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Hubschrauber-Einsatz  im Kampf gegen Waldbrand

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Fall – Noch immer liegt Rauch über dem Falkenberg. Doch im Vergleich zur vergangenen Nacht, als sich ein Band aus Feuer über den Berg wälzte, wirkt die Situation fast entspannt. Flammen sind vom gegenüberliegenden Ufer des Sylvensteinsees nicht zu sehen.

Bilder vom Montag: Hubschrauber löschen Brand

„Aber der ganze Boden ist voller Glutnester“, sagt Robert Krebs, stellvertretender Leiter des Tölzer Forstbetriebs. Das hat ihm gerade der Pilot des Polizeihubschraubers erzählt, der mit der Wärmebildkamera über dem Hang unterwegs war. Trotz dieser Nachricht ist Krebs deutlich ruhiger als am Vorabend. Denn anders als am Sonntag wird der Waldbrand nun endlich aus der Luft bekämpft. Außerdem habe irgendwann in der Nacht der Wind aufgehört, der die Flammen am Abend anfachte. Der nächtliche Tau half ebenfalls. „Ich bin beruhigter als gestern“, sagt Krebs.

Bilder vom Einsatzort

Gegen 15 Uhr war das Feuer am Sonntag am Niederskopf/Falkenberg entdeckt worden. Rasch breiteten sich die Flammen auf dem knochentrockenen Berghang aus. 40 Mann der Feuerwehren Lenggries, Wegscheid, Winkl und Wallgau versuchten vom Boden aus zu löschen. „Wir haben über ein paar 100 Meter eine Schlauchleitung vom See rauf gelegt“, schildert der Lenggrieser Kommandant Peter Fischhaber. Trotz dieser Bemühungen standen zwei Stunden später rund zehn Hektar in Flammen. Kurz danach war es zu dunkel, um am Boden weiter zu löschen. „Die Zeit war einfach zu knapp“, so Fischhaber.

Aus diesem Grund und weil in München wegen Nebels nicht gestartet werden konnte, rückte auch keine Luftunterstützung an. Verfügbar gewesen wäre nur ein kleiner Hubschrauber, der maximal 500 Liter Löschwasser transportieren kann. „Der hätte vor der Dunkelheit eine Stunde fliegen können. Und angesichts der Größe der Fläche hätten wir den Brand weder löschen noch eindämmen können“, sagt Kreisbrandrat Karl Murböck. „Das wäre einzig und alleine Geldverschwendung gewesen“, ist er überzeugt.

Noch am Sonntagabend rief Landrat Josef Niedermaier den Katastrophenfall aus. „Das ist notwendig, wenn erhöhter Koordinierungsbedarf besteht“, erläutert Niedermaier die Hintergründe. Die Koordinierung übernimmt dann das Landratsamt, das die verschiedenen Hilfsorganisationen informiert. Mit der Luftunterstützung klappt es am Montag bestens. Schon seit 7.30 Uhr dreht ein kleiner Hubschrauber der Firma HTM seine Runden. Immer wieder nimmt er mit dem unten am Helikopter befestigten Behälter 1000 Liter Löschwasser auf und lässt es über dem Hang ab. Später am Vormittag bekommt er Unterstützung von einem Hubschrauber der Bundespolizei, der 2000 Liter transportieren kann. Je 5000 Liter schaffen die großen CH 53-Helikopter, die die Bundeswehr stellt.

„Das Ziel ist es, die gesamte Fläche von oben bis unten nass zu machen“, sagt Forstbetriebsvertreter Krebs – und zwar möglichst vor Mittag. Denn wenn erst einmal die Sonne wieder voll auf den Hang scheine und vielleicht der Wind wieder auffrische, könne es gut sein, dass es erneut zu brennen anfange.

16 Hektar Wald sind in Mitleidenschaft gezogen. „Wie hoch der Sachschaden ist, lässt sich noch überhaupt nicht sagen“, so Krebs. Dasselbe gilt für die Brandursache. Die wird die Kripo versuchen zu ermitteln. Der Löscheinsatz aus der Luft dauerte gestern den ganzen Tag. Vermutlich erst heute geht es vom Boden aus weiter. Für die Löschtrupps der örtlichen Wehren gibt es dabei Nachbarschaftshilfe aus Schwaz. Die Tiroler verfügen nämlich über einen 5000-Liter-Löschwassertank, der auch im steilen Gelände aufgestellt werden kann.

Am Montag im Einsatz waren rund 40 Helfer der Feuerwehren Fall/Vorderriß, Lenggries, Wolfratshausen und Kochel sowie die Berg- und Wasserwacht. Letztere kümmerte sich zudem um die Versorgung der Helfer.

Veronika Wenzel

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