Nach drei Wochen Stadelheim ist Robert Harbeck wieder auf freiem Fuß. Foto: mm

Harbeck berichtet von ,der Hölle’ in Stadelheim

Bad Tölz - „So etwas“, sagt Robert Harbeck und ringt um Fassung, „habe ich noch nie erlebt.“ Nach 20 Tagen Haft ist der Tölzer Ex-Stadtrat aus dem Gefängnis entlassen worden.

Das, was Harbeck in den drei Wochen Gefängnis in seiner Drei-Mann-Zelle erlebt hat, „reicht aus, um ein Buch zu schreiben“. Die medizinische Versorgung sei zwar gut gewesen. Wie man aber ansonsten mit den Menschen umgegangen sei, sei unglaublich, sagt Harbeck verbittert. Toiletten ohne Lüftung, nur kaltes Wasser, überheizte Zellen, kein Radio, Fernsehen oder Zeitung, nur zensierte Briefe, bricht ein Vorwurf nach dem anderen aus dem früheren Radio- und Fernsehhändler heraus. Bei der Einlieferung habe er sich splitternackt ausziehen müssen und er sei „wie ein Verbrecher“ fotografiert und registriert worden. Seine Zellengenossen, die wie er wegen Zahlungsunfähigkeit bei Bagatellsummen in Haft gekommen seien, hätten ebenfalls unglaubliche Schicksale erlebt und seien „alle psychisch kaputt“. Das Essen „würde ein Landwirt seinen Schweinen nicht verfüttern“. Erst nach zwei Wochen sei es ihm gestattet gewesen, Lebensmitteldosen einzukaufen. Stadelheim, sagt Harbeck, sei für ihn „die Hölle“ gewesen. „Ohne meine Frau hätte ich das nicht überlebt.“

chs

(Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Wochenendausgabe des Tölzer Kurier)

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