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Ultraleichte Luftsportgeräte dürfen künftig am Greilinger Flugplatz starten, um Drachen zu schleppen . 

Gemeinderat 

Flugplatz Greiling: Knappe Mehrheit für Verbrennungsmotoren

Starts mit Verbrennungsmotor am Greilinger Flugplatz waren das Tabuthema schlechthin im Gemeinderat von Greiling. Bis jetzt zumindest. Am Dienstagabend lockerten die Ratsmitglieder mit einer 7:5-Abstimmung die seit Jahren bestehende Zurückhaltung bei der Genehmigung von Starts mit Verbrennungsmotoren.

Greiling – Im nächsten Jahr dürfen am Greilinger Flugplatz mit einem Verbrennungsmotor betriebene, sogenannte Ultraleichte Luftsportgeräte (UL-Schlepptrike) eingesetzt werden. „Damit soll nicht der Flugplatz für die Allgemeinheit geöffnet werden, sondern ausschließlich unserem Verein die Möglichkeit geschaffen werden, unsere Mitglieder mit ihren motorlosen Drachen direkt in die Thermik zu schleppen“, heißt es in dem Antragsschreiben der Luftsportvereinigung (LSV) Greiling. Mit den bisher eingesetzten Geräten sei dies nicht möglich. Ein vergleichbares Luftsportgerät mit Elektroantrieb sei für den Verein nicht erschwinglich und koste das Fünffache eines gebrauchten Geräts, erklärte der LSV-Vorsitzende Peter Brickwede. Auch im vorliegenden Fall würde das Luftsportgerät nur angemietet.

Die Luftsportler würden sicherstellen, dass nur vom Verein eingewiesene Piloten das Luftsportgerät benutzen und über An- und Abflugrouten und das Verbot des Steigflugs über der Ortschaft Greiling informiert sind, heißt es in dem Antrag. Vereins- und platzfremde Luftsportgeräte mit Verbrennungsmotor dürfen demnach nicht eingesetzt werden. Außerdem sei die Erlaubnis jederzeit widerrufbar. Im Juli dieses Jahres, als an einem Wochenende ein Ultraleichtes Luftsportgerät mit Verbrennungsmotor zum Einsatz kam, habe es keine Beschwerden aus der Bevölkerung gegeben, hieß es.

Im Gemeinderat ging es in der Diskussion hauptsächlich um die zeitlichen Einschränkungen. Johann Huber wandte sich gegen eine pauschale Öffnung und warnte zusammen mit Bürgermeister Anton Margreiter eindringlich davor, die bisher geltenden Prinzipien über Bord zu werfen, die ja den Willen der Bevölkerung widerspiegeln würden. Huber setzte sich für einen Probebetrieb von drei bis vier Wochenenden ein. Bei einem tragbaren Ergebnis könne man erneut diskutieren.

Bürgermeister-Stellvertreter Andreas Kastenmüller war anderer Meinung. Er trat für eine Genehmigung des Schleppverkehrs das ganze Jahr über ein, mit zwei Ausnahmen. An Sonn- und Feiertagen dürfe kein Flugbetrieb stattfinden, und nach 18 Uhr dürfen keine Starts mehr durchgeführt werden. Schließlich seien Samstage den Wochentagen gleichzusetzen, an denen mehr Lärm in der Luft liegt, als an Sonntagen. Die übrigen schon jetzt geltenden Regelungen sollen unberührt bleiben.

„Wir wollten immer den Fluglärm weghaben“, erinnerte Peter Strobl und trat für einem Probebetrieb an vier Wochenenden ein. „Wenn’s klappt, können wir weiterreden.“

Dazu kommt es nun nicht mehr, weil sich in der Abstimmung sieben Ratsmitglieder auf den Vorschlag des Zweiten Bürgermeisters Andreas Kastenmüller einigen konnten. Fünf stimmten dagegen.

Ewald Scheitterer

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