Leinen Los! Angehörige der Hundestaffel trainieren mit den Suchhunden die Bootsfahrt am Walchensee. FOto: BRK
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Leinen Los! Angehörige der Hundestaffel trainieren mit den Suchhunden die Bootsfahrt am Walchensee.

Bayerisches Rotes Kreuz

Großübung am Walchensee: Hund ahoi!

  • Alois Ostler
    vonAlois Ostler
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Dass es für ehrenamtliche Retter am Walchensee viel zu tun ist, dafür lieferte der vergangene Sommer genug Beweise. Für die nächsten Einsätze bereiteten sich jetzt auch vierbeinige Helfer vor.

Walchensee/Jachenau – Auch Hunde müssen die Mitfahrt auf einem Wasserwacht-Boot lernen. Das war allerdings nur ein Nebenaspekt einer großen Übung, bei der Wasserwacht und Rettungshundestaffel des Roten Kreuzes am Walchensee gemeinsam nach „Opfern“ suchten.

Viele Ausflügler waren dieser Tage Zeugen der Übung am Walchensee-Ostufer. Zwölf Wasserwachtler der Ortsgruppe Bad Tölz empfingen am Morgen die Rettungshundestaffel des BRK-Kreisverbands an der Rettungsstation Niedernach. Dann ging es zügig in die Übung, heißt es in einer Mitteilung des Kreisverbands. Ein Vater meldete zwei Buben, die im Wald zum „Schwammerlsuchen“ waren, als vermisst. „Die Wasserwachtler wurden schnell eingeteilt und brachten je einen Rettungshund mit zwei Hundeführern, insgesamt vier Teams, mit dem Rettungsboot ins Suchgebiet auf die andere Seeseite“, berichtet Uwe Stretz, Technischer Leiter der Wasserwachtortsgruppe Bad Tölz. Dank des Bugklappenbootes konnten die Retter und Hunde schnell und bequem an Land gehen und mit der Suche beginnen.

Übung am Walchensee: Hunde gewöhnen sich ans Bootfahren

„Dabei hörte man oft nur noch ein Glöckchen am Hundegeschirr, um zu wissen, wo sich der Hund gerade befindet“, berichtet Vanessa Schallmoser, Fachdienstleiterin der Rettungshundestaffel. Wenn er das Opfer findet, bleibe er beim Verletzten und „verbellt“ ihn, bis der Hundeführer kommt. „Das ist ganz schön erschreckend, wenn ein Hund zehn Zentimeter vor dir echt laut bellt“, sagt Maxi, eines der Opfer mit einer geschminkten „offenen Unterschenkelfraktur“. Die Hundeführer, alle ausgebildete Sanitätshelfer, versorgten den Patienten fachgerecht, und die Wasserwachtler transportierten ihn zum Boot, um ihn bei der Wachstation an den Rettungswagen zu übergeben.

Die Übung läuft weiter, auch als ein Teil der Freiwilligen bei einem echten Motorradunfall Hilfe leisten muss. Dann finden die Hunde auch den zweiten „Verletzten“. Nach der Abschlussbesprechung fahren am Nachmittag alle noch eine Runde mit dem Rettungsboot mit, damit es im Ernstfall nichts „Neues“ mehr für den Hund ist. „Wir sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit und dem Ablauf der Übung“, resümieren Uwe Stretz und Vanessa Schallmoser nach dem lehrreichen Tag.

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