Feuerwerk in Wackersberg: Der Gemeinderat will die Menschen zu Silvester um mehr Rücksicht auf Gebäude bitten. Eine Satzung zum Ausschluss bestimmter Ortsteile vom Böllern fand keine Mehrheit. Foto: tk

Gefährliches Silvester-Feuerwerk: Statt Verordnung Appell an die Vernunft

Wackersberg - Noch glühende Raketen, die im Holz einer Tenne steckenbleiben - Feuerwerk in Wackersberg kann gefährlich sein. Der Gemeinderat musste entscheiden, wie er diesbezüglich handeln will.

Der Jahreswechsel beschäftigte den Wackersberger Gemeinderat - ganz ohne Champagnerstimmung: Wie sind die Feuerwerker in Wackersberg-Dorf in den Griff zu kriegen, die ihre Raketen zwischen den eng stehenden Häusern abfeuern?

„Vergangenes Jahr hat ein Bauer aus seiner Tenne in Wackersberg eine abgebrannte Rakete herausgeholt, die steckte in den Lamellen vom Fenster“, berichtete Bürgermeister Alois Bauer dem Wackersberger Gemeinderat. Er glaube, dass es nötig sei, für Wackersberg-Dorf eine Satzung zu erlassen, um die Feuerwerker aus den dicht bebauten Wohnbereichen herauszubekommen. „Als Vorbild könnten wir ja die Tölzer Satzung nehmen. Da wird ja zum Beispiel auch die Marktstraße komplett rausgenommen“, so der Bürgermeister. Für Wackersberg könne er sich vorstellen, dass die Silvester-Feuerwerke etwa vom Dorfplatz abgeschossen werden. „Da könnten auch ein paar Feuerwehrleute in Uniform stehen und die Leute auf die Regeln hinweisen“, sagte Bauer. Er sei dafür, dass man bei diesem Thema Flagge zeige, „immerhin hätten wir beinahe schon Brandfälle gehabt“.

Man könne da ja auch ein Fass hinstellen, in das die Reste vom Feuerwerk kommen, schlug Anton Scherz vor. „Dort schießen doch fast ausschließlich Einheimische, warum sollen wir da eine Verordnung erlassen?“, fragte Martin Fischer, der auf einen öffentlichen Hinweis setzte. Bauer: „Man kann viel reden, aber die Einhaltung ist dann etwas ganz anderes.“ Auch Josef Demmel sprach sich gegen eine Verordnung aus. Man könne sich ja über die Zeitung an die Bürger wenden. „Mit einer Satzung bekommen wir sofort die Anfragen auf den Tisch, warum das in Wackersberg gemacht wird, und in Arzbach nicht“, warf Vizebürgermeister Hans Demmel ein. Auch er bevorzuge es, die Menschen um Rücksichtnahme zu bitten.

Andrea Lechner regte zudem an, mit den Wirtsleuten zu sprechen, wenn eine Silvester-Veranstaltung stattfindet. „Dann können die das von vornherein klären“, so Lechner. Letztlich fand sich keine Mehrheit für eine Verordnung aber ein einstimmiges Votum für einen öffentlichen Hinweis, beim Böllern Rücksicht auf umstehende Gebäude zu nehmen.

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