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28 Meter lang: Das neue Haus einer Familie aus Waldkraiburg.

Blockhaus-Bau

Dieses Monster-Blockhaus wird bald das Zuhause einer kleinen Familie - Noch steht es in Greiling

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Erneut hat Nikolas Berwian ein ungewöhnliches Werk geschaffen: In Greiling steht gerade ein großes Holzhaus kurz vor der Fertigstellung.

Greiling – „Diese Dimension ist außergewöhnlich.“ Nikolas Berwian, 45, steht vor seinem aktuellen Projekt. Ein riesiges Holzhaus aus Naturstämmen zusammengesetzt. Aufgebaut wird es derzeit im alten Sägewerk in Greiling, wo Berwian seine Firma hat. 28 Meter sind die Achsmaße. „Das ist fast das Doppelte der normalen Länge.“ Verbaut wurden etwa 1200 Laufmeter Voralpentanne, der mittlere Stammdurchmesser sind 46 Zentimeter. Das gesamte Holzvolumen beträgt etwa 260 Kubikmeter.

Diese imposanten Dimensionen gehören zu einem privaten Wohnhaus für eine Familie in Waldkraiburg. Zimmer wird es genügend haben, Zwischenwände werden später eingezogen. Derzeit geht es darum, noch vor Wintereinbruch fertig zu werden. „Wir müssen Gas geben“, sagt Berwian. Der Baukörper ist bereits komplett, das Dach wird gar nicht aufgebaut.

Nikolas Berwian vor seinem neuen Werk.

Ist alles fertiggestellt wird das Haus in Einzelteile zerlegt und von vier bis fünf Lastwagen an den Bestimmungsort gebracht. Die Holzstücke sind markiert, so dass beim Wiederaufbau nach Plan sofort ersichtlich ist, wohin die Teile gehören. Entsprechend schnell geht es vonstatten. Beim Fundament ist Beton, Stein oder auch eine Unterkellerung möglich. Die Innenausstattung ist jedem Hausbesitzer freigestellt. „Viele wählen moderne Elemente, es muss nicht Landhausstil sein“, sagt Berwian.

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Zu Beginn eines Projekts erhält Berwian, der seit über 20 Jahren in dieser Art Häuser baut, die Pläne eines Architekten, die er dann entsprechend feinplanen muss. Fünf festangestellte Mitarbeiter werden im Sommer von fünf Subunternehmern ergänzt. Am aktuellen Bau sind fünf Blockhausbauer und ein Hobler beschäftigt. Gebaut wird ausschließlich aus heimischer Tanne, das Holz bezieht der gelernte Zimmerer vorwiegend von Waldbesitzervereinigungen aus der Region. Die Stämme werden sofort verarbeitet, trocknen durch ihr Eigengewicht.

Das heißt auch, dass sie sich noch etwas bewegen, wenn sie bereits verbaut sind. „Bei den stehenden Bauteilen wie Türen und Fenstern müssen wir daher etwas Luft lassen.“ Installationen werden kaum in den Wänden vorgenommen, nur für die Elektrik werden Löcher vorgebohrt.

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Nicht immer stehen die Holzhäuser von „Nicolog“ – die es von Rostock über Schliersee und in die Südsteiermark geschafft haben – übrigens in kanadaähnlicher Umgebung. Oft werden sie in Wohngebieten aufgestellt – nicht immer leicht, durch die Ortsgestaltungssatzungen eine Genehmigung zu bekommen – gerade natürlich bei solchen Dimensionen. Dabei, sagt Nikolas Berwian, sei die Blockhütte in der Alpenregion daheim und eine äußerst naturschonende Art zu wohnen. 2,5 Tonnen CO2 werden dauerhaft gespeichert, es sind beim Bau nur wenige Liter Motorsägenbenzin notwendig, jeder Schritt wird von Hand getätigt. „Und man hat keine Entsorgungskosten.“ Auch die Dämmung ist – anders als oft angenommen – kein Problem. „Jeder, der in einem Holzhaus wohnt, sagt, dass es sich leicht beheizen lässt.“

Was Nikolas Berwian fasziniert an seiner Bauweise: „Es ist schön, dass der Weg so kurz ist – vom Wald zum Wohnhaus.“

Blockhausbau: Ein Stück Kanada in Greiling

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