Knappe Abstimmung im Gemeinderat Greiling

Neues Feuerwehrhaus ohne Keller

Die Entscheidung zur Gestaltung des neuen Feuerwehrgerätehauses in Greiling ist gefallen. Im vollbesetzten Sitzungssaal stimmten am Dienstag die sechs Ratsmitglieder der FWG und Bürgermeister Anton Margreiter für einen Neubau ohne Keller. Die sechs CSU-Räte konnten sich mit ihrem Vorschlag, das Gebäude zu unterkellern, nicht durchsetzen.

Greiling – Zuvor hatte Planer Robert Illner drei mögliche Varianten für den Neubau vorgestellt. Das Gerätehaus soll, wie berichtet, etwas abgesetzt von der Tölzer Straße am Ortsrand entstehen und ist etwa 27 auf 13 Meter groß. Eine Erweiterungsmöglichkeit besteht auf der Nordseite. Dort ist auch ein Waschplatz für die Einsatzfahrzeuge vorgesehen. Parkplätze befinden sich auf der Ost- und Südseite.

Im Erdgeschoss sind die Fahrzeughalle, Umkleiden, Duschen und Toiletten, ein Büroraum, eine Werkstatt und ein Lager vorgesehen. Im Obergeschoss sind ein großer Schulungsraum, ein Stüberl mit Teeküche, ein Lagerraum, Sanitäranlagen, ein Archivraum und die Haustechnik untergebracht. Über der hohen Fahrzeughalle ist eine 72 Quadratmeter große Lagerbühne geplant.

Hätte man ein Untergeschoss gebaut, wären vier weitere Lagerräume und ein Großkeller unter der Fahrzeughalle möglich gewesen. Damit hätte das Gebäude eine Nutzfläche von 821 Quadratmetern. Kostenpunkt: rund 1,9 Millionen Euro. Ohne Keller sind es 516 Quadratmeter, die Kosten betragen 1,65 Millionen Euro und sind somit 263 000 Euro geringer. Bei beiden Schätzungen sind noch keine staatlichen Fördergelder abgezogen.

Die Diskussion der Räte drehte sich um Finanzierung und Keller. „Wir werden das Projekt über unsere Rücklagen finanzieren, außer wir finden einen Kredit mit null Prozent Zinsen“, sagte Bürgermeister Anton Margreiter (FWG) auf die Frage von Sascha Rings (CSU). Zu den Kosten für die Schlauchpflege, die in Kooperation mit der Tölzer Feuerwehr erledigt werden soll, konnte der Bürgermeister noch keine konkreten Angaben machen. Er rechnet aber mit zirka sieben Euro pro Schlauch und zirka 1000 Euro, wenn alle Schläuche gewaschen werden.

Der entscheidende Punkt, der sich wie ein roter Faden durch die persönlichen Stellungnahmen der Gemeinderäte zog, war aber der Keller. Sascha Rings wies auf die ausgezeichnete Finanzlage der Gemeinde mit drei Millionen Euro Rücklagen hin und sprach sich für eine Unterkellerung aus. „Die Rräume könnten beispielsweise auch durch die Gemeinde genutzt werden.“ Er wies auf die Erfahrung beim Bau der Kinderkrippe hin, wo sich die Kellerräume als notwendig erwiesen haben. „Wir haben die einzigartige Chance, die Gemeinde nach vorne zu bringen. Das müssen wir nutzen“, sagte Rings.

Zweiter Bürgermeister und Feuerwehr-Vorstand Andreas Kastenmüller (CSU) argumentierte in die gleiche Richtung. „Das neue Gerätehaus ist schon zu Beginn zu 90 Prozent voll“, gab er zu bedenken. „Wir sollten die Entscheidung mit Weitblick treffen.“

Der Brandschutz sei eine wichtige Pflichtaufgabe der Gemeinde räumte Johann Huber (FW) ein. Sie sei aber nicht die einzige. Die Erneuerung der Hauptwasserleitung im Bereich der Tölzer Straße und am Karwendelweg stehe an, und es müsse nach einem zweiten Standbein beim Tiefbrunnen gesucht werden. Auf die Gemeinde kommen zudem weitere teure Aufgaben zu, etwa die Entwicklung eines Wohngebietes am Flugplatz und die Umwandlung des alten Gemeindehauses. „Wenn wir jetzt 263 000 Euro mehr ausgeben sollen, hätte ich schon gerne gewusst, warum und wofür.“

Die Abstimmung erfolgte namentlich und über jede Variante einzeln. Es setzte sich die Fraktion der Freien Wähler mit der Bürgermeister-Stimme von Anton Margreiter durch, dass neue Feuerwehrhaus ohne Keller zu bauen.  (ps)

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