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Tausende Besucher strömen alljährlich zum „Dorffest“ des Radiosenders Bayern 3. Eine Veranstaltung in dieser Dimension kann sich Bürgermeister Anton Margreiter in Greiling nicht vorstellen.

Bürgermeister hält Idee für nicht durchführbar 

"Dorffest" von Bayern 3: Party steigt wohl ohne Greiling

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Greiling – Laut Veranstalter handelt es sich um „die coolste und fetteste Party des Jahres“. Als Stargäste treten die Popsänger Marc Forster („Au revoir“) und Milow („Howling at the Moon“) auf. Dass dieses Großereignis – das „Dorffest“ von Bayern 3 – demnächst in Greiling stattfinden könnte, wird wohl ein Traum bleiben.

Denn in der heutigen Gemeinderatssitzung (19.30 Uhr, Sitzungssaal der Gemeinde) wird Bürgermeister Anton Margreiter klarstellen, dass er die Idee für nicht umsetzbar hält.

Zum Hintergrund: Der Radiosender Bayern 3 sucht einen Gastgeber für sein jährliches „Dorffest“, ein Openair-Konzert mit prominenten Künstlern, dazu Bierausschank und Grill – und alles bei freiem Eintritt. Aktuell können Radiohörer ihre Gemeinde als Veranstaltungsort vorschlagen. Dann folgt ein Auswahlverfahren, unter anderem über diverse Radiospiele, bis am Ende ein Dorf als glücklicher Sieger dasteht.

„Eine rührige Bürgerin hatte wohl den Eindruck, dass bei uns zu wenig los ist“, erklärt Bürgermeister Margreiter mit einem Schmunzeln. Sie habe Greiling als Austragungsort angemeldet. Vor gut einer Woche sei dann im Rathaus ein Brief des Bayerischen Rundfunks angekommen. Darin enthalten: eine Liste mit allen Anforderungen, die eine Gemeinde als Veranstaltungsort erfüllen müsste. Dazu gehören ausreichend Parkplätze mit Einweisungspersonal, Beleuchtung der Parkplätze und Wege zum Veranstaltungsgelände, nach Möglichkeit Zu- und Abwasser, Sanitätsdienst und Feuerwehr. Der Radiosender seinerseits würde unter anderem für eine professionelle Konzertbühne, die Stromversorgung, einen Sicherheitsdienst, Schankwägen und Biertischgarnituren sowie kostenfreies Grillgut für Vereine sorgen.

Aus Margreiters Sicht ist der gemeindliche Part für Greiling jedoch „nicht leistbar“ und ein „Dorffest“ in Greiling daher „indiskutabel“. Dazu sei die Dimension einfach zu groß. „In den vergangenen Jahren waren immer 15 000 bis 40 000 Leute da“, sagt der Rathauschef. „Das ist definitiv keine kleine Sache“, schreibt Bayern 3 selbst auf seiner Internetseite. Im vergangenen Jahr seien sogar 65 000 „Party-People“ zum Dorffest ins oberfränkische Tiefenlesau (84 Einwohner) geströmt.

So etwas kann sich Margreiter auf der einzigen in Frage kommenden Fläche in Greiling – dem ehemaligen Flugplatzgelände – nicht vorstellen. Schon zu Zeiten, als dort noch das Musikfestival „Hillside“ stattfand, sei man am Rand der Belastbarkeit angekommen. „Und damals waren es nur 5000 oder 7000 Besucher.“

Dem Gemeinderat will Margreiter deshalb heute auseinandersetzen, dass er die gemeindlichen Leistungen fürs „Dorffest“ nicht per Unterschrift zusichern möchte. „Wir können darüber diskutieren, ob es in den kommenden Jahren denkbar wäre“, sagt der Bürgermeister. Bis zum „Dorffest“ 2016 aber gibt es nur wenig Vorlaufzeit: Diese Party steigt bereits am 10. September – voraussichtlich ohne Greiling.

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