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Was passiert, wenn der Wolf sich ansiedelt? Die Almbauern fürchten um ihre Tiere.

Wolf verunsichert Almbauern weiter

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Etwa 300 Bauern aus Südtirol, Österreich und ganz Bayern demonstrierten am vergangenen Montag in München für einen besseren Schutz von Weidetieren vor Wölfen. Mit dabei war auch eine Vertretung vom Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern (AVO).

Gaißach/München– AVO-Vorsitzender Georg Mair aus Gaißach im Gespräch über die Demonstration in München am Montag und die derzeitige Situation im Landkreis.

Herr Mair, am Montag gingen mehrere Hundert Bauern für einen besseren Schutz vor dem Wolf auf die Straße. Waren Sie dabei?

Ich selber leider nicht, weil es eine Terminüberschneidung gab. Aber es war eine Vertretung vom AVO drin.

Wie ist die momentane Stimmung unter den Almbauern?

Ziemlich aufgeladen. Vor allem in Südtirol ist die Lage hitzig. Dort gibt es viele Schäden durch den Wolf. Im Berggebiet ist der Herdenschutz nicht möglich.

Machen Veranstaltungen wie die Demonstration in München in Ihren Augen Sinn?

Das bringt schon was. Die Leute sind viel zu einseitig informiert. Sie hören nur immer über den Schutzstatus des Wolfs und denken, dass es eine Ansiedlung braucht. Aber das ist nicht so. Almwirtschaft und der Wolf passen nicht zusammen. Der Wolf ist nur eine Art, die viele andere Arten verdrängen würde.

Wie ist die derzeitige Lage im Landkreis? Vermuten Sie einen Wolf in der Nähe?

Konkret gibt es keine Hinweise auf einen Wolf im Landkreis. Es gibt allerdings schon immer wieder Risse in der Region, aber es ist schwierig, DNA nachzuweisen. Dann gibt es wieder seltsame Ereignisse: In Brannenburg (Landkreis Rosenheim, die Red.) ist vor drei Wochen eine Herde Rinder in panischer Angst ausgerissen. Elf Tiere sind abgestürzt und gestorben. Das war schon sehr mysteriös, was sie dazu gebracht hat. Aber als vor sieben Jahren ein Wolf im Mangfallgebirge umging, hat es ähnliche Vorkommnisse gegeben. In dieser Zeit waren die Abstürze von Rindern um ein Fünffaches höher als sonst. Das ist der Grund, warum wir Almbauern so beunruhigt sind.

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