Zweites Standbein für Landwirte mit den notwendigen Gerätschaften: Das Mähen einer Streuwiese.
+
Zweites Standbein für Landwirte mit den notwendigen Gerätschaften: Das Mähen einer Streuwiese.

Aus dem Gemeinderat

Greiling beteiligt sich am Landschaftspflegeverband

Die Gemeinde Greiling soll sich an der Gründung eines Landschaftspflegeverbands (LPV) beteiligen: Dies stieß bei der ersten Gemeinderatssitzung im neuen Jahr am Dienstagabend nicht überall auf Gegenliebe. Die Gemeinderäte stimmten einem Beitritt zwar mit 9:2 Stimmen zu, so ganz überzeugt war die Mehrheit aber von dieser Entscheidung wohl nicht.

Greiling – „Ich bin kein Landwirt und kann darüber nur schwer abstimmen“, warf der zweite Bürgermeister Christoph Kitterle in die Diskussion ein, die von den beiden Landwirten im Gremium – Bürgermeister Anton Margreiter und Georg Bichlmair – bestimmt wurde. Das Gemeindeoberhaupt hatte den Sachverhalt dargestellt. Bei einer Kreistagssitzung im Juli vorigen Jahres sei dem Ziel, einen Landschaftspflegeverband zu gründen, großes Interesse entgegengebracht worden. Wie aus der Sitzungsvorlage zu entnehmen ist, haben in Bayern bereits 80 Prozent der Landkreise einen Landschaftspflegeverband gegründet. Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Starnberg sind die einzigen im Umkreis, die diesen Schritt noch nicht vollzogen haben. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft führe dazu, so Margreiter, dass besonders kleinere Flächen oft nicht mehr so intensiv gepflegt werden, wie das früher der Fall war. Ziel des LPV sei es, den Erhalt der Kulturlandschaft, seltener Pflanzen und Lebensräume sicher zu stellen. So könnten Streuwiesen in der Greilinger Etz, die jahrzehntelang nicht mehr gemäht wurden, durch den Eigentümer wieder einer höherwertigen Extensivierung zugeführt werden. Die Pflege solcher Flächen könnte zu einem zweiten Standbein für Landwirte mit den benötigten Gerätschaften werden. Der Verband werde in keinem Fall Flächen ohne die Zustimmung des Eigentümers vermitteln und werde auch nicht Besitzer solcher Flächen. Oft scheitere die Pflege daran, dass geeignete Maschinen fehlen. Hier könnte der LPV einspringen und Landwirte vermitteln, die geeignete Gerätschaften besitzen. Auch bei der Vermittlung von Pflegeflächen könnte der Verband helfen. Dies gelte auch für die immer komplexer werdende Beantragung von Fördermittel. In Landkreisen mit einem LPV seien die Pflegemaßnahmen bis um das Vierfache gestiegen, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Beitritt ohne Begeisterung

Georg Bichlmair sah keine Notwendigkeit, die Aufgaben zu übergeben. „Jeder hat das selber in der Hand, ob er solche Flächen selbst pflegt oder pflegen lässt. Hier wird wieder eine Organisation erfunden, die für etwas bezahlt werden muss, das sowieso schon besteht“, meinte Bichlmair. Sein Urteil: „Nein. Brauchen wir nicht.“ Das dafür ausgegebene Geld könne besser vor Ort verwendet werden.

Kosten: 50 Cent pro Bürger

Die Kosten für die Gemeinde sind mit 50 Cent pro Bürger überschaubar. Für die Gemeinde Greiling wären dies etwa 750 Euro pro Jahr. Für den Landkreis ist ein Anteil von 75 Cent pro Bürger angedacht, der freilich über die Kreisumlage wieder von den Gemeinden erhoben wird. Bei der Abstimmung einigte man sich gegen die Stimmen von Bichlmair und Margreiter darauf, dem Verband beizutreten. Der Vorschlag, die Zustimmung davon abhängig zu machen, ob die anderen Landkreisgemeinden ebenfalls dem Verband beitreten, wurde nicht weiter verfolgt. (GÜNTER PLATSCHEK)

Das könnte Sie auch interessieren:

Wegen Corona: Parken am Brauneck nicht mehr kostenlos

Beim Lenggrieser SC „müllert’s“ seit 40 Jahren

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare