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Etliche Glutnester waren am Montagmittag noch rund um den Brandort am Jochberg zu sehen. Nun setzen die Einsatzkräfte auf den Schnee. 

Der Katastrophenfall ist noch nicht widerrufen

Großbrand am Jochberg: So geht es am Dienstag weiter

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Kochel am See - Katastrophenfall am Jochberg, Tag 2: Sechs Hubschrauber sind am Montag bei den Löscharbeiten im Einsatz, gegen die Wanderer wird ermittelt. Auch am Dienstag geht es weiter. 

  • Tag 2 und der Katastrophenfall am Jochberg bei Kochel am See dauert an. An Neujahr brannte fast der ganze Berg. Rund 100 Hektar Wald und Wiese standen in Flammen. 
  • Mittlerweile ist das Feuer eingedämmt. Aber noch immer gibt es Glutnester.
  • Münchner Wanderer haben in der Nacht zu Neujahr den Waldbrand verursacht.
  • Die Ereignisse des zweiten Tages am Jochberg lesen Sie hier zusammengefasst

+++ 19.50 Uhr: Der Einsatz ist für heute beendet, am morgigen Dienstag geht es weiter. „Um 8 Uhr steht erst einmal wieder ein Erkundungsflug mit der Wärmebildkamera auf dem Programm“, sagt René Mühlberger, Pressebeauftragter der örtlichen Einsatzleitung.

Ein Hubschrauber steht in Kochel am See und wird von Einsatzkräften für den Start vorbereitet

Je nach Entwicklung sind zwei Varianten denkbar: Entweder wird weiter aus der Luft gelöscht, oder die ersten Einsatzkräfte arbeiten sich von der Kesselbergseite am Boden vor. Neben der Feuerwehr wäre hier auch die Bergwacht gefragt, weil jeder Brandschützer gesichert werden muss. Dazu müsste ein Löschwasserbehälter im Gelände eingerichtet werden. Mühlberger: „Klar ist aber auch, dass überhaupt nicht alle Brandbereiche zu Fuß erreicht werden können, weil das Gelände einfach zu steil ist.“

+++ 19 Uhr: Die Zahlen des zweiten Einsatztages: Heute wurden 725.000 Liter Wasser auf den Berg geflogen. Die gestrige Zahl wurde von 293.000 auf 580.000 Liter nach oben korrigiert. Insgesamt gab es 740 Anflüge auf die Brandstelle. 

Allein der Einsatz der Hubschrauber am Jochberg kostet pro Tag 100.000 Euro

+++ 18.25 Uhr: Pro Tag kostet allein der Einsatz der Lösch-Hubschrauber 100.000 Euro. Wie groß der Schaden durch den Brand am Jochberg ist, ist noch gar nicht abzusehen. Wer für die Kosten aufkommt, wird sich noch zeigen

+++ 17.30 Uhr: Die B11 (Kesselbergstraße) ist wieder offen. 

+++ 17.11 Uhr: Die Bilder einer Wärmebildkamera (siehe unten) vom Mittag zeigen deutlich, dass das Gebiet rund um das Feuer noch voller Glutnester steckte, die sich immer wieder entzünden. Diese werden allerdings weniger, das Wetter hilft auch: Es schneit am Jochberg. 

+++ 16.48 Uhr: Laut Polizei befindet sich der verletzte Wanderer immer noch in der Klinik, aber nicht in Lebensgefahr. Er hat sich ein Bein gebrochen - vermutlich beim Versuch, das Feuer zu löschen. 

Feuer am Jochberg: Gegen die beiden Münchner wird wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt

+++15.20 Uhr: Nach wie vor gilt der Katastrophenfall, den Landrat Niedermaier in der Neujahrsnacht um 3.40 Uhr ausgerufen hat. Das passiert, „wenn wir es mit einer komplexen Lage zu tun haben, bei der hohe Sachschäden zu befürchten sind und bei der Einsatzkräfte vieler verschiedener Organisationen zu koordinieren sind“, erklärt Niedermaier. Die Leitung übernimmt dann die Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landratsamt zusammen mit dem Örtlichen Einsatzleiter. Die Reglung bleibt bestehen, bis der Landrat den K-Fall für beendet erklärt

+++ 14 Uhr: Vorsichtig optimistisch ist Landrat Josef Niedermaier. „Man sieht wirklich erste Erfolge.“ So lange es gehe, werde heute weiter geflogen. „Und wenn es auch noch regnet oder schneit, haben wir Glück“, sagt Niedermaier. Unter Umständen könnte der Brand dann bis heute Abend gelöscht sein.

+++ 12.04 Uhr: Die Polizei gibt den aktuellen Ermittlungsstand bekannt: Gegen die beiden Münchner Wanderer, die den Brand ausgelöst haben sollen, wird ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Brandstiftung eingeleitet. „Die Brandermittler der Kripo Weilheim gehen im Moment nicht davon aus, dass das Feuer als Notsignal entfacht wurde“, sagt Anton Huber, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd auf Anfrage. Vielmehr hatten die beiden Münchner wohl ein Lagerfeuer angezündet, das außer Kontrolle geriet. Beim Versuch, den Brand zu löschen, stürzte einer der beiden ab.

+++ 12 Uhr: Die Bayerischen Staatsforsten kündigen an, dass sich am Dienstag, 3. Januar, um 10 Uhr der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Staatsforsten, Martin Neumeyer, vor Ort über die Schäden durch den Waldbrand am Jochberg informieren wird. Begleitet wird der Vorstandsvorsitzende vom Leiter des zuständigen Forstbetriebs Bad Tölz, Rudolf Plochmann, und dem verantwortlichen Kocheler Revierleiter Josef Ranz. Von einem Gegenhang aus, von dem das Brandgebiet gut einsehbar ist, wird der Schaden in Augenschein genommen. Nach ersten Erkenntnissen ist vom Brand im Wesentlichen Schutzwald betroffen, der zum Schutz vor Erosion, Lawinen und Muren eine sehr wichtige Funktion hat.

Waldbrand am Jochberg: Große Hoffnung in Wetterprognosen

+++ 11.50 Uhr: Momentan läuft eine Lagebesprechung mit allen beteiligten Organisationen im Kochler Feuerwehrhaus

Lagebesprechung im Kochler Feuerwehrhaus

+++ 11.28 Uhr: Große Hoffnungen setzen die Brandbekämpfer in die Wetterprognosen für heute Nachmittag. „Es ist schlechtes Wetter angesagt. Niederschläge würden helfen“, sagt René Mühlbauer von der Feuerwehr.

+++ 11.05 Uhr: Derzeit sind rund 80 Einsätzkräfte von Feuerwehr, BRK-Rettungsdienst, Wasserwacht und Bergwacht im Einsatz.

+++ 11 Uhr: Nach Information des Örtlichen Einsatzsleiters Karl Murböck waren die Löscharbeiten mit den Hubschraubern am gestrigen Neujahrstag erfolgreich. An einzelnen Stellen konnte der Brand abgelöscht werden.

+++ 10.45 Uhr: Gelöscht wird heute von sechs Hubschraubern aus - darunter auch ein großer CH-53 der Bundeswehr. „Mit jedem Turn schaffen wir 13.000 Liter Wasser zum Brandort“, sagt René Mühlberger, Pressebeauftragter der örtlichen Einsatzleitung. Ein siebter Hubschrauber von der bayerischen Polizei untersucht das Gelände mit der Wärmebildkamera, um Glutnester aufzuspüren.

Großbrand am Jochberg: Bilder unserer Leser

Waldbrand am Jochberg: Feuerwehr mit Entwicklung über Nacht zufrieden

+++ 10.05 Uhr: Mit der Entwicklung des Waldbrands über Nacht ist die Feuerwehr zufrieden. „Glücklicherweise gab es keine dramatische Ausbreitung“, sagt René Mühlberger, Pressebeauftragter der örtlichen Einsatzleitung. „Es sieht wirklich gut aus.“ Das Gelände zu betreten, ist aber nach wie vor nicht möglich. Auch heute wird ausschließlich aus der Luft gelöscht.

+++ 9.18 Uhr: Die Löscharbeiten beginnen wieder. Auch am Montag werden Helikopter von der Luft aus löschen, die letzten Glutnester befinden sich in unwegsamem Gelände. Das Video, das wir bei Facebook zeigen, stammt noch vom Neujahrstag:

+++ 8 Uhr: „Bei erstem Licht soll es weitergehen“, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Mit dem Tageslicht können die Hubschrauber wieder starten. Wärmebildkameras sollen die Glutnester aus der Luft fotografieren. Anhand der Bilder wollen die Rettungskräfte den Einsatz am Boden koordinieren. 

Waldbrand am Jochberg: B11 wieder gesperrt, Wanderer und Bergsteiger sollen gesamten Raum Walchensee meiden

+++ 7 Uhr: Die in der Nacht freigegebene B11 wurde wieder gesperrt. 

Die Polizei bittet Wanderer und Bergsteiger, den gesamten Raum Walchensee zu meiden. Weiter wurde in einem Radius von fünf Kilometern eine Flugverbotszone rund um den Kesselberg eingerichtet. René Mühlberger von der örtlichen Einsatzleitung sagt: „Wir haben Löscherfolge erzielt, aber der Brand ist nicht unter Kontrolle.“ 

+++ An Neujahr um 3.40 Uhr rief Landrat Josef Niedermaier nach Rücksprache mit dem Innenministerium den Katastrophenfall aus. Bei Tagesanbruch begannen dann die Löscharbeiten aus der Luft. Sieben Löschhubschrauber der bayerischen Polizei und aus Tirol waren am Montag am Jochberg im Einsatz. Dazu rund 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Wasser- und Bergwacht. Rund 293.000 Liter Wasser waren bis dahin zum Brandort transportiert worden. Die Kesselbergstraße musste gesperrt werden. Wie lange die Löscharbeiten dauern, war an Neujahr noch unklar. Einsatzleiter Karl Murböck geht von mehreren Tagen aus. Die Löscharbeiten liefen am 1. Januar bis 17.30 Uhr

Katastrophenfall am Jochberg: Lagerfeuer löste den Waldbrand aus

+++ Zwei Wanderer aus München (32 und 36 Jahre alt) hatten auf dem staubtrockenen Untergrund des Jochbergs vermutlich ein Lagerfeuer entfacht. Ob es sich dabei wirklich um ein Signalfeuer für die Rettungskräfte handelte, müssen die Ermittlungen der Kripo zeigen. Einer der beiden Wanderer, die Silvester auf dem Jochberg verbringen wollten, war jedenfalls etwa 100 Meter weit abgestürzt und hatte sich dabei ein Bein gebrochen. Als die Retter kurz nach Mitternacht bei dem Verletzten eintrafen, hatte sich das Feuer bereits ausgebreitet.

+++ Unten im Tal waren Wiesen und Bäume noch am Sonntagmorgen von Raureif benetzt. Aber oben auf dem Jochberg herrschten andere Verhältnisse. „Die Hänge sind im Moment besonders trocken“, sagt der Vorsitzende des Bezirksfeuerwehrverbands Oberbayern, Johann Eitzenberger, 50. In den vergangenen Wochen habe es weder Regen noch besonders viel Schnee gegeben. Deshalb breiten sich die Flammen auf der ohnehin trockenen Vegetation schnell aus.

+++ Kurioserweise war vor genau zehn Jahren auf dem Krepelschrofen in der Nähe des Walchensees schon einmal ein Feuer ausgebrochen. Damals hatte ein Wallgauer, 32, unterhalb des Gipfels eine Silvesterrakete gezündet. Sie verfing sich in einem dürren Baum und steckte ihn in Brand.

Feuer am Jochberg: Das zeigt die Wärmebildkamera

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