Bereit zur Konterrevolution: Stoiber-Imitator Wolfgang Krebs (re.) und Sepp Müller. Foto: mk

Gestammelte Werke

Bad Tölz - Kabarettist Wolfgang Krebs stoibert mit Sepp Müller durchs proppenvolle Kurhaus und liefert eine, äh, fast perfekte Show.

Er ist wieder da und ruft unverhohlen zur Konterrevolution für Bayern auf. Um allen Gerüchten vorzubeugen: Natürlich handelt es sich dabei um den echten, den einzig wahren Edmund, und der heißt Wolfgang Krebs. „Ich musste mir, äh, einige Double zulegen“, bekannte er am Samstag im ausverkauften Tölzer Kurhaus. „Wie hätte ich das sonst alles, äh, schaffen sollen?“

Wolfgang Krebs und Sepp Müller mischten Parodie, Comedy, Kabarett und Nonsens, wobei der erste Teil nicht vollends überzeugen konnte. So zog sich etwa die Szene zwischen dem Büroleiter und einem Postboten (Krebs) zu lang, auch wenn durch das Vorlesen der Postkarten eine Menge Parodien geboten wurden, von Beckenbauer über Beckstein bis hin zu Marcel Reich-Ranicki. Und gelegentlich beschlich einen die Frage, ob das, was man da oben sah, sich nicht schon überlebt hatte. Auch so mancher Witz hofft wohl vergebens auf den Ruhestand, etwa der von Frauen in der Jachenau, „die auf jedem Zahn a Frisur ham“ oder dem Jachenauer Wahlkabinerl, „wo die Schnur vom Stift nur bis zur CSU reicht“.

Aber „man soll ja nicht mit Spatzen auf Bären schießen“, und so kam im zweiten Teil Schwung in die Sache, als Krebs mit einer furios gestoiberten Rede den 65. Geburtstag des Kabarettbesuchers Sepp Müller (nicht verwandt) nachfeierte. Gekonnt, wie der Parodist Stoibers gestammelte Werke und neue Wortverdreschungen mischte und den Frontmann der Konterrevolution Edmund „Che“ Stoiber mimte.

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