.

Hoch erfreut ist Susanne Merk über das „fantastische Team“, das sich in die Seniorenhilfe einbringt, darunter Renate Schlosser, Andrea Leichmann und Marianne Oswald, die sich bei den Einkaufsfahrten abwechseln, genauso aber alle anderen, die oft kurzfristig zur Verfügung stehen. Darüber hinaus gebe es eine enge Zusammenarbeit mit den beiden Pfarrsekretärinnen und der Gemeindeverwaltung. Besonders freut sich Susanne Merk, dass „Bürgermeister Stefan Fadinger uns von Anfang an unterstützt hat und sich auch mit Ideen und seiner Sichtweise einbringt“.

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