Katastrophenfall wurde um 14.10 Uhr aufgehoben

Video vom Jochberg: Hier erklärt ein Experte vor Ort, was passiert ist

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Kochel am See - Mit dem Schnee kam die Erleichterung: Die Lage entspannt sich am dritten Tag des schwierigen Löscheinsatzes am Jochberg/Graseck. In einem Video zeigt der Forstleiter den Brandort. 

  • Zwei Wanderer aus München haben in der Silvesternacht mit einem Lagerfeuer einen Großbrand am Jochberg/Graseck ausgelöst. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung.
  • Die Flammen griffen auf rund 100 Hektar Bergwald und -wiesen über.
  • Nach einem massiven Hubschraubereinsatz wurde das Feuer an Tag 3 unter Kontrolle gebracht und der Katastrophenfall aufgehoben. 
  • Die Ereignisse vom Montag lesen Sie hier zusammengefasst.

+++ 16.32 Uhr: Arndt Pröhl, Fotograf des Tölzer Kuriers, hat sich mit Rudolf Plochmann, Leiter des Tölzer Forstbetriebs, auf den Weg zum Brandort gemacht. Dabei ist ein Video entstanden, in dem der Experte erklärt, wie sich das Feuer am Jochberg/Graseck ausgebreitet hat. 

+++ 15.40 Uhr: Die Hubschrauberstaffel der Bayerischen Polizei wird die nächsten Tage noch mit der Wärmebildkamera das Gebiet kontrollieren.

Einsatzleiter am Jochberg: Keine weitere Bedrohung durch die Glutnester

+++ 15.35 Uhr: Die Helikopter konnten am Vormittag mit massivem, punktuellen Wasserabwurf das Feuer und die vielen Glutnester unter Kontrolle bringen. Es besteht keine weitere Bedrohung, heißt es vom Örtlichen Einsatzleiter Karl Murböck bei der letzten Lagebesprechung um 13 Uhr. Aufgrund dieser Sachlage sind keine weiteren Löscharbeiten notwendig.

Dürften froh sein, wenn sie mal durchschnaufen können: Feuerwehrler am Kochelsee nahe des Einsatzortes am Jochberg/Graseck.

+++ 14.45 Uhr: Die Lage entspannt sich zunehmend, die Schneedecke lässt die Glutnester am Jochberg/Graseck nach dem Großbrand verglimmen. Aufatmen ist erlaubt: Landrat Josef Niedermaier hob um 14.10 Uhr den Katastrophenfall auf. Er dankte den Einsatzkräften aller Organisationen für die reibungslose, perfekte und hochprofessionelle Zusammenarbeit. "Ohne diese wäre ein so schneller Erfolg in diesem schwierigen Gelände nicht möglich gewesen."

Die große Frage nach dem Brand am Jochberg: Wie hoch ist der Schaden?

+++ 13.43 Uhr: Das Ausmaß des Schadens, den das Feuer auf den rund 100 Hektar Fläche angerichtet hat, lässt sich im Moment schwer abschätzen. Man werde aber alles daran setzen, die Schutzfunktion des Bergwalds wieder herzustellen, sagte Martin Neumeyer, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten, in der Pressekonferenz. Der Schutzwald in diesem steilen Bereich halte beispielsweise bei starken Regenfällen Wasser zurück, bewahre vor Murenabgängen und Lawinen, die sonst Menschen und Straßen bis nach Kochel bedrohen könnten. Das Bewahren und Wiederherstellen des Ökosystems habe nun "oberste Priorität nach der Brandkatastrophe", so Neumeyer.

+++ 12.56 Uhr: Die Polizei hat die beiden Wanderer vernommen. Einer der beiden hat nach Informationen des Tölzer Kurier eine Aussage gemacht. Der andere macht von seinem Recht Gebrauch, keine Aussage zu machen. 

+++ 12.12 Uhr: Kreisbrandrat Karl Murböck geht davon aus, dass der Löscheinsatz aus der Luft beendet wird. Die gesperrte Bundesstraße 11 ist seit 11.50 Uhr wieder frei befahrbar.

Pressekonferenz zur aktuellen Lage am Jochberg

+++ 11.20 Uhr: Um 12 Uhr findet eine Pressekonferenz im Rathaus in Kochel mit den Vertretern der Staatsforsten statt. 

Pressekonferenz im Kocheler Rathaus.

+++ 10.33 Uhr: Aktuell sind 90 Einsatzkräfte von Feuerwehr, BRK-Rettungsdienst, BRK-Wasserwacht, Bergwacht und der örtlichen Einsatzleitung vor Ort. 

+++ 10.05 Uhr: Die B11 musste auch heute gesperrt werden. Die eingerichtete Flugverbotszone in einem Radius von fünf Kilometern rund um den Kesselberg besteht weiterhin.

Lage am Jochberg hat sich entspannt

+++ 10 Uhr: Abgesagt ist für heute der angedachte Bodeneinsatz von Feuerwehrleuten. „Durch das Löschen aus der Luft und die Niederschläge hat sich die Lage entspannt“, sagt René Mühlberger von der Feuerwehr. Fünf bis zehn Zentimeter Schnee sind in der Nacht gefallen. Der macht den Bodeneinsatz aber gleichzeitig auch unmöglich. „Das ohnehin schwierige Gelände ist so noch schwerer zu begehen. Das hat keinen Sinn.“

+++ 9.57 Uhr: So sieht das weitere Vorgehen heute aus: Gelöscht wird bis Mittag noch aus der Luft - in reduziertem Umfang. Die Bell (Hubschrauber) eines österreichischen Unternehmens ist unterwegs. 1500 Liter Wasser kann sie pro Runde zum Einsatzort transportieren. Der Polizeihubschrauber untersucht den Untergrund zeitgleich auf Glutnester. Mittags werden die Erfolge kontrolliert. 

+++ 9.40 Uhr: Die Ergebnisse der Erkundungsflüge liegen vor. Es gibt gute und schlechte Nachrichten. „In den Randbereichen wurde keine Aktivität mehr festgestellt, so dass aktuell keine Ausbreitung zu befürchten ist“, sagt René Mühlberger, Pressebeauftragter der Örtlichen Einsatzleitung im Gespräch mit dem Tölzer Kurier. Die schlechte Nachricht: Die Wärmebildkamera des Polizeihubschraubers zeigt nach wie vor rund 100 Glutnester. „An einem Baum gibt es zudem noch offenes Feuer, und an verschiedenen Stellen raucht es“, sagt Mühberger.

Erkundungsflug über dem Jochberg

+++ 8.45 Uhr: Im Moment läuft der Erkundungsflug über dem Brandbereich. Mit einer Wärmebildkamera wird versucht, sich einen Überblick zu verschaffen. Über Nacht hat es ziemlich geschneit. Das könnte die Lage verbessern. Für 9 Uhr ist die nächste Lagebesprechung der Einsatzkräfte vorgesehen. Danach wird entschieden, wie es weitergeht.

+++ 7.30 Uhr: Der Schneefall seit Montagabend könnte beim Löschen des Brandes geholfen haben. Ob wirklich alle Glutnester beseitigt sind, können die Einsatzkräfte jedoch erst bei Tageslicht beurteilen, wie eine Polizeisprecherin am frühen Dienstagmorgen sagte.

+++ 7 Uhr: Am Dienstag wollen sich die Bayerischen Staatsforsten den betroffenen Wald ansehen. An einem Gegenhang, von dem aus das Brandgebiet gut einsehbar ist, will sich der Vorstandschef des landeseigenen Unternehmens, Martin Neumeyer, ab  10 Uhr ein Bild von der Lage machen. Danach will er in Kochel am See gemeinsam mit Forst- und Einsatzexperten über die Löscharbeiten und die Zukunft des betroffenen Waldes informieren.

Tag 2 der Löscharbeiten am Jochberg

100 Hektar Wald am Jochberg verbrannt

Zwei Männer hatten in der Silvesternacht auf dem beliebten Wanderberg nahe Kochel am See ein Feuer gemacht, das nach Einschätzung der Polizei außer Kontrolle geriet. Gegen sie wird nun wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Auf 100 Hektar Staats- und Privatwald breiteten sich die Flammen aus.

Wie groß der Schaden genau sei, könne man wohl erst im nächsten oder übernächsten Jahr genau sagen, sagte ein Sprecher der Staatsforsten. Erst dann sei zu sehen, wie viele der alten Bäume beschädigt seien. Im Staatswald sei vor allem so genannter Schutzwald betroffen - er soll vor Erosion, Lawinen und Muren schützen.

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