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Mitmach-Konzerte in Kinderkliniken: Hinter der „Tour des Lächelns“ steckt ein Verein aus Baden-Württemberg, der heuer 36 Einrichtungen besuchte und 1800 Kinder erreichte.

Herzerwärmendes Musikprojekt

So verzaubert eine Gaißacherin kranke und behinderte Kinder in ganz Bayern

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Marina Bauer (20) aus Gaißach spielte bayernweit Konzerte für Kinder mit schweren Krankheiten und Schicksalen. 

Gaißach– Schwere Koffer schleppen, die Anlage auf- und abbauen, jeden Tag Soundcheck und Busfahren: Marina Bauer weiß jetzt ungefähr, wie anstrengend ein Rocker-Leben sein kann. München, Irschenberg, Rosenheim, Landshut, Deggendorf, Zwiesel, Straubing, Bamberg: Dort und in drei weiteren bayerischen Orten spielte sie ihre Westerngitarre – innerhalb von nur einer Woche.

Marina Bauer, 20 Jahre alt und aus Gaißach, war mit sechs anderen Musikern auf Tour – genau gesagt auf der „Tour des Lächelns“. Der Name erklärt sich aus der Zusammensetzung des Publikums: drei- bis neunjährige Kinder mit Behinderungen, schweren Krankheiten und Schicksalen, denen – wenn auch nur für eine gute Stunde – ein Lächeln geschenkt wurde. „Bei manchen, die im Rollstuhl saßen oder beatmet wurden, dachten wir, sie kriegen kaum was vom Konzert mit“, erzählt Marina Bauer. „Aber das war überhaupt nicht so.“

Will Musiktherapeutin werden: Die Gaißacherin Marina Bauer.

Hinter der Aktion steckt der Verein „Musik schenkt Lächeln“ aus der Gemeinde Freudenstadt in Baden-Württemberg. Seit vier Jahren klappert er mit wechselnden Musikern Kinderkliniken-, hospize und -gärten ab. Heuer sogar einen Monat lang. Die Tour stoppte an 36 Einrichtungen in ganz Süddeutschland und erreichte so über 1800 Kinder.

Guter Tausch: Ein paar Vorlesungen gegen die „Tour des Lächelns“

Marina Bauer musste für die eine Woche, in der sie dabei war, ein paar Vorlesungen sausen lassen. Sie studiert Soziale Arbeit im dritten Semester in Würzburg. Im Studentenchor lernte sie einen Schlagzeuger kennen, der sie für die „Tour des Lächelns“ gewinnen wollte. Eine perfekte Gelegenheit für Marina Bauer – schließlich will sie nach ihrem Studium Musiktherapeutin werden. „Es geht dabei nicht um perfekte Kompositionen, sondern um Sachen, die jeder kann“, sagt sie. „Musik kann Kindern dabei helfen, besser mit ihrer Krankheit umzugehen und mehr Spaß im Alltag zu haben.“

Spaß hatte die Gaißacherin selbst, besonders bei den Songs „Anne Kaffeekanne“ oder „Nessaja“ aus der Sendung „Tabaluga“. Die Band spielte ausschließlich Kinderlieder – besser gesagt, sie heizten ihre jungen Fans so richtig an. So durften die Kinder, die dazu in der Lage waren, das „Fliegerlied“ tanzen oder bei „Eine Insel mit zwei Bergen“ einen langen Zug bilden.

Besonders rührend war laut Marina Bauer das Konzert in einem Behindertenheim im niederbayerischen Zwiesel: „Dort haben die Betreuer auch noch die älteren Bewohner gebracht. Und dann hatten alle zusammen total viel Spaß.“ Auch weil sich die 20-Jährige perfekt verkleidet in die Rolle von „Pippi Langstrumpf“ warf. Noch beliebter war nur noch der kostümierte Auftritt von „Eiskönigin Elsa“.

Für Marina Bauer steht nächstes Jahr ein Praxissemester an. Aber 2019 würde sie gerne wieder Lächeln in Serie verteilen.

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