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Ein Wunschzettel für Markus Söder

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Am Kranzer soll das interkommunale Gewerbegebiet entstehen. Momentan stehen auf einem Teil der künftigen Flächen die Mobilheime für Asylbewerber. © mk

Seit zweieinhalb Jahren laufen die Planungen für ein 12 Hektar großes Gewerbe- und Industriegebiet am Kranzer. Die Kommunen Reichersbeuern, Greiling und Tölz stehen hinter dem Projekt. Die wichtigste Hürde: das Anbindungsgebot. Ein Brief an Markus Söder wirbt um Unterstützung.

Reichersbeuern – Der amtierende Heimatminister Markus Söder – er kommt heute ins Kurhaus – war am Leonharditag in Tölz. Die seltene Gelegenheit nutzte der Reichersbeurer Bürgermeister Ernst Dieckmann gleich, um dem Ministerpräsidenten in spe einen Brief mit einem vorweihnachtlichen Wunschzettel zu überreichen. Der Heimatminister soll das Vorhaben eines interkommunalen Gewerbegebiets auf dem ehemaligen US-Schießplatz in der umstrittenen Frage des Anbindungsgebots unterstützen. Söders Haus reagierte prompt und hat sich schon bei Dieckmann gemeldet. Das Reichersbeurer Gemeindeoberhaupt leitet federführend das Verfahren auf Seiten der Kommunen.

Zum Hintergrund: Kürzlich hat der Landtag der Fortschreibung des Landesentwicklungsplans zugestimmt. Allerdings mit einigen Änderungswünschen, die auch das Anbindungsgebot betreffen. Es soll etwa Gewerbegebiete an bestehende Orte anbinden und Zersiedelung verhindern. Eine von Markus Söder gewünschte Aufweichung des bestehenden Gebots soll nach viel Kritik nachgebessert werden.

Dieckmann hält das Kranzer-Areal ohnehin nicht für eine typische Fläche, die unter das Anbindungsgebot fällt. Es sei ein ehemaliger Truppenübungsplatz der SS und der Amerikaner und „keine unberührte, nie angefasste Fläche“. Es seien überdies längst diverse Betriebe (Biogasanlage, Erdenwerk, Kranbetrieb) ansässig. Es gebe Wasseranschluss, Kanal und bereits Leerrohre fürs schnelle Internet. Und das Areal sei nicht gut einsehbar von der Bundesstraße, produzierendes und emittierendes Gewerbe störe keine Nachbarn.

Aber erst, wenn das Thema Anbindungsgebot erledigt ist und die Regierung von Oberbayern grünes Licht gibt, rücken viele weitere Themen wieder mehr ins Blickfeld. Naturschutz und Altlasten sind zwei Bereiche, die im vergangenen Jahr zwar mitgelaufen sind, aber keine Priorität hatten.

Gibt es schon Interessenten für das interkommunale Gewerbegebiet? „Ja“, antwortet Dieckmann. Da er aber noch keinen Zeithorizont für eine Realisierung nennen könne, sei das für viele Firmen nicht wirklich attraktiv. Aber Interesse gebe es. Die Firmen seien aus der Region.

Dieckmann ist nach eigenen Worten „bedingt optimistisch“ für das Gemienschaftsvorhaben der drei Kommunen und hofft für das erste Quartal 2018 auf eine abschließende Entscheidung.

Grundsätzlich positiv steht auch die Stadt Tölz dem Vorhaben gegenüber. Bürgermeister Josef Janker nennt als Maßgabe vor allem, dass am Kranzer kein allgemeines Gewerbegebiet mit kleinteiligen Flächen und Betreiberwohnungen wie im Farchet oder auf der Flinthöhe entsteht. „Da sollen sich Gewerbe und Industrie ansiedeln, die Emissionen verursachen.“

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