Solarpark
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Am Solarpark soll in Greiling entstehen.

Räte geben Startschuss – Gemeinde wird bei Stromversorgung autark

Solaranlage am Flugplatz: „Wunderbares Vorzeigeobjekt für Greiling“

Der Greilinger Gemeinderat gibt den Startschuss für eine bürgerbeteiligte Solaranlage am Flugplatz. „Ein gewaltiger Sprung für die Gemeinde“, sagt Bürgermeister Anton Margreiter.

Greiling -  „Für die Menschheit ist das ein relativ kleiner Schritt – aber ein gewaltiger Sprung für die Gemeinde Greiling.“ Mit den abgewandelten Worten des Astronauten Neil Armstrong bei der ersten bemannten Mondlandung im Jahr 1969 gab Bürgermeister Anton Margreiter in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend quasi den Startschuss für eine bürgerbeteiligte Solaranlage am Flugplatz in Greiling.

Beitrag zum Gelingen der Energiewende

Voraussetzung dafür sind die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Sondergebiet. Für Greiling sei dies ein wichtiger Beitrag zum Gelingen der Energiewende. Der Anteil erneuerbarer Energie am Stromverbrauch in Greiling würde von 28 auf 111 Prozent steigen. Als Ziel sollen auf Kreisebene bis 2035 eine 100-prozentige Versorgung durch erneuerbare Energien erreicht werden. „Greiling wird in der Stromversorgung autark sein“, ergänzte das Gemeindeoberhaupt. Außerdem würden rund 1,4 Millionen Kilogramm an CO2-Emissionen pro Jahr vermieden.

Nur noch der Notarvertrag fehlt

Die Solaranlage befindet sich im südlichen Bereich des Flugplatzes, der durch den Bau der Nordumfahrung von der Landebahn abgegrenzt wird. Im Süden wird er durch die B 472 (alt) und Norden durch die B 472 (neu) und im Westen durch einen Zufahrtsweg abgegrenzt. Die dort bestehenden Gebäude werden abgerissen. Über den Kaufpreis mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ist sich die Gemeinde weitestgehend einig – die BImA verwaltet das 2,825 Hektar große Grundstück. „Es fehlt nur noch der Notarvertrag“, stellte Margreiter auf Nachfrage fest.

3,50 Meter ist die maximale Höhe

Die Leistung werde 2000 kWp (Kilowatt Spitzenleistung) betragen. Die Module und anderen erforderlichen baulichen Anlagen werden maximal eine Höhe von 3,5 Meter über der Geländeoberkante erreichen und werden an in den Boden gerammten Pfosten befestigt. Dadurch ist eine Flächenversiegelung ausgeschlossen und eine Beweidung durch Schafe möglich. Die Ausrichtung der Module soll in Süd-Südwestlage erfolgen. Ein Gutachten, das sich mit der möglichen Blendung der Piloten durch die Anlage befasst, werde zur zweiten Auslegungsphase vorliegen. Die artenschutzrechtliche Prüfung und ein Umweltgutachten seien bereits mit positivem Ergebnis durchgeführt worden.

Nächste Aufgabe: Erarbeitung des Gesellschaftervertrags

Mit Nachdruck bedankte sich das Gemeindeoberhaupt bei den Planern des Ingenieurbüros Götze aus Gera und bei den künftigen Mitgesellschaftern, der Energie Südbayern und der 14er Oberlandenergie. Hier ist als nächste Aufgabe die Erarbeitung eines Gesellschaftervertrags vorgesehen. Zusätzlich werde man das Gespräch mit der Stadt Bad Tölz suchen. „Wenn alles so läuft wie wir uns das vorstellen, wird das ein wunderbares Vorzeigeobjekt für Greiling“, sagt das Gemeindeoberhaupt.

Räte fassen Beschluss einstimmig

In der Diskussion erkundigte sich Martin Bauer, wie die Bürgerbeteiligung abgewickelt wird. Nach den Vorstellungen des Rathauschefs wird zunächst die Bauleitplanung auf den Weg gebracht, anschließend der Gesellschaftervertrag ausgearbeitet. Danach werden die Räte darüber beraten, wie die Beteiligung der Bürger aussehen soll. Vorab soll darüber im Dorfboten und bei einer Informationsveranstaltung berichtet werden. Der Billigungs- und Auslegungsbeschluss wurde einstimmig gefasst.

(Günter Platschek)

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