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Eine Woche vor der Wahl: US-Senat bestätigt Amy Coney Barrett am Supreme Court

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So soll die geplante Tölzer Nordspange an der Kreuzung zur B13 aussehen (links im Bild die Gebäude der Firma Sitec).
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So soll die geplante Tölzer Nordspange an der Kreuzung zur B13 aussehen (links im Bild die Gebäude der Firma Sitec).

Mammut-Projekt

Nordspange: Gemeinderat hört Gutachter und will Klage unter bestimmten Voraussetzungen zurückziehen

Beim Bau der Nordumfahrung von Bad Tölz ist Entspannung in Sicht. Die Gemeinde Greiling will ihre Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss unter bestimmten Voraussetzungen zurückziehen. Das beschloss der Gemeinderat.

Greiling – Wie berichtet, hat die Gemeinde Bedenken in Bezug auf die Beseitigung des Niederschlagwassers. Dafür wurde vom Weilheimer Ingenieurbüro Kokai ein Gutachten erstellt, das Mitarbeiter Max Weiß dem Gemeinderat vorstellte. Die Kommune hatte moniert, dass das Rückhaltebecken für das Oberflächenwasser aus dem Einzugsbereich der B 472 nicht ausreichend groß bemessen sei. Außerdem befürchtet man Auswirkungen auf den Abfluss des Wassers aus dem sogenannten Strobl-Weiher in Richtung Weiherbach.

Anton Margreiter, Bürgermeister von Greiling

Die Untersuchungen haben nun ergeben, dass sich das Wasser den Abfluss über das gesamte Areal sucht, das bis zum neuen Feuerwehrhaus reicht. Das Moorgebiet ist eine sogenannte Retentionsfläche. In dieses tiefer liegende und speicherfähige Gelände darf baulich nicht eingegriffen werden, weil es sonst seiner Speicherwirkung beraubt und das Wasser schneller abfließen würde.

Der Abfluss des Wassers aus dem Moorbereich erfolgt durch den sogenannten namenlosen Graben entlang der B 472 in den Weiherbach. Für den Unterhalt des Grabens, der in seinem Verlauf teilweise verrohrt ist, ist nach dem Planfeststellungsbeschluss künftig das Staatliche Bauamt zuständig. Eine Höherdimensionierung der Rohre oder ein Ausbau des Grabens ist nicht vorgesehen. Durch die Reinigung des Ablaufs erhalten die Anwohner am Mühlreiterweg einen besseren Hochwasserschutz, weil das Wasser ungehindert abfließen kann.

Im Steigungsbereich der Umgehung, wo das meiste Oberflächenwasser anfällt, war ein Rückhaltebecken vorgesehen. Dieses wird jetzt geringfügig vergrößert und etwas nach Norden in Richtung Mühlleiten verlagert. Der Überlauf wird wie bisher in den Strobl-Weiher abgeleitet. Die ursprünglich geplante Fläche des Rückhaltebeckens dient als zusätzliches Überschwemmungsgebiet. Die Anwohner des nahe gelegenen Ortsteils Mühlleiten brauchen sich aber wegen des Hochwassers keine Gedanken zu machen, so Weiß.

Die Gemeinderäte stimmten schließlich einstimmig dem von ihrem Rechtsanwalt formulierten Beschluss zu, ihre Klage gegen den Feststellungsbeschluss zurückzuziehen, wenn die Entwässerung im Bereich von Greiling auf Basis und unter Beachtung des neuen Gutachten des Ingenieurbüros Kokai erfolgt. Außerdem sollten noch Möglichkeiten geprüft werden, ob eine Überschwemmung der geplanten Unterführung der Verbindungsstraße nach Gaißach bei einem Jahrhunderthochwasser verhindert werden kann, etwa durch Versickerungsmaßnahmen, einer Veränderung des Straßenniveaus oder durch eine zusätzliche Ableitung des Wassers in der Unterführung. Bürgermeister Anton Margreiter zeigte sich zufrieden: „Es ist an der Zeit, dass die Gemeinde Greiling eine Entlastung der Verkehrssituation bekommt.“ (Von Günter Platschek)

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