Ein Haus auf vier Rädern geht auf Reisen

Bad Tölz - Das Tölzer Ehepaar Fuhrmann hat einen Militärtransporter umgebaut, um dabei über den Globus zu reisen.

Wenn die Fuhrmanns auf den hiesigen Straßen unterwegs sind, ist ihnen Aufmerksamkeit sicher: Ihr mobiles Zuhause namens „Ferdinand“ übertrifft die gewöhnlichen Wohnmobile um ein Vielfaches. In den kommenden Jahren wird das Gefährt ihre Wohnstatt sein - und zwar auf der ganzen Welt.

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Bei Corinna und Benedikt Fuhrmann ist das auch schon vorab der Fall. Denn eigentlich wollten die Tölzer schon im vergangenen Jahr aufbrechen. Doch es lief anders als geplant: Das erste Auto erwies sich als Flop. Nachdem der Schock verdaut war, ließ es das Paar ruhiger angehen: „Wir haben uns mit vielen Globetrottern getroffen und von allen geraten bekommen, bloß nicht überstürzt aufzubrechen“, sagt Corinna Fuhrmann.

Folglich nahmen sich die beiden Zeit, in Ruhe nach einem neuen Auto zu suchen, dieses umzubauen und bis ins kleinste Detail durchzuplanen. Und nun ist er fertig, der „Ferdinand“: das ehemalige Militärfahrzeug ist nun ein richtig komfortables Wohnmobil.

„Ferdinand“ (der Name bedeutet „der kühne Beschützer“) ist acht Meter lang, 2,40 Meter breit, 3,80 Meter hoch und wiegt 14 Tonnen. Allein ein Reifen hat ein Gewicht von 200 Kilo. Das geländegängige Fahrzeug hat 16 Gänge und einen Dieseltank, der 1000 Liter fasst. Damit kommen die Fuhrmanns zirka 4000 Kilometer weit.

Innen ist es sehr gemütlich: eine kleine Küchenzeile mit Gasherd, Ofen und Kühlschrank, eine gepolsterte Sitzecke und ein großes Bett lassen den Container heimelig wirken. Die Fuhrmanns haben die Schranktüren aus Eichenholz gewählt, ebenso den Tisch sowie die Verkleidung hinter dem Bett samt kleinem Bücher- und CD-Regal. Natürlich gibt es auch ein Mini-Bad mit Dusche und eine Kompost-Toilette. Der Wassertank umfasst 650 Liter. Den Strom bezieht das Fahrzeug durch Solarpanele und die Lichtmaschine des Motors.

Weil die beiden unterwegs verschiedene kreative Projekte planen, hat Benedikt Fuhrmann, der unter anderem als Filmemacher arbeitet, auch ein Ton- und Schnittstudio integriert. „Ferdinand“ ist ein Hightech-Mobil mit Wlan-Antenne und vielem mehr. In dem Auto können die beiden Tölzer bequem arbeiten. „Eigentlich ist es ein Haus auf vier Rädern“, sagt Benedikt Fuhrmann und lächelt.

müh

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