Markus Hörmann
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Genügend Körner für die Aufholjagd: Markus Hörmann arbeitete sich auf der Halbmarathonstrecke in Zell am See noch auf Rang fünf vor und freut sich über das „konstanteste Rennen meiner Karriere“.

TRIATHLON - Nach Feinjustierung: WSV-Athlet in Weltklasse-Feld Fünfter in Zell am See

Hörmann liefert wieder ab

  • Nick Scheder
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Nach Feinjustierung: WSV-Athlet Markus Hörmann wird in einem Weltklasse-Feld Fünfter beim Mitteldistanz-Ironman in Zell am See.

Zell am See/Greiling – Die Zeit der Anpassung scheint vorbei. „Ich bin froh, dass ich wieder abliefern kann“, sagt Markus Hörmann. Der Profi-Triathlet des WSV Bad Tölz lief beim Mitteldistanz-Ironman in Zell am See/Österreich „eines der besten Rennen meiner Karriere und wohl das konstanteste“. Rang fünf nach 4:12:01 Stunden in einem stark besetzten Feld ist für den Greilinger eine „super Geschichte“.

Anpassung deshalb, weil er seit Jahren schon mit den richtigen Rahmenbedingungen herumtüftelt. In dieser Saison scheint es nun soweit zu sein. Nach seinem letzten Auftritt in Rapperswill hat er zwei kleinere Justierungen vorgenommen, stellte die Wettkampfverpflegung um und wechselte die Laufschuhe. Und das zahlt sich aus. „Ich fühlte mich immer gut, hatte nicht wie sonst oft Probleme mit dem Magen und konnte beim Laufen losstiefeln wie von einem anderen Stern.“ Deshalb arbeitete er sich beim Halbmarathon stetig nach vorne und erkämpfte sich auf den letzten drei Kilometern noch Rang fünf.

Hörmann liefert wieder ab

Zu kämpfen hatten er und seine Mitstreiter vor allem mit üblen Bedingungen. „Ich bin wegen des Wetters von einer anstrengenden Nummer ausgegangen“, sagt der 31-Jährige. Und so kam es, sogar noch schlimmer. Am Morgen vier Grad und schneebedeckte Gipfel. Am Start Dauerregen, den der Wind fast waagrecht peitschte. Da packte er sich lieber eine etwas wärmere Weste und Handschuhe in den Wechselbeutel für die Radstrecke. Trotzdem ging Hörmann mit einem guten Gefühl ins Rennen. „Ich war richtig bereit.“ Dabei war das Schwimmen noch der wärmste Part des Rennens. Er hielt sich auf der 1,9 Kilometer langen Strecke bis zur Wendeboje in der Spitzengruppe. Dann verlor er die Konkurrenz jedoch buchstäblich aus den Augen, weil er nach einem Tritt ins Gesicht kurz nach dem Start Wasser in der Brille hatte. „Ich kam trotzdem kurz nach der Spitzengruppe aus dem Wasser.“

Und die verlor er auch auf den 90,5 Kilometern Zeitfahren mit 900 Höhenmetern nicht aus dem Blick. Zunächst freute er sich, dass er mit Weste und Handschuhen die richtige Entscheidung getroffen hatte. Denn bis zum Anstieg zum Filzensattel auf 1290 Metern ging es zunächst stetig leicht bergab. „Das war wahnsinnig schnell, da ist man immer zwischen 50 und 60 Stundenkilometer gefahren“, sagt Hörmann, der irgendwann jedes Gefühl in den Gliedmaßen verlor. „Ich hab’ immer mal wieder nach unten geschaut, ob meine Beine sich noch bewegen, weil ich sie nicht mehr gespürt habe.“

Total fokussiert

Doch da waren sie, und sie leisteten ihm gute Dienste. „Ich habe mich total auf mich fokussiert, habe darauf geachtet, nicht so viele Körner zu lassen, weil die Kälte ohnehin Energie zog.“ Die Abfahrt ging er relativ vorsichtig an, arbeitete sich trotzdem an die Top-Zehn heran.

Und beim Laufen konnte sich Hörmann – anders als bei den Wettkämpfen zuletzt – weiter steigern. „Den Rhythmus habe ich nach drei Kilometern gefunden und mich klar nach vorne orientiert, weil ich mich topfit gefühlt habe, ich konnte viel freier atmen als sonst.“ So gelang es Hörmann, einen Konkurrenten nach dem anderen einzusammeln, und auf den letzten fünf Kilometern war er in Reichweite der Top-Fünf. „Ich habe gewusst, jetzt kann ich die Füße in die Hand nehmen.“

Kurz vor dem Ziel den Fünftplatzierten gestellt

Der Schweizer Tobias Bachmann auf Platz fünf war plötzlich nur noch 200 Meter vor dem Greilinger. „Ich habe voll reingehalten und ihn nach einem Kilometer eingeholt.“ Mehr noch: Hörmann zog per Vollantritt an ihm vorbei, damit er gar nicht auf die Idee käme, mitzugehen. „Das hat mir zwar wehgetan, aber ich wusste, ihm tut es noch mehr weh“, sagt der Greilinger, der ihm bis ins Ziel 30 Sekunden abnahm.

Ein Resultat, das Hörmann begeistert. „Von der Taktik, der Renngestaltung her war es top.“ Und ein Ergebnis, das ihm Selbstvertrauen für sein nächstes Rennen verschafft: die Langdistanz in Klagenfurt. Dort bekommt es der 31-Jährige voraussichtlich mit noch stärkerer Konkurrenz als in Zell am See zu tun: Nach der Absage der Langdistanz Hawaii rechnet er mit Top-Leuten am Start. Vor denen er sich, wie er glaubt, keineswegs verstecken müsse.

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