Abriss und Neubau: Die Villa Fiori (vorne rechts) und das dahinterliegende Haus Otto sollen durch fünf Wohngebäude ersetzt werden. Foto: cs

Haus Otto und Villa Fiori werden abgerissen

Bad Tölz - In einer äußerst knappen 7:6-Kampfentscheidung hat der Tölzer Bauausschuss dem Abriss von Haus Otto und Villa Fiori in der Tölzer Wilhelmstraße zugestimmt.

Zudem bewilligte das Gremium - im Vorbescheid - den Neubau von fünf drei- und viergeschossigen Häusern mit rund 50 Wohnungen.

Das wird das Gesicht des Badeteils ändern. Darum ging es aber eher am Rande. Denn: Baurecht ist gegeben, wie Stadtbaumeister Hannes Strunz, Bauamtsleiter Christian Fürstberger und allen voran Bürgermeister Josef Janker betonten. Es handelt sich um ein Mischgebiet mit vielerlei Nutzungen.

Warum sollte die Bellvita GmbH, hinter der die Hoefter-Familie steht, also nicht Wohngebäude errichten? Zumal die Gebäude von der Baumasse nicht über den Bestand hinausgehen würden. Strunz kann sich sogar vorstellen, dass sich die städtebauliche Situation verbessert, weil es an der Wilhelmstraße „keinen durchgehenden Riegel“ mehr gibt, sondern „Durchblicke ins Grüne“, sprich das Parkgelände des Alpamares.

Strunz erläuterte auch, dass das - ziemlich verbaute - Haus Otto seit zehn Jahren leer stehe und die Bausubstanz schlecht sei. Das gelte auch für die Villa Fiori (ehemals Hotel Hiedl).

Während sich Georg Eberl (SPD) aus grundsätzlichen Erwägungen gegen neuen Wohnbau statt touristischer Nutzung aussprach, hielt sich Franz Mayer (Grüne) nicht mit der Baurechtsdiskussion auf. „Ich nehme da gleich den Abkürzer.“ Sei es wirklich sinnvoll, einzelne Bauvorhaben im Badeteil herauszugreifen, statt sich zunächst mit dem Gesamtkonzept für das Alpamare-Areal zu befassen?

Mayer war mit der Auffassung nicht alleine. Auch FWG-Sprecher Wolfgang Buchner monierte, dass man in der Stadtratsklausur eigentlich ein etwas anderes Vorgehen abgesprochen habe. Er stimmte später dennoch für Abriss und Neubau.

Auch Andrea Grundhuber (Grüne) betonte den Zusammenhang des Bauvorhabens mit der Alpamare-Zukunft. „Wir müssen doch erst einmal schauen, ob die Stadt bei der Bäderkultur mitmacht“, sprich als Investor für das Wellnessbad einsteigt. Den Blick aufs Ganze betonten schließlich Camilla Plöckl (SPD) sowie Rita Förg und Josef Steigenberger (beide CSU). Förg und Plöckl konnten sich zudem nicht mit dem Baustil à la Minigolfplatz und Herderpark anfreunden.

Es gab in der Bauausschusssitzung aber auch Befürworter. Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann bewertete die Entwicklung positiv. „Der Leerstand im Badeteil hat uns doch verfolgt.“ Es sei auch gut, wenn im Vorfeld der Alpamare-Entscheidung die Wohnnutzung ins Gespräch kommt. „So kriegen wir einen Einblick, wie der Eigentümer das sieht.“

Kämmerer Hermann Forster mischte sich in die Diskussion ein. Man gewinne nichts, wenn man das Bauvorhaben jetzt zurückstelle. Außerdem „laufen die Entwicklungen doch sowieso parallel.“ Die Genehmigungsverfahren für Bauvorhaben dauerten lange. „Das Alpamare wird schneller gehen.“

Christian Fürstberger hielt das Vorgehen der Hoefter-Familie ebenfalls für richtig. „Der Eigentümer will durch diesen Vorbescheid wissen, was möglich ist an der Stelle.“ Und an die Adresse von Georg Eberl und Rita Förg gerichtet: „Der Besitzer hat klar gesagt, dass touristische Nutzung dort nicht mehr in Frage kommt.“

Gegen den Antrag stimmten dennoch: Franz Mayer, Grundhuber, Steigenberger, Förg, Plöckl und Eberl. Und Franz Mayer prophezeite: „Das gibt noch viel Ärger.“

(Christoph Schnitzer)

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