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Ein Landwirt düngt sein Feld mit Gülle. Anwohner des Hofzaunwegs i n Greiling protestieren dagegen, dass dabei die Ortsstraße in Mitleidenschaft gezogen wir

Hofzaunweg-Anlieger protestieren 

Güllefahrten stinken Anwohnern

Die Anlieger des Hofzaunwegs in Greiling gehen auf die Barrikaden. In einem Schreiben an die Gemeinde, das von 12 Anliegern unterzeichnet ist, beschweren sie sich über den zunehmenden landwirtschaftlichen Schwerlastverkehr durch Güllefahrten.

Greiling – Die Hofzaunweg-Anwohner sind sauer.Die Straße werde zeitweise über 30 Mal pro Tag und dies mehrmals in der Woche mit Fahrzeugen weit über 20 Tonnen Gesamtgewicht genutzt, schreiben sie ans Rathaus. Der Hofzaunweg sei dadurch stark in Mitleidenschaft gezogen. „Die Fahrbahndecke ist mit Rissen durchzogen“, klagen die Anlieger. Dabei führen „die Güllefahrten nicht zu Flächen von Greilinger Landwirten, sondern gehen überwiegend auf landwirtschaftliche Flächen von Reichersbeuern“, heißt es in dem Schreiben.

Im Fokus der Anlieger ist ein Landwirt, der seine Hofstelle in Wackersberg hat und Gülle auf ein von ihm gepachtetes Grundstück auf Reichersbeurer Flur ausbringt. Da diese Felder auch von Reichersbeuern erreichbar sind, fragen sich die Anlieger, warum nicht diese Verbindung genutzt und stattdessen der Hofzaunweg „ruiniert“ werde. Da teilweise auch noch nachts nach 22 Uhr Gülle gefahren wird, fragen sich die Anwohner, „ob auf Reichersbeurer Flur überdimensioniert Gülle entsorgt wird“. Eine zu hohe Belastung der Böden und des Grundwassers würde letztendlich auf die Steuerzahler zurückfallen.

Die Beschwerden sind nicht neu. Bereits in der Amtszeit von Hans Ostermünchner und jetzt auch bei Anton Margreiter haben die Anlieger um Unterstützung durch den Bürgermeister gesucht. „Geschehen ist nichts.“ Abschließend fordern sie, dass die Transporte über die Zufahrtsmöglichkeiten in der Gemeinde Reichersbeuern ausgeführt werden und weisen gleichzeitig darauf hin, dass sie sich nicht an den Kosten einer Sanierung des Teilbereichs des Hofzaunweges über die Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) beteiligen werden. Eine Strabs, so konnte Bürgermeister Margreiter die Gemüter beruhigen, gebe es in Greiling nicht und könne somit auch nicht angewendet werden. Zwischenzeitlich habe er mit dem auswärtigen Pächter gesprochen und eine Vereinbarung getroffen. Der zufolge wird ein Großteil der Bewirtschaftung zukünftig über die Zufahrt Reichersbeuern abgewickelt. Wegen der steilen Hangfläche sei es jedoch notwendig einige Fahrten auch weiter über Greiling zu dulden. Der Landwirt habe außerdem zugesagt, auf die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen im Ort zu achten.

Bürgermeister-Stellvertreter Andreas Kastenmüller konnte die Behauptungen hinsichtlich des schlechten Zustands des Hofzaunweges nicht nachvollziehen. Beschädigungen durch die landwirtschaftlichen Fahrzeuge seien unwahrscheinlich, meinte er in Einklang mit Bürgermeister Margreiter. Der Rathauschef wies darauf hin, dass all diese Fahrzeuge mit Niederdruckreifen ausgestattet seien, „die deutlich mehr Auflagefläche besitzen und somit weniger Druck auf die Fahrbahn abgeben“. Auf die Menge der Gülle eingehend, wies er darauf hin, dass es sich „um eine riesengroße Fläche handelt“. Bei einem Verstoß gegen die Gülleverordnung laufe der Landwirt zudem Gefahr, landwirtschaftliche Fördermöglichkeiten zu verlieren.

Die Gemeinderäte einigten sich schließlich auf die getroffenen Vereinbarungen. Sollten sich nach einem halben Jahr keine Verbesserungen einstellen, müsse die Angelegenheit neu bewertet werden. Außerdem ist der betreffende Landwirt zu möglichen Straßensanierungsmaßnahmen für den Bereich heranzuziehen, wenn der Weg nach der Bebauung als öffentlicher Feld- und Waldweg weitergeführt wird. Daraus könne jedoch kein generelles Fahrtrecht abgeleitet werden.

Günter Platschek

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