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Unternehmerin Petra Waldherr-Merk ihren „Hirschkuss“

Hirschkuss setzt sich gegen Jägermeister durch

Lenggries - David hat gegen Goliath gewonnen: Ab sofort darf für den Lenggrieser Kräuterlikör „Hirschkuss“ wieder mit einem Hirschen geworben werden – trotz des Widerstands von „Jägermeister“.

Wie berichtet, hatte der Wolfenbüttler Konzern Mast AG Einspruch eingelegt, als Unternehmerin Petra Waldherr-Merk ihren „Hirschkuss“ beim Patentamt als Marke eintragen lassen wollte. Der Hirsch, der die Flasche zierte, sei untrennbar mit „Jägermeister“ verbunden, die Verwechslungsgefahr sei groß, argumentierte die Mast AG. Was folgte, war eine über zweijährige juristische Auseinandersetzung - in der Hirsch verschwand. „Wir wollten guten Willen zeigen. Niemand sollte auf den Gedanken kommen, dass der Hirschkuss eine Untermarke von Jägermeister sein könnte“, sagt die Lenggrieserin.

Mittlerweile hatte der Streit für ein gehöriges Presseecho gesorgt: Vom Tölzer Kurier bis zum Bayerischen Fernsehen und dem ORF berichteten zahllose Medien über die Auseinandersetzung. „Wir haben viele Zuschriften bekommen von Leuten, die ähnliche Probleme hatten wie wir“, sagt Waldherr-Merk. Die Empfehlung der meisten: „Hört’s besser auf, Euch zu wehren.“ Unter den Schreibern war allerdings auch ein Patentanwalt aus Gräfelfing. „Der hat gesagt, er verteidigt uns kostenlos.“ Seitenlange Briefe schrieb der Anwalt nach Wolfenbüttel – bis irgendwann der Kontakt abriss. „Das letzte, was ich von der Mast AG bekommen habe, war eine Weihnachtskarte, in der mir viel Erfolg für 2009 gewünscht wird“, sagt Waldherr-Merk immer noch ein wenig ungläubig.

Zwei sich küssende Hirsche, deren Geweihe ein Herz bilden, sind seit 6. Juni als Marke eingetragen – von den Beneluxstaaten bis Russland. Am heutigen Montag ist die Einspruchsfrist abgelaufen – ohne, dass sich die Mast AG gemeldet hätte. „Warum das so ist, kann ich mir nicht erklären. Vielleicht lag es doch am öffentlichen Druck“, vermutet Waldherr Merk.

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