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Bianca und José Antonio Puertas Alvarez trainieren jeden Tag mit ihrem fünfjährigen Dobermann Pablo. 

Geführte Hundetouren

Greilingerin macht Hunde und Herrchen fit für Bergausflüge

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Bergausflüge mit Hund erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Dabei muss Einiges beachtet werden. Bianca Puertas Alvarez aus Greiling weiß, was.

Greiling – Hunde und Globetrotten sind schon länger ein fester Bestandteil in ihrem Leben. Vor dreieinhalb Jahren hat Bianca Puertas Alvarez ihre Passion zum Beruf gemacht. Die Greilingerin betreibt den Online-Handel „Wilder Hund“ für Hundebedarf, speziell Outdoor-Ausrüstungen für die besten Freunde des Menschen. Mittlerweile führt sie sogar Hundewanderungen im Tölzer Land. Dabei bringt sie mit ihrem Mann José Antonio Puertas Alvarez spielerisch das nötige Outdoor-Wissen an Herrchen und Hund.

„Es geht natürlich um die Sicherheit von Mensch und Hund. Zum anderen ist aber auch die Rücksicht auf andere Wanderer das A und O“, erklärt die Greilingerin.

Dazu bietet sie im Sommer beinahe wöchentlich sowohl Hunde-Wanderungen als auch Dog-Trekking-Seminare (längere Touren mit theoretischem Teil) sowie der Möglichkeit, die verschiedenen Geschirre, Leinen und Zubehör zu testen, an. Die diversen Varianten an Outdoor-Hundeausrüstung sind so kurios wie endlos: Von Hunderucksäcken, Sicherheits- oder Zuggeschirr über Abseil-Kombinationen bis zu einer Art Wanderschühchen ist alles dabei.

„Es gibt sogar Menschen, die mit ihrem Hund paragliden“, erzählt Puertas Alvarez. Auch dafür gibt’s passende Ausrüstung in allen Hundegrößen – von Chihuahua bis Bernhardiner. Doch dieser Extrem-Spaß ist selbst den passionierten Hundetrekkern aus dem Isarwinkel etwas zu viel.

Ihr Wander-Angebot ist sowohl halb- als auch ganztags mit verschiedenen Routen und in verschiedenen Schwierigkeitsgraden zu buchen. Losgegangen wird in Gruppen. „Die sind aufgrund der aktuellen Corona-Lage etwas kleiner, als sonst“, sagt Puertas Alvarez. Bei den Touren, die zwischen 25 und 35 Euro pro Pärchen kosten, kann man dann die neuerlernten Kommandos mit Hund trainieren.

Praktisch am Berg: „Es gibt Tricks, wie man Hunden beibringt, den Menschen zu ziehen“, erklärt Puertas Alvarez. Priorität habe aber das Verhalten beim Abwärtsgehen. „Der Hund muss darauf konditioniert sein, hinter seinem Besitzer zu gehen.“ Sonst riskiert man Stürze.

Hunde niemals von der Leine lassen

Grundsätzlich gelte, den Hund in den Bergen niemals von der Leine zu lassen. Laut Expertin ist das „zu riskant“. Denn: Der Hund kann die Kurven und Höhen weniger gut einschätzen. Zudem könne es immer passieren, dass in der Nähe von Kuhweiden sein Jagdinstinkt geweckt wird oder sich andere Wanderer belästigt fühlen.

Für Trekking-Touren ist es außerdem essenziell, dass der Vierbeiner ausgewachsen ist. „Das dauert bei jeder Hunderasse unterschiedlich lange. Die meisten brauchen zwischen ein und zwei Jahre, bis sie stark genug sind und man keine gesundheitlichen Schäden riskiert.“ Im besten Fall sollte man laut Puertas Alverez vor Beginn des Berg-Trainings seinen Liebling einmal beim Tierarzt durchchecken lassen.

Um dauerhaft sicher mit seinem Hund in den Bergen Sport machen zu können, sollte man die Kommandos und Tricks regelmäßig auch beim normalem Gassi-Gehen mit dem Hund trainieren. „Das lässt sich problemlos in den Alltag einbauen.“

Die 42-Jährige betont jedoch auch: „Ich bin keine Hundetrainerin. Das heißt, dass wir bei den Trekking-Touren und Seminaren nichts mit der Erziehung der Vierbeiner zu tun haben. Es wäre also gut, wenn die Hunde auf ihre Besitzer zuverlässig hören würden.“ Aber dann stehe der immer populärer werdenden tierischen Wandergaudi nichts mehr im Wege.

Mittlerweile gibt es in manchen europäischen Ländern sogar schon „Dogtrekking“-Wettbewerbe. „Wir überlegen momentan, ob wir auch einmal eine Art Wettkampf im Tölzer Land ausrichten wollen“, sagt Puertas Alvarez, bevor sie sich wieder liebevoll, aber konsequent ihrem Energiebündel „Pablo“ widmet.

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