Im Gedenken an die toten Kameraden

Lenggries - Begleitet von zahlreichen Fahnenabordnungen wurde am Sonntag das sanierte Denkmal an der ehemaligen Prinz-Heinrich-Kaserne eingeweiht. Die Segnung übernahm Dekan Ludwig Scheiel.

Das Wetter hatte den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die geplante Feldmesse am Gedenkstein, der direkt neben dem Haupttor steht, musste in die alte Kasernen-Turnhalle verlegt werden. Die an zwei Wänden aufgereihten festlichen Fahnenabordnungen nahmen dem nur von provisorischen Strahlern erhellten Gebäude ein wenig von seiner Düsternis.

Bevor Dekan Ludwig Scheiel den von der Lenggrieser Blaskapelle mitgestalteten Gottesdienst feierte, übernahm Wolfgang Morlang die Begrüßung. Der Vorsitzende der Gebirgsjägerkameradschaft Isarwinkel ging auf die Geschichte des Denkmals ein, das an die gefallenen Soldaten des II. Gebirgsjägerregiments 98 erinnert, das von 1936 bis 1939 in Lenggries stationiert war. 1980 war der ursprüngliche Gedenkstein aufgestellt worden. „Als er 2007 geschändet wurde, haben wir angefangen, Spenden für die Sanierung zu sammeln“, berichtete Morlang. Heute sei nun endlich der Tag gekommen, „auf den wir vier Jahre hingearbeitet haben“.

Doch warum brauche es dieses Denkmal überhaupt?, fragte der Vorsitzende und antwortete mit einem Zitat des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle: „Den Charakter eines Volkes erkennt man daran, wie es nach einem verlorenen Krieg mit seinen Soldaten umgeht.“ Es sei wichtig, den Vermissten und Gefallenen, die im Glauben ausgerückt sind, die Heimat sei in Gefahr, ein ehrendes Andenken zu bewahren - ohne dabei zu vergessen, „dass die damals Herrschenden große Schande auf den deutschen Namen geladen haben“.

Aber auch allen anderen Opfern von Krieg, Terror und Gewalt sei das Denkmal gewidmet. Und es soll mahnen, dass der seit 66 Jahren herrschende Friede „gepflegt und erhalten werden muss, und das die weitere Aussöhnung mit den ehemaligen Gegnern wichtig ist“, so Morlang.

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