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Die Einbrecher wurden zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt.

Einbruch geklärt

Gaißacher Panzerknacker sitzen im Kittchen

Die Panzerknacker von Gaißach sind vom Landgericht Augsburg zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Die Täter hatten aus dem  Gaißacher Edeka einen 300 Kilo schweren Tresor mitgehen lassen.

Gaißach/Augsburg – Es war ein gewichtiger Fund, den die Polizei im Dezember 2015 am Lechkanal bei Gersthofen nahe Augsburg machte. In einem Gebüsch entdeckten die Beamten unter anderem einen 300 Kilogramm schweren Standtresor. Der stammte, wie die Ermittlungen ergaben, von einem Einbruch Tage zuvor in einem Gaißacher Edeka-Markt. Wie erst jetzt bekannt wurde, wurden zwei Täter inzwischen ermittelt und festgenommen. Der Bundesgerichtshof hat erst vor Kurzem die langjährigen Haftstrafen gegen die beiden Serben bestätigt.

Die Vorgeschichte: Der zum Prozessende 35-jährige Hauptangeklagte und sein 42-jähriger Kumpan hatten vor zwei Jahren in der Nacht zum 3. Dezember an der Rückseite des Gaißacher Edeka-Marktes ein Fenster aufgehebelt und waren so ins Innere vorgedrungen. Die bestens vorbereiteten Täter transportierten den Tresor über den Lieferantenausgang nach draußen und verschwanden. Im Geldschrank befanden sich die Tageseinnahmen mehrerer Tage. Es handelte sich um einen niedrigen fünfstelligen Betrag. Die Kripo Weilheim sprach damals von der Tat einer Bande.

Tage später beobachtete ein Mann beim Frühsport am Lechkanal in Gersthofen Merkwürdiges: Er sah wie zwei Männer auf einem nahe gelegenen Parkplatz Papier verbrannten und eine Mülltüte ins Wasser warfen. Er informierte die Polizei. Die Männer waren weg, aber die Beamten fanden den geöffneten Geldschrank und bei einem Tauchgang im Lech auch eine Mülltüte mit Gegenständen aus dem Gaißacher Raubzug. Noch wichtiger war, dass an einer weiteren ganz ähnlichen Tüte ein Fingerabdruck sichergestellt und schließlich einem der Täter zugeordnet werden konnte. Ein Schuhabdruck passte außerdem exakt zum Sportschuh des später festgenommenen zweiten Angeklagten.

Ein Zeuge aus dem Milieu gab der Polizei schließlich den Tipp, dass einer der beiden Männer mit großen Mengen von Zigaretten handelte und seinen Lebensunterhalt aus Einbruchsdiebstählen bestreite. Die Zigaretten stammten aus drei Tankstelleneinbrüchen in Augsburg und Friesenried. In letzterem Fall konnte zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass einer der zwei Täter in der Einbruchsnacht in Friesenried gewesen war.

Die vielen Indizien führten schließlich zur Verurteilung vor dem Landgericht Augsburg. Der 35-jährige Haupttäter wurde zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt, sein 42-jähriger Kompagnon zu 2 Jahren und vier Monaten. Beide Angeklagten hatten die Taten stets bestritten und legten Revision ein. Diese hat der Bundesgerichtshof vor Kurzem verworfen. Damit ist das Urteil rechtskräftig. Was aus der Beute geworden ist, war gestern nicht zu erfahren.

Von Christoph Schnitzer
und Maximilian Czysz

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