Bürgerversammlung

Mehr Ruhe in Greiling dank Tempolimit

Verkehrslärm und schnelles Fahren sind die Dinge, die den Greilingern sauer aufstoßen. Das wurde bei der Bürgerversammlung im Gemeindezentrum deutlich. Ein wichtiges Thema in diesem Zusammenhang: das geplante Tempolimit von 30 Stundenkilometern im gesamten Ortsgebiet – mit Ausnahme Tölzer- und Tegernseer Straße.

Greiling– Heinz Schröter trat dafür ein, auch diese beiden Verkehrsadern in die Zonenregelung einzubeziehen. Dies sei rechtlich nicht möglich, da es sich um eine Durchgangs- beziehungsweise eine Kreisstraße handle, sagte Landrat Josef Niedermaier. Er appellierte an die Bürger: „Wenn jeder vernünftig fährt, haben wir das Problem nicht.“

Die Lärmbelastung sprach Lothar Römhild an. „Richtig leise ist es nur, wenn es auf der B 472 einen Stau gibt.“ Römhild räumte aber ein, dass sich die Belastung nach dem Einbau von Flüsterasphalt vor einigen Jahren verbessert habe. Wie auch Christa Türck interessierte ihn die Begründung, warum Lärmschutzmaßnahmen abgelehnt worden seien und warum die Gemeinde auf Einsprüche verzichtet habe.

Die Kommune habe nach längerer Suche ein unabhängiges Ingenieurbüro mit der Überprüfung der Planung des Straßenbauamts beauftragt, antwortete Bürgermeister Anton Margreiter. Die Experten fanden keine Fehler. Ein Gerichtsverfahren habe keine Aussicht auf Erfolg, zumal die Grenzwerte bei weitem nicht erreicht würden. Margreiter versprach, das Ergebnis des Gutachtens ins Internet zu stellen, um den offensichtlichen Informationsbedarf zu befriedigen. Die Planung des Straßenbauamts könne jeder auf der Homepage der Behörde einsehen.

Erich Diel konnte nicht verstehen, warum es nicht möglich sein soll, auf der B 472 durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 Stundenkilometer für mehr Ruhe zu sorgen, wie dies beispielsweise auf der Bundesstraße 12 zwischen Forstinning und Pocking der Fall sei. Landrat Niedermaier wies darauf hin, dass es sich dort um Maßnahmen handle, um die unfallträchtige Strecke sicherer zu machen.

Sorgen machte sich Hubert Schwarz um den Geh- und Radweg nach Bad Tölz. Hier fehle nicht nur seit geraumer Zeit die Ruhebank, sondern auch der Sicherungspfosten am Beginn des Weges. Die Folge: Der Abschnitt werde nun auch von Motorrollern benutzt. Bei Staus könne man darauf warten, dass findige Motorrad- oder sogar Autofahrer hier eine Möglichkeit finden, die Schlange zu umfahren. Der Angelegenheit werde sofort nachgegangen, versprach das Gemeindeoberhaupt.

Margreiter ging auch kurz auf den Blitz-Anhänger ein, den der Zweckverband Kommunale Dienstleistungen eine Woche lang an der Sachsenkamer Straße aufgestellt hat. Geblitzt habe er nur einmal.

Neben dem Thema Verkehr kam die Sprache auch auf die örtliche Kindertagesstätte. Leiterin Martina Schmid und Stefanie Rieder-Haas stellten die Idee des geplanten Waldkindergartens vor, für den sich eine ganze Reihe von Eltern engagieren. Demnächst soll mit einer Flyer-Aktion bei der Bevölkerung um Unterstützung gebeten werden. Die Vorarbeiten gingen gut voran. Mit den Grundbesitzern und den Jagdpächtern sei man weitestgehend auf einer Wellenlänge. Und die Gemeinde habe bereits einen Bauwagen angeschafft.

Günter Platschek

Rubriklistenbild: © dpa / Jens Kalaene

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