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So sieht die Mitfahrbank in Miesbach aus. Fahrziel ist Irschenberg. 

Mitfahrbank in Greiling: Anhalter ohne Daumen

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Per Anhalter fahren, ohne den Daumen rausstrecken zu müssen: Diese Chance hat, wer auf der Mitfahrbank Platz nimmt. Die Gemeinde Greiling denkt über dieses Projekt nach.

Greiling Anhalter stellen sich nah an die Straße und strecken vorbeifahrenden Autos ihren Daumen entgegen. Meistens klappt das nach einigen Versuchen. Jemand hält an, lässt den Anhalter einsteigen und nimmt ihn ein Stück mit.

Trampen ist allerdings nicht für jeden etwas. Es gehört schon ein bisschen Mut dazu. Deswegen hat die Gemeinde Irschenberg (Landkreis Miesbach) eine sogenannte Mitfahrbank aufgestellt. Die nutzt die Vorteile des Trampens, macht es aber ein bisschen leichter, sodass vor allem Senioren, die nicht selbst fahren können, flexibel zum Arzt oder Supermarkt kommen. Sie müssen sich nur darauf setzen und warten, bis sie jemand mitnimmt.

Die Idee beschäftigt nun auch den Gemeinderat in Greiling (wir berichteten). Christa Türck hatte die Idee aufgebracht. Die Bedingungen sind in Irschenberg nämlich ähnlich: Es gibt eine Durchfahrtstraße, für viele Erledigungen muss man in die nächste Stadt, und manchmal stimmt der persönliche Termin einfach nicht mit dem Busfahrplan überein. Greilings Bürgermeister Anton Margreiter will sich mit seinem Irschenberger Kollegen Hans Schönauer über dessen Erfahrungen austauschen. „Die Frage ist auch, ob Bad Tölz mitmachen würde“, sagt Margreiter.

In der April- oder Maisitzung werde der Gemeinderat entscheiden, ob Greiling eine Mitfahrbank braucht. Margreiter will jedoch keinesfalls, dass dadurch der öffentliche Nahverkehr weniger frequentiert und der Fahrplan in Konsequenz ausgedünnt wird. Schließlich sei der Bus eine günstige Verbindung nach Tölz. „Den Fahrpreis kann sich jeder leisten.“

In Irschenberg wirkt sich die Mitfahrbank nicht auf die Busverbindung aus, sagt Geschäftsstellenleiter Josef Bögl. „Die Mitfahrbank nutzen etwa ein bis zwei Menschen am Tag.“ Initiiert habe das Projekt die „Abendschau“. „Die sind auf uns zugekommen, weil die Mitfahrbank in Rheinland-Pfalz gut funktioniert und sie die Idee bayernweit verbreiten wollen“, erklärt Bögl. Die Mitfahrbank wurde übrigens in den Gaißacher Oberland-Werkstätten gefertigt und von Schülern gestaltet. Die BR-Sendung berichtete mehrmals darüber. „Das ist eine gute Werbeaktion für unseren Tourismus.“

Aber auch von den Bürgern werde die Mitfahrbank positiv gesehen. Zudem sei keine große Investition nötig gewesen. 1200 Autos fahren pro Tag durch Irschenberg. Die meisten Menschen haben noch einen Platz frei. Eine Busverbindung gibt es nur nach Miesbach. „Mit vielen zeitlichen Lücken, weil sich das nicht rechnet“, sagt Bögl.

Die Mitfahrbank scheint also die Lösung zu sein. Sie könnte aber noch besser angenommen werden. „Viele trauen sich nicht, weil man ja nicht weiß, wer anhält.“ Laut Bögl versucht die Gemeinde, in der Bevölkerung für das Projekt zu werben, um ein Vertrauensverhältnis im Dorf zu schaffen. „Wer es einmal zu schätzen gelernt hat, setzt sich wieder darauf“, verspricht Bögl. Übrigens nutzen auch Jüngere die Mitfahrbank. „Meist zur Gaudi, um zu schauen, ob es funktioniert“, sagt der Geschäftsstellenleiter. „Und es funktioniert.“

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