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Kameramann für „Ausgrissn“: Markus Schindler aus Greiling drehte fünfeinhalb Wochen in den USA.

Filmprojekt: „Ausgrissn“

“Warum nicht mit der Zündapp von Bayern nach Las Vegas?“ - Markus Schindler aus Greiling war dabei

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Markus Schindler aus Greiling drehte fünfeinhalb Wochen, wie die Brüder Wittmann mit ihren Zündapps nach Las Vegas fuhren. Aus dem Material wird der Kinofilm „Ausgrissn“.

Greiling – Alma und Berta machen sich im August aus dem Staub, brennen einfach durch. Sie entfliehen grauen Garagen, brummen mit 40 Stundenkilometern am Ortsschild „Lengdorf“ vorbei und knattern durch Deutschland bis ins belgische Antwerpen. Auf einem rostigen Containerschiff beginnt hier das Abenteuer ihres blechernen Lebens: New York, Nashville, Las Vegas – Alma und Berta rollen einmal quer durch Amerika. Den beiden dicht auf der Spur: Markus Schindler aus Greiling.

Alma und Berta sind blau schimmernde Mofas der Marke Zündapp. Oben, auf abgewetzten Sitzen, hocken die Brüder Julian (25) und Thomas (22) Wittmann, geben elf Wochen lang Gas und legen 11.000 Kilometer zurück. Anfang August büxten die Brüder aus ihrem Alltag aus und fuhren mit Alma und Berta aus der Heimat Lengdorf bei Erding bis nach Las Vegas.

Und Markus Schindler? Der begleitet die Brüder auf ihren Mofas durch die USA, filmt die Erlebnisse der Wittmanns für einen Kinofilm. Schindler ist Kameramann und studiert an der Münchner Filmhochschule HFF. „Ausgrissn“ wird dieser Film heißen und Ende des nächsten Jahres in die Kinos kommen.

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Zu Musik und „Margaritas“ in Nashville lud die Truppe der Country Musiker Roger Alan Wade ein. Auf dem Bild stehen Wade (5. v. li.) und Markus Schindler mit der Kamera in der Mitte zwischen Musikern und der Film-Crew. 

Fünfeinhalb Wochen fing der 28-Jährige Abenteuer und Pannen auf dem Asphalt und zwischen den unendlichen Weiten amerikanischer Landschaft mit seiner Kamera ein. Und die Pannen, die brachten geniale Anekdoten wie diese: „In New Mexico lernten wir durch einen kaputten Reifen Mitglieder der Hells Angels kennen“, sagt Schindler. Anders als zu erwarten war, sind die Mitglieder der mafiösen Motorrad-Gruppe außerordentlich nett und bringen die Abenteurer und das Filmteam auf der Ladefläche ihres Pick-Ups in die nächste Stadt. „Plötzlich begann es zu regnen – doch der Regen roch nach Wodka“, lacht Schindler. Einer der „Angels“ hatte sich aus dem Fenster übergeben. Der Fahrtwind trug die Magenflüssigkeit in Richtung Ladefläche. „Danach haben sie uns noch ein Kilo Marihuana gezeigt, dass sie dabei hatten“, so Schindler. In Nashville lernte die Gruppe den Country-Musiker Roger Alan Wade kennen. Er lud die Reisenden ein, zusammen mit ihm zu musizieren. „Und Margaritas zu trinken“, so Schindler.

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Unendliche Weiten: Markus Schindler aus Greiling drehte fünfeinhalb Wochen in den USA.

Der Kameramann fuhr natürlich nicht mit dem Moped durch das Land. „Wir hatten ein Wohnmobil, darin haben wir geschlafen und die Technik gelagert“, so Schindler. Julian und Thomas Wittmann schliefen hingegen meist im Zelt. „Manchmal sind wir alle aber auch spontan irgendwo untergekommen“, sagt Schindler. „Die Amerikaner waren alle unglaublich nett.“ Im Film-Team waren außer Schindler noch der Kameraassistent Georg Lanz und der Fahrer Christian Kastl.

„Ende des Jahres 2019 kommt der Film ins Kino“, so Schindler. In der anstehenden „Postproduktion“ gehe es nun um Schnitt, Farbkorrektur und Ton. „Außerdem wollen wir den Film szenisch klammern“, sagt der Filmstudent. Von Schauspielern gespielte Szenen werden dann die Dokumentarfilm-Elemente des Zündapp-Trips umrahmen.

Nora Linnerud

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