Nach einem Drachenfliegerunfall in Greiling rückte die Tölzer Feuerwehr an, um zwei Verletzte, die sich auf dem Dach eines Gebäudes befanden, auf den Boden zu transportieren.
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Nach einem Drachenfliegerunfall in Greiling rückte die Tölzer Feuerwehr an, um zwei Verletzte, die sich auf dem Dach eines Gebäudes befanden, auf den Boden zu transportieren.

Schlimmer Unfall

Nach dem Drachenflieger-Drama in Greiling: Ein Sportler auf dem Weg der Besserung

  • Christiane Mühlbauer
    VonChristiane Mühlbauer
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Nach dem schweren Unfall mit einem Flugdrachen in Greiling laufen noch immer die Untersuchungen, wie es zu dem Unglück kommen konnte.

Update 9. April, 14 Uhr:  Dem 50 Jahre alten Lenggrieser geht es mittlerweile besser, wird aus dessen Umfeld berichtet. Der Gesundheitszustand des 56 Jahre alten Piloten aus dem Raum Pfaffenhofen ist unverändert kritisch. Beide Männer waren erfahrene Drachenflieger und nahmen an einem Kurs teil, den der Deutsche Hängegleiterverband in regelmäßigen Abständen in Greiling anbietet, berichtet Michael Melzer, Ehrenmitglied der Greilinger Luftsportvereinigung. Melzer war am Sonntag der Windenfahrer. Der Kurs diente dazu, die sogenannte Doppelsitzer-Lizenz zu erwerben, sprich, dass man einen Passagier im Drachen mitnehmen darf. „Die beiden Verunglückten haben über längere Zeit das Starten und Landen mit einem Doppelsitzer geübt und sich mit der Rolle des Piloten abgewechselt“, berichtet Melzer. Dabei sei immer alles gut gegangen. 

Nach der Bruchlandung sei die Bestürzung unter den anderen Kursteilnehmern, dem Lehrer und Vereinsmitgliedern groß gewesen, berichtet Melzer. „Es ist das erste schwere Unglück seit vielen Jahren.“ In Greiling sind die Starts von Segelfliegern sowie Drachen- und Gleitschirmfliegern per Winde zugelassen.


Update 8. April, 14 Uhr: Neue Informationen zu dem schweren Drachenflieger-Absturz bei Greiling: 
Bei den Verunglückten handelt es sich um zwei Männer, die das Starten und Landen mit der Winde übten. Ein 56 Jahre alter Mann aus Geisenfeld (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm) wollte sich in Greiling auf die Prüfung für den Passagierschein vorbereiten, also darauf, dass er eine weitere Person für einen Tandemflug mitnehmen darf. Hierfür stellte sich ein 50 Jahre alter Mann aus Lenggries zur Verfügung. 

Der zuständige Fluglehrer wurde Zeuge des tragischen Unglücks, berichtet die Polizei. Nach dem Start klinkte der 56-Jährige, also der Pilot, in einer Höhe von rund 40 Metern das Seil aus und flog eine Linkskurve in Richtung Flughafengebäude. Der Fluglehrer, ein Mann aus Baden-Württemberg, hatte laut Polizei noch Funkkontakt mit dem Piloten. 

Drachenflieger-Absturz bei Greiling in Bayern - Pilot lebensgefährlich verletzt

Warum die Männer dann auf das Dach des Flughafengebäudes stürzten, ist noch völlig unklar. Laut Polizei handelt es sich entweder um einen Flugfehler oder um einen technischen Mangel am Sportgerät. Der Flugdrachen sowie Gurte und Helme wurden mittlerweile sichergestellt. „Von der Staatsanwaltschaft wurden Gutachten angefordert“, sagt Markus Landthaler von der Tölzer Polizei. 

Bei dem Absturz wurden beide Männer schwer verletzt. Für den 56-Jährigen bestand nach dem Aufprall Lebensgefahr. Die Polizei, das BRK sowie die Feuerwehr aus Greiling waren schnell am Unglücksort, zudem kam die Feuerwehr Tölz mit ihrer Drehleiter. „Zum Glück ist das Gebäude nicht hoch“, sagt Engelbert Kinshofer, Kommandant der Feuerwehr Greiling. Die Erstversorgung der Schwerverletzten fand auf dem Dach statt. Die Männer befanden sich noch im Fluggeschirr. Sie davon zu befreien, war nicht kompliziert: „Das ist ähnlich wie bei einem Klettergurt, man hängt die Personen aus“, berichtet Kinshofer. Anschließend wurden die Verletzten einzeln auf ein Spineboard, also auf eine spezielle Rettungstrage, verlagert, dann auf eine Krankentrage. So wurden sie mit Hilfe der Drehleiter auf den Boden gebracht. 

Zwischenzeitlich waren die beiden Rettungshubschrauber gelandet, die die Verletzten in die Unfallklinik nach Murnau brachten. Dort werden die beiden Flugsportler nun weiter betreut. Neuere Angaben zum Gesundheitszustand gibt es derzeit nicht. Laut Polizei handelte es sich bei beiden Männern um erfahrene Flieger.

Update 8. April, 8.22 Uhr:Der Pilot eines Drachenfliegers ist bei einem Absturz lebensgefährlich verletzt worden. Ein Passagier des Tandemflugs erlitt schwere Verletzungen, wie ein Polizeisprecher am Montag der dpa sagte.

Die Männer wurden am Sonntagnachmittag auf einem Flugplatz in Greiling mit einem Seilzug mit ihrem Fluggerät in die Luft gezogen. Der Flieger sei beim Ausklinken aus einer Seilwinde abgestürzt, hieß es. Das Fluggerät war mit einem Seilzug in die Höhe gezogen worden. 

Der 56-jährige Pilot und der 50-jährige Begleiter stürzten aus 30 bis 40 Metern Höhe auf ein Gebäude auf dem Flugplatz. Laut Polizei handelte es sich bei beiden Männern um erfahrene Flieger.

Drachenflieger müssen auf Gebäude notlanden - Rettungseinsatz mit Hubschraubern

Ursprünglicher Artikel vom 7. April

Greiling - Nach ersten Berichten der Tölzer Polizei wollten zwei Männer um 16 Uhr am Fluggelände zu einem Drachenflug im Tandem starten. Dabei kam es jedoch beim Start zu Problemen in der Luft. 

Die beiden Männer landeten deshalb auf einem Gebäude und wurden dabei schwer verletzt. Es wurden zwei Rettungshubschrauber angefordert, die die Männer nach der Erstversorgung ins Unfallkrankenhaus nach Murnau flogen. Der genaue Unfallhergang sowie nähere Angaben zu den verletzten Personen standen bei Redaktionsschluss am Sonntagabend noch nicht fest.

Die Tölzer Feuerwehr war im Einsatz, um die Verletzten über die Drehleiter zum Boden zu bringen.

Nach einem Drachenfliegerunfall in Greiling rückte die Tölzer Feuerwehr an, um zwei Verletzte, die sich auf dem Dach eines Gebäudes befanden, auf den Boden zu transportieren.

Bereits am Samstag war es zu einem schweren Unfall in Lenggries gekommen: Gleitschirmflieger stürzt beim Landeanflug ab: 48-Jähriger schwer verletzt.

Die Tölzer Polizei hatte am Wochenende allerhand zu tun: Betrunkener flüchtet mit Auto vor Polizei und kracht in Hauswand

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Bei einer Flugschau in Altötting ist ein Pilot vor den Augen der Zuschauer abgestürzt. Das Flugzeug landete auf dem Dach. Kaum zu Glauben: Der Mann überlebte.

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