Der Landkreis und ich: Otmar Huber war der erste Landrat des neuen Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen. Im alten Landratsamt – dem heutigen Sparkassen-Center – prangt dieses Gemälde von Max Weihrauch, das Kultur und Brauchtum von Bad Tölz-Wolfratshausen symbolisch darstellt. Foto: mk

"Es war ein harter Kampf"

Bad Tölz-Wolfratshausen - 40 Jahre alt wird der Landkreis an diesem Sonntag. 1972 wurde die Gebietsreform arg diskutiert. Heute sind sich alle einig: der Zusammenschluss war richtig.

„Die Reform musste kommen“, sagt Christa Harrer (72). Als Stadträtin erlebte die Tölzerin den Umbruch mit, der ihrer Meinung nach „dem Landratsamt und den Kommunen eine ganz andere Handhabe“ gab. Doch leicht war die Zeit nicht: „Alle Gemeinden im Umkreis machten dicht - niemand wollte zu Tölz gehören“, sagt Harrer. Stur reagierten die Tölzer, verstanden nicht, warum sie sich jemandem angliedern sollten, „vor allem nicht den Bes’nbindern aus dem Norden“, sagt Harrer und lacht.

Heute bringt der Zusammenschluss allerdings gerade aus kultureller Sicht eine Aufwertung mit sich. Dieser Meinung ist Alt-Landrat Manfred Nagler (72): „Geretsried pulsiert doch. Da kommen so viele Kulturen zusammen - das ist doch schön.“ Der Thanninger war 1972 gerade zum Bürgermeister gewählt geworden und sah die „Diskussion recht locker“. Genau, wie der Tölzer Bürgermeister Josef Janker: „Als die Reform kam, war ich 19 Jahre alt - und unpolitisch eingestellt.“ Trotz „kleiner Nebengeräusche“ sei der Landkreis zusammengewachsen.

Obwohl: „Damals war es ein harter Kampf“, erinnert sich der Kochler Alt-Bürgermeister Siegfried Zauner. Und aus der Vergangenheit hat der 79-Jährige gelernt: „Man muss sich zusammensetzten und verhandeln. Dann geht das schon gut.“ Geklappt hat dieses Konzept dieser Tage, als sich Königsdorf doch dazu entschloss, dem Tölzer Land Tourismus beizutreten. Da ziehen alle 21 Gemeinden an einem Strang.

Verbesserungsmöglichkeiten sieht Monika Hoffmann-Sailer indes noch in Sachen Verkehrs-Infrastruktur: Die unterschiedlichen Systeme - RVO im Süden, MVV im Norden - „behindern doch nur und stellen eine Barriere zwischen den beiden Altlandkreisen dar“, sagt die 65-jährige SPD-Kreisrätin.

Mehr dazu steht in der Wochenend-Ausgabe des Tölzer Kurier. (stb)

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