Es gibt mehr Geld für Pflegeeltern

Bad Tölz - Der Landkreis ist auf ihre Hilfe dringend angewiesen, deshalb erhöht er nun die Vergütung für Pflegeeltern.

Kinder, die ins Heim müssen, verursachen dem Landkreis dreimal so hohe Kosten wie Kinder in Pflegefamilien. Zugleich können die Seelen gepeinigter Kinder bei Pflegeeltern wesentlich besser heilen als im Heim. Der Kreis hat die Bezahlung der Pflegenden deutlich angehoben - auch, um Eltern hier zu ermuntern.

Eltern, die Pflegekinder rund um die Uhr betreuen, müssen dafür mehr Geld bekommen als etwa Tagesmütter, die ihre Schützlinge nach einer bestimmten Stundenzahl pro Tag zurück geben. Nachdem der Kreistag dieses Jahr die Besoldung der Tagesmütter angehoben hatte, hatte das Sozialamt dringend geraten, auch die Vergütung für die Vollzeitpflege anzuheben, damit diese Pflegeeltern nicht in die Tagespflege wechseln. Nun hat der Ausschuss für Jugend und Familie den zweiten Schritt vollzogen und sich dabei an einer Richtlinie des Landkreistags orientiert. Zum ersten Januar 2014 steigt der Erziehungsbeitrag pro Kind von 251 auf 300 Euro. „Damit haben wir erstmals die Situation, dass Pflegeeltern pro Pflegekind 1500 Euro monatlich steuerfrei bekommen können“, so Jugendamtsleiter Ulrich Reiner. Bei einem 13-jährigen Pflegekind erhalten Eltern 668 Euro Unterhalt, hinzu kommen besagte 300 Euro Erziehungsbeitrag. In der Regel jedoch tragen die betreuten Kinder schon Spuren von der Schieflage der Familie, aus der sie geholt wurden. „Das kann ADHS sein, ein Trauma oder Bindungsstörung“, schildert Reiner nur einen winzigen Teil der großen Bandbreite seelischer Probleme. Und sobald eines dieser Probleme vorliegt, haben Pflege-Eltern Anspruch auf einen dreifach erhöhten Erziehungsbeitrag - insgesamt bleiben steuerfrei 1568 Euro. „Die Eltern müssen natürlich eine sehr stabile Ehe führen, damit sie durch Pflegekinder nicht selbst Probleme bekommen“, so Reiner. Zum Vergleich: Eine Tagesmutter erhält 840 Euro für ein Kind, wenn sie mehrere Kinder betreut, kann sie auf bis zu 4000 Euro kommen allerdings muss dieser Betrag als Einkommen versteuert werden.

Auf den Haushalt 2014 des Landkreises hat nicht nur diese Anhebung der Vergütung Auswirkungen, denn gleichzeitig sind die Fallzahlen gestiegen - mehr Kinder benötigen pflege. Laut Ulrich schlagen die Anhebung der Vergütung und der Zuwachs an Fällen mit zusammen 140 000 Euro zu Buche. Dadurch erhöht sich der Gesamtetat für die Vollzeitpflege auf 1,22 Millionen Euro. Rechnet man durchlaufende Posten (etwa Zuschüsse) heraus, so bleiben am Landkreis immer noch 820.000 Euro hängen.

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