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Die Tages des Greilinger Dorfladens sind gezählt: Das Geschäft schließt zum Jahresende. 

Nahversorgung

Greilinger Dorfladen schließt

Die Nahversorgung in Greiling steht vor dem Aus. Zum 31. Dezember schließt sich die Tür des Dorfladens, der 70 Jahre lang Anlaufstätte für die Greilinger Bevölkerung war – wenn sich nicht ein Nachfolger für das Pächterehepaar  findet.

Greiling Die Pächter Andreas und Silvia Stieglbauer wollen sich aus gesundheitlichen Gründen zum Jahreswechsel zurückziehen.

Besonders treffen würde eine Geschäftsaufgabe die Greilinger Bürger, die nicht motorisiert sind. Sie müssten dann ihre Einkäufe im Nachbarort Bad Tölz erledigen. Besonders für ältere Menschen wäre dies erneut ein schwerer Schlag, nachdem die gegenüber dem Dorfladen ansässige Filiale der Raiffeisenbank vor einigen Jahren geschlossen und später auch der Bankautomat abgebaut wurde. Bäcker und Metzger gibt es in Greiling schon lange nicht mehr.

Diese Versorgung hatte der Dorfladen übernommen, in dem nicht nur die Waren des täglichen Bedarfs angeboten werden, sondern auch Frischwurst einer bekannten Miesbacher Metzgerei, sowie Brot, Semmeln, Brezen und Obst. Doch nicht nur für die Grundversorgung war und ist der Kramerladen wichtig. „Er ist ein wichtiger Treffpunkt für das Dorf. Da wurden Erfahrungen ausgetauscht, Informationen weiter gegeben oder einfach nur geratscht“, sagt Josef Langeder.

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Er und seine Ehefrau Monika würden eine Schließung zum 70-jährigen Bestehen ganz besonders bedauern. Im Jahr 1949 hatten seine Eltern an der Abzweigung der Sachsenkamer Straße einen kleinen Kramerladen eingerichtet, der sich schon bald als zu klein erwies und im Laufe der Jahre des Öfteren erweitert wurde. Im Jahr 1973 übergaben die Langeders dann das Geschäft an ihren Sohn Josef, der in Bad Tölz in der BMA Filiale beim Herrn untern Turm eine Lehre als Einzelhandelskaufmann absolviert hatte. Der „Beppi“, wie der „Kramer“ in der Bevölkerung genannt wurde, baute das Sortiment weiter aus und sorgte frühmorgens selbst dafür, dass frische Ware aus den Großmarkthallen in München angeboten werden konnte.

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1998 haben sich die Langeders aus dem Berufsleben zurückgezogen und die Geschäftsräume verpachtet. Dass die von ihm mitaufgebaute Nahversorgung des Vorbergdorfes zum Jahresende wegbrechen könnte, geht dem bekennenden Greilinger verständlicherweise nahe. Noch gibt er die Hoffnung nicht auf, dass sich etwas entwickeln könnte. Sollten alle Stränge reißen, überlegt er, die Räume in Wohnungen umzubauen oder zur Einrichtung beispielsweise einer Physiotherapiepraxis zu vermieten. „Mir geht’s darum, dass für das Dorf die Nahversorgung aufrechterhalten wird, dass noch ein Kramer da ist.“  (ps)

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